Jul
30
2010
2

Beste Wochengeschichte: Am Flughafen

Ich eröffne hier offiziell eine neue Rubrik: Die “Besten Wochengeschichte”.

Für die leicht melancholische Seele kann ein Besuch am Flughafen eine Serotonin-Kur sein. In diesem surrealen Umfeld voller Menschen aus aller Herren Länder, die sich in riesige Blechmaschinen um die halbe Welt kutschieren ließen, ist sie das Happy End eines kitschigen Filmes, die warme Dusche nach einem überraschend kalten Regenguss, die Tafel Schokolade nach einem durchwachsenen Tag: Die Ankunftshalle.

Foto: UtkarshJha

Elektrofeld
Was sich hier an freudiger Erwartung über jede Minute Wartezeit ansammelt, wird zu einem elektrischen Gefühlsfeld erzeugt von Menschen, die sich in jeglicher Hinsicht unterscheiden, hier aber nur eine Beschäftigung haben: Nebeneinander zu stehen und wie hypnotisiert auf zwei Türen zu starren, die links und rechts sekündliche Auf- und Zu-Schwingen. Dabei spucken sie Menschen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Bepacktheit aus. Die meisten  Wartenden scheinen sich vor dem Moment des Türöffnens zu fürchten, so düster blicken sie in Richtung Milchglas-Türen. In Wirklichkeit sind sie aber hochkonzentriert und wollen um keinen Preis den entscheidenden Moment versäumen – den Moment, wenn das lang oder kurz erwartete Gesicht endlich auftaucht und sich das elektronische Gefühlsfeld an ihrer Stelle in einen kleinen Freudenblitz entlädt.

Berufsmäßig am Warten
Inmitten dieses Feldes platzieren sich die Blitzableiter oder berufsmäßigen Warter und halten wenig enthusiastisch beschriebene Papp-Schildern – oder weniger eleganten A4-Papierzetteln –mit scheinbaren Phantasienamen wie „Gonzalo Bunge“ oder „Stephanie Mayer“ auf mittelmäßig hohem Niveau. Sie stehen der Magie des Ortes gleichgültig gegenüber, denn in Massen genossen verliert irgendwann alles seinen Reiz. Ihr Pendant bei den Ankommenden sind die Geschäftsreisenden in ihren Ensembles aus schwarz-grauen Anzügen: Für sie ist ein Flug wie die Fahrt mit der U-Bahn – und in der U-Bahn fängt auch keiner vor Freude zu heulen an, wenn die Station erreicht ist.

Willkommen in der Talkshow
Alle anderen dagegen werden in diesem Moment zu Talkshow-Gästen ohne Musikbegleitung. Die Tür geht auf und sie haben ihren großen Auftritt: Alle Blicke sind auf sie gerichtet, alles fragt sich „sind sie es?“ Der Umgang der Menschen mit der 15 Sekunden Aufmerksamkeit ist unterschiedlich: Es gibt jene, die sich verschämt zur Seite drücken, solche die ein zweiwöchiger Karibikurlaub die Brust stolz anschwellen hat lassen, aber auch die Ängstlichen, die sich nicht sicher sind, ob ihr Abholer auch wirklich die Ankunftszeit verstanden hat und jene, die sowieso nie etwas aus der Fassung bringt.

Empfangskommitee
In mir baut sich auf prinzipiell jedem Flughafen die freudige Erwartung auf, dass mich ein überglückliches Willkommenskommitee erwarten wird, auch wenn wir auf einem kleinen kubanischen Flughafen ankommen, bei dem keine Menschenseele auch nur den Namen Österreich kennt. Die Ankunftshallen-Atmosphäre zieht mich nämlich nicht nur beim Warten, sondern auch beim Landen sofort in ihren Bann.

Das Königsprinzip, der Lächelmarathon, das Ablenkungsmanöver
Wenn man jetzt also nicht nur phantasiert, sondern auch wirklich abgeholt wird, dann ist der Moment zwischen dem Erkennen und dem Umarmen nahezu immer identisch komisch. Zuerst ist die Freude, das erste Erkennen „Jemand findet dich wichtig und ist da, um dich abzuholen“. Dann wird derjenige für die Erzeugung diese Gefühles mit Umarmungen und je nach Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad mit Küssen belohnt. Was aber dazwischen liegt ist nervzerreißend: Jene 50 Meter zwischen Erkennen und Umarmen. Die meisten gehen hier nach dem Königsprinzip vor: Sie schlagen die Augen in einer Demutsgeste nieder und gehen langsam gesenkten Kopfes weiter, direkt wie vor den Thron des Königs. Ein leichtes Lächeln umspielt ihren Mund, gerade so als ob genau wüssten, dass sie der Liebling des Monarchen sind.  Wieder andere ziehen das Prinzip der leicht debilen Grinsekatze vor, in dem sie die 50 Meter in einem Lächelmarathon absolvieren, der mit einer erlösenden Umarmung prämiert wird. Die dritten wiederum wählen das Ablenkungsmanöver: Sie schauen sich nach rund 15 Meter plötzlich hektisch um, weil sie vermeintlich jemanden gehört haben, der sie sonst noch erkannt haben könnte.

Sind diese 50 Meter dann geschafft, ist alles wie immer. Die Umarmung löst alle erwartungsvollen Spannungen, die sich zwischen Ankunftshalle und Gepäckband aufgestaut haben. Und zwischen Parkautomat und Wohnungstür ist die Welt dann in Ordnung, aufgehellt von wunderschönen Urlaubserinnerungen. Was danach passiert, ist eine Sache von Gewohnheit – wenn möglich nicht in Massen genossen.

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Written by Ronni in: Mitgehört | Schlagwörter:
Jul
23
2010
2

Beste Wochenreste: Kopflastig

Zurzeit ist das Radfahren in Wien sehr angenehm, weil zirka Dreiviertel aller Autofahrer ihre Vehikel auf Urlaub eingeladen haben. Wer also nicht (mehr) verreist in diesem Sommer, kann sich ja mit mir gemeisam auf eine Reise im Kopf begeben.

Ein Museum als Zuhause
Manche Museen möchte man einfach nie verlassen – so geht es  mir zumindest immer bei einem Besuch in der Pinakothek der Moderne in München. Wer sich im “Museum of Science and Industry” in Chicago besonders wohlfühlt, kann sich jetzt für einen ganzen Monat einquartieren:

We’re looking for someone to take on a once-in-a-lifetime assignment: spend a Month at the Museum, to live and breathe science 24/7 for 30 days. From October 20 to November 18, 2010, this person’s mission will be to experience all the fun and education that fits in this historic 14-acre building, living here full-time and reporting your findings to the outside world.

Hört sich ziemlich lässig an, oder? Zudem gibt es für den glücklichen Außerwählten auch noch 10.000 Dollar Preisgeld und jeder Menge “tech gadgets”. Himmlisch! (via Max)

Traumhaus
Als Kind konnte ich gar nicht genug von Lego bekommen, mein Zimmer war wochenlang ein einziges Legoland. So weit wie diese Damen und Herren bin ich aber nie gekommen – ein Traum! (via Heinz)

Musikalische Weltreise
Mein Urlaub ist ja leider schon wieder vorbei, daher spricht mich Melas “Musikalische Weltreise” wahrscheinlich umso mehr an: Auf ihrem Blog hat sie Oden an besonders schöne Städte gesammelt.

Unter die Haut
Es gibt Musikfreaks von jeder Sorte, zum Beispiel auch jene, die sich Musik nicht nur in Form von Gänsehaut unter die Haut gehen lassen. Unter dem Titel “Lyrical Tattoos” findet man auf Flickr Peckerl, der musikinspirierten Sorte. (via Spreeblick)

Nostalgische Visitenkarten
Bei mir sind die Visitenkarten nur marginal durch ein Gummiband zusammengehalten und damit geordnet. Ich kenne aber auch Menschen, die ganze Ordner angelegt haben und sich bei den Menschen hinter den Kärtchen lehrbuch-mäßig in regelmäßigen Abständen ins Gedächnis rufen. Von der anderen Seite ist das Stefan Mey angegangen und sich nostalgisch an die Visitenkartenbesitzer und ihre Geschichten dahinter erinnert. Absolut lesenswert! (Bild via Flickr)

Heißer Freitag
Heute soll ja der heißeste Tag der Woche sein. Es gibt wahrscheinlich nur wenige, die bei diesen Temperaturen kein Hirn aus Mus bekommen. Sich hitzefrei zu geben bzw. den Arbeitsfreitag ein bisschen zu verkürzen ist dabei nur mehr als verständlich, völlig anders sieht das aber Medienmogul Rupert Murdoch nach dem KLICK (via Armin Wolf)

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Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, , , ,
Jul
16
2010
2

Beste Wochenreste: Liebevoll

Die Liebe ist ein seltsam Spiel, das wusste schon Connie Francis in den 60er-Jahren. Besonders schwierig wird es, wenn bereits eine Umarmung körperlich anstrengend ist – Schuld sind die rund 40 Wiener Grad da draussen. Wie gut, dass es das Internet gibt, denn dort ist Liebe in jeder Form vorhanden und nimmt keinen Einfluss auf die Körpertemperatur.

Gestrickte Liebe
Liebe kann perfekt in einen Schal oder eine Decke eingestrickt sein, wie unsere Großmütter und die eigenen Werkstunden in der Schule vor vielen Jahren zeigten (auch wenn bei letzerem mehr Ärger im Spiel war). Manche Menschen lassen diese Liebe auch der gesamten Öffentlichkeit zu Gute kommen und betätigen sich in “Knitta” oder “knit graffiti”, d.h. gestrickte Graffiti. Die ersten Knitta-Versuche auf der Wiener Schmelzbrücke habe ich hier entdeckt.

Neues Lieblingsbuch?
Mit viel Liebe dürfte auch dieses Projekt voranschreiten: Jessie und Julia von LesMads schreiben an einem Buch über ihre bisherigen drei Jahre als Modebloggerinnen. Es wird im Jänner 2011 erscheinen, gespannt bin ich schon jetzt. Mehr dazu findet ihr hier.

Geliebte User
Über die Macht der User wird ja viel geschrieben, das Internet definiert sich vielerorts nur durch die Teilnahme jedes Einzelnen am Ganzen. Seit es Blogs, aber im besonderen soziale Netzwerke gibt, fürchten sich einige Unternehmen ganz schön vor dem Negativum der Userliebe, dem “Flaming“. Die ÖBB kommt weder auf Twitter, noch auf Facebook besonders gut weg. Wie beim Beispiel Ticketpreiserhöhung darauf reagiert wurde und welche Lehren sich daraus ergeben, liest man am besten auf dem Blog der besten Liechteneckers.

Digitaler Knigge
Respekt kann auch eine Form von Liebe sein, allen Menschen gegenüber im generellen und bei Einzelnen im Besonderen. Das gilt nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch im luftleeren Raum, dem Internet. Unter dem Titel “101 Leitlinien für die digitale Welt” hat die deutsche Telekom den alten Knigge digitalisiert. Und damit wir nicht vergessen, dass auch Oma Respekt gern auf Polster gestickt hat, gibt das ganze im Old-Fashion-Style. (via RupprECHT)

 

Sachen zum “Hach”en
Dieses Video ist ja wirklich bereits rund um die Welt gegangen, aber ich finde, es hat hier auch noch Platz. Als dem Standpunkt als Journalistin würde ich wohl ähnlich reagieren wie die Dame, meine Reputation als seriöse Berichterstatterin ist damit wohl dahin. Ansonsten – süß! (via electru)



Sachen zum “Hach”en2

Wo wir schon dabei sind: Michi von Cooloutfit hat immer die schönsten Fotos und zum heutigen Thema passen sie besonders gut dazu.

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Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, , , , , , ,
Jul
14
2010
21

Zum Jubiläum gibt’s Geschenke!

Meine Lobeshymne auf Schweden war zugleich mein 100. Blogeintrag und weil nach einem Jahrhundert einmal etwas Neues passieren muss, gibt es hier zum ersten Mal Geschenke für meine Leserinnen (Sorry Männer – beim nächsten Mal).

Foto: Flickr

Ich lese zwar selber leidenschaftlich gerne Modeblogs, bin aber weit weg von “Daily-Outfit”-Posts und Modewochenbloggerei. Umso lustiger, dass das Streetwear-Label Naketano bei mir angeklopft hat, um ihre neue Kollektion vorzustellen.

Konzept “Lieblingsteil
Das seit 2006 bestehende Label versucht nach dem Konzept “Lieblingsteil” Kundinnen anzuwerben:

Für das Naketano Design Team ist die höchste Auszeichnung guten Modedesigns, wenn ein Kleidungsstück zum Lieblingsteil wird. Wenn man andere Teile nur kauft und anzieht, um dieses eine Lieblingsteil damit zu kombinieren. Wer ein Teil am liebsten ständig, überall und zu allem tragen möchte, erteilt dem Designer des Lieblingsteils die höchste Auszeichnung und definiert zugleich den Anspruch, dem Naketano stets bemüht ist, gerecht zu werden.

Nach einem ersten Blick wirkt die Kleidung auch wirklich so: Lässige Streetware aus hochwertigen Materialien (Bambus-Baumwoll-Mischung) die durch nette Farbdetails (es gibt sie nicht nur in blau, wie unten) zu etwas Besonderem wird.

Wer sich selbst von Naketano überzeugen will, hinterlässt hier einfach ein Kommentar – ich habe 20 Gutscheine à 30 € zur Online-Bestellung zu vergeben. (Achtung, die Versandkosten sind dadurch nicht abgedeckt!)

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Written by Ronni in: Geschenke,Persönlich | Schlagwörter:
Jul
12
2010
9

Einmal Schweden zum Mitnehmen

Mein erster Besuch in Schweden war vor knapp zwei Jahren im Winter und außer Stockholm habe ich das Land nur aus dem Flugzeug gesehen. Alleine durch diesen briefmarkengroßen Ausblick war klar: Ein Roadtrip durch Schweden, das ist es!

Im Endeffekt war das Abenteuer dann schneller in die Tat umgesetzt, als gedacht und zudem auch auch einfacher organisiert. Den Kofferraum mit Campingzeug und Rädern zu bestücken und einfach draufloszufahren hat sich als die beste Urlaubsart herausgestellt. Obwohl wir nur eine einfache Fahrt mit dem Autoreisezug gebucht hatten, klappte die gesamte Reise nahezu wie am Schnürchen – ein schöner Platz zum Schlafen und ein nettes Restaurant fand sich immer. Natürlich hat dieses Land soviel zu bieten, dass man so und so nur eine wunderschöne Zeit haben kann.

Hier unsere Route:


Schweden auf einer größeren Karte anzeigen

Die Reise in Zahlen:

  • Zählt man die Zugfahrt Wien-Hamburg-Wien nicht mit, dann sind wir  insgesamt rund 3.300 Autokilometer verfahren
  • Geschlafen wurde in zehn unterschiedlichen “Betten” – darunter im Zug, im Auto, im Zelt, auf einem Boot, in einem Luxushotel, in Jugenherbergen, in einer Hütte im Wald und in einer am Strand.
  • Zu unseren Fortbewegungsmitteln gehörten ein Auto, ein Zug, fünf unterschiedliche Fähren, zwei Räder, zwei Pferde und zwei paar Wanderschuhe.
  • Auf unserer Reise haben wir neun unterschiedliche Städte besichtigt und unsere Füße in unzählige Gewässer gestreckt; darunter die Ostsee, der Siljansee, der Vänersee und den höchste Wasserfall Schwedens, der Njupekärs.

Für alle, die auch einmal die von mir hiermit wärmstens empfohlene Reise nach Schweden machen wollen, hier ein paar Sightseeing-Tipps:

  • Ystad: Nicht ohne Spettkaka abreisen!

  • Karlskrona: Unbedingt das Marinemuseum ansehen, sehr empfehlenswert.

  • Öland: Nach Byxelkrok fahren und die Äcker des Neptun (wunderschöner Felsstrand) besichtigen und nicht den “Langen Erik” (Leuchtturm) ganz an der Spitze vergessen.

  • Gotland: Unbedingt auf die Schafsinsel Farö fahren und die Raukar-Felder von Langhammars anschauen. Die Hauptstadt Visby ist wunderschön mittelalterlich.

  • Stockholm: Wird nicht umsonst “Venedig des Nordens” genannt, eine unglaublich schöne Stadt. Wer den urbanen Teil nicht verpassen will, geht in den hippen Stadtteil Södermalm. Ins Restaurant Bla Dorren gehen und die Elchfleisch Köttbullar probieren, yummy!

  • Mora: Der Campingplatz “Mora Parken” ist sehr zu empfehlen. Nette Hütten, tolle Ausstattung, Sandstrand und nur wenige hundert Meter ins Zentrum. Unbedingt auch Zeit nehmen für einen Ausflug nach Sälen (Wasalauf-Start) und zum Njupekärs-Wasserfall.

  • Vänersee: Muss man gesehen haben, ist einfach riesig und wirkt durch seinen ruhigen Wasserspiegel wie eine Fata Morgana mitten im Weg. Nicht versäumen: Die Wasserschleuse in Haverud, bei dem die Schiffe über ein Aquedukt geleitet werden.
  • Göteborg: Die Werktagsversion von Stockholm – schon schön, aber in erster Linie praktisch und geschäftig. Nicht versäumen: Die Fischhalle bzw. Feskekörka (Fischkirche) und das exzellente “Restaurang Gabriel”. Außerdem gibt es dort Schwedens größtes schwimmendes Museum, das Maritiman. Es besteht aus 19 Schiffen, darunter ist auch ein U-Boot. Für einen Schlaf der anderen Art im schwimmenden Ibis Hotel einchecken.

  • Helsingborg: Auch hier ist das Mittelalter noch sehr präsent, und lockt mit einer schönen Altstadt, außerdem lohnt sich wie in Göteborg ein Spaziergang entlang des Hafens.

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Written by Ronni in: Bewertet | Schlagwörter:, , , ,
Jul
09
2010
0

Beste Wochenreste: Augenweiden

Was ich in den vergangen zwei Wochen an Schönheit gesehen habe, ist nicht zu überbieten. Meine Schwedenerlebnisse (für die es natürlich eines eigenen Eintrages bedarf) waren tägliche visuelle Wunderheiten. Um mich von dem Fakt abzulenken, dass ich nicht mehr im Norden weile, musste ich mir diese Woche besonders viele visuelle Reize zuführen.

Swimming in the Sky
Auch wenn die Strände in Schweden sich optisch nicht vor denen in der Karibik schämen müssen, bei der Wassertemperatur hapert es ein wenig. Der 492×650 Fuss große Outdoor Swimming Pool des Marina Bay Sands Luxushotels in Singapur dürfte dieses Problem nicht haben. Wahrscheinlich kann man sich dort auch vom Smog freikaufen… (via electru)

Neue Weltsicht
Der Blog Fuck you very much versüßt mir täglich den Tag und beweist einmal mehr die Ausdruckskraft von Bildern. Die Posts bestehen nur aus einem Satz zu einem wirklich ausgezeichneten Foto – und das ist alles was es braucht. Ihre Weltsicht besteht aus jeder Menge Sarkasmus mit Coolness on top, wie man unschwer auch an dem untenstehenden Bild sehen kann. (Außerdem sind die beiden Urheber aus Dänemark, durch das man fährt, wenn man nach Schweden will.)

Gewünschte Manipulation
Die Erfindung des Photoshops war die Geburtsstunde des weiblichen Unzulänglichkeitsgefühls. Wie grandios sich so mancher an diesem Programm vergeht, kann man zum Beispiel täglich auf Photoshop Desasters bewundern. Der Tübinger Fotograf Thomas Wuhrer hingegen erschafft in der Verbindung seines fotografischen Könnens und der digitalen Bildbearbeitung kleine Meisterwerke. (via electru)

Das Ende naht
Hier wurde zwar kein Photoshop, dafür aber jede Menge anderes Special-Effect-Zeugs verwendet: Harry Potter geht in die letzte Runde und weil es so schön ist und viel Geld bringt, wurden daraus zwei Teile gemacht. Nichtsdestrotrotz werde ich mir beide mit Freuden, Freunden, Brille und Popcorn anschauen.

Ausgezeichnete Idee: 31 Tage – 31 Bücher
Meine Leidenschaft für Bücher und Listen ist bekannt, umso mehr freue ich mich, dass ich diese Verbindung in einem österreichischen Blog gefunden habe: Unter dem Titel “31 Tage – 31 Bücher” hat Iwona auf ihrem Blog 31 Menschen aufgerufen, täglich ein Buch unter bestimmten Voraussetzungen zu rezensieren. Absolut lesenswert!

Sachen zum Lachen
Was ein Mann dieser Tage so alles sein muss – sie könnten einem fast leid tun. Eine gute Zusammenfassung aller notwendigen Ingredienzien hat dieser Werbespot vollbracht. Genial! (via Susi)

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Jul
08
2010
6

In eigener Sache: Portrait auf Blögger

Ich blogge hier nun seit ein bisschen mehr als einem Jahr und es fehlen nur noch zwei auf den hundertsten Post. Quasi zum Jubiläum hat mich Blögger zu meiner Lieblingsbeschäftigung im Netz befragt, was mich natürlich sehr gefreut hat. Das gesamte Interview findet ihr hier.

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Written by Ronni in: Persönlich | Schlagwörter:, ,
Jun
18
2010
0

Beste Wochenreste: Ich packe meine Sachen und hab’ Rückenwind…

Aus welcher Position startet man am besten in den Urlaub? Aus einer Woche Krankenstand! Nein, Scherz beseite – ich bin froh, dass ich wieder halbwegs fit bin, um morgen mit einer Rundreise durch Schweden zu starten (also nicht wundern, wenn es in den nächsten zwei Wochen hier sehr ruhig ist). Deswegen dreht sich heute AmHochsitz nochmals alles um das Thema Urlaub:

Hotels der anderen Art
Nachdem in Schweden das Jedermannsrecht gilt, versuche ich es in diesem Urlaub nach längerer Abstinenz mal wieder mit Campen – aber immer schön abwechselnd mit einer netten kleinen Pension. Wer die Abwechslung der anderen Art sucht, sollte sich diese Liste der zehn außergewöhnlichsten Hotels der Welt anschauen, die – man glaubt es kaum – von einer österreichischen “Behausung” angeführt werden. (via SabyH)

Das Hobbit-Motel in Neuseeland

Das winzige Unterwasserhotel “Utter Inn” in Schweden (!!)

Balkonien einmal anders
Hier steht man vor dem Henne-Ei-Problem oder etwas mit ähnlichem Kaliber: Wer sich diese Balkone in New York leisten kann, wird seinen Urlaub wahrscheinlich nicht darauf verbringen und vor lauter Arbeit nicht viel Zeit haben, ihn unter normalen Umständen zu genießen. So oder so steigen wir Normalos besser aus, finde ich.

Leopoldstadt goes NY Times
Apropos Balkonien: Es soll ja einige Menschen geben, die mit Freuden nach Wien auf Urlaub kommen. Nach diesem Artikel über meine “Hood”, den zweiten Wiener Gemeindebezirk in der New York Times, möglicherweise noch ein paar mehr.

“Historically, the first and second districts in Vienna were always opposed,” Mr. Eichinger said. “The first district was opera, the second was the waltz. The first was high culture, the second low. Vienna looks so much to the past; but now we’re at the beginning of a new curve.”

Sachen zum Lachen
Der sehr charmante Herr Prinz aka “Die Empfehlungsmaschine” hat hier auf meinem Blog schon sehr oft ausgeholfen, diesesmal kommt das Video der Woche von ihm. Wer das gesehen hat versteht, was es mit der Krise des Euros auf sich hat.

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Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, , , ,
Jun
11
2010
0

Beste Wochenreste: Bildungsweise

Man lernt nie aus, fürs Leben, immer neues, vieles mehr – ich habe zum Beispiel diese Woche wieder eine Menge an neuen und (meistens) netten Menschen kennengelernt und ebenso gelernt, dass man zwischendurch einfach Pausen machen muss, sonst macht dein Körper das für dich. Und weil ich gerade so im Lernen bin, hier meine bildungsreichen Wochenreste.

Wissen ist nicht gleich Information
Allen Menschen, die sich ob der Informationsfülle im Internet Sorgen um die Bildung der Kinder machen, sei dieses Video zu empfehlen. Dietrich Schwanitz erklärt, warum Wissen nicht gleich Information ist und was es zur Bildung braucht (via Netzpolitik):

Social-Media-Drogen
Wer schon das Internet als schweren Eindringling in das geordnete Leben betrachtet, der versteht Social Media noch weniger. Das effizenteste Rezept gegen die Skepsis vor Twitter, Facebook und ihren Freunden ist der Selbsttest – der unter zwei Monaten aber wenig erfolgreich ist. Die Suchtgefahr für Social Media ist nämlich potenziell sehr hoch, wenn man sich mal darauf einlässt! Welche Social-Media-Droge die geeignetste ist, kann man sich hier in dieser feschen Abbildung genauer zu Gemüte führen (via Indiskretion Ehrensache):

Familiendokumente
Wenn aus einem Blog ein Buch wird, dann bekommt ein Blogger Flügel. Bei Philipp Toledano ist das wohl verdient: Sein wunderschöner Fotoblog, in dem er die letzten Tage mit seinem verwirrten Vater dokumentiert, ist nun als Buch erhältlich und hiermit sehr zu empfehlen (via Spreeblick).

Handbuch
Bücher sind wunderschön, keine Frage. Der Brite Jeremy May hat aus einem Frevel eine Tugend gemacht: Er kreiert aus dicken, alten Schmökern Schmuck der so gut ausschaut, dass damit sogar Büchertötungen rechtgefertigt sind. (via Stilsucht)

Kleine Fehler
Tippfehler und falsche Namensnennungen sind ja leider das täglich Brot eines Printmediums. Es gibt  tatsächlich Leser, die jede neuen Ausgabe als Aufgabe sehen, möglichst viele Journalistenfehler zu finden und diese der Redaktion kundzutun. Platzhalter im Layout gehören auch zum täglich Brot, dass man so einen großen Mal übersieht, ist entweder ziemlich fahrlässig oder gewollt extrem lässig (via PhotoshopDesasters).

Sachen zum (Nicht-)Lachen
Zwar ist der Anlass nicht nur nicht zum Lachen, sondern einfach nur eine Schweinerei, aber dieses Video bringt das Verhalten von BP einfach genial auf den Punkt (via Markus):

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Jun
04
2010
1

Beste Wochenreste: Von Kindheitserinnerungen und Urlaubsträumen

Soll ich wirklich noch etwas über das Wetter schreiben? Nein, ich sollte stattdessen einfach Oscar Wilde zitieren: “Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.” Derweil gibt es hier zumindest im Kopf einen Ausflug in schöne Gefilde, sei es Urlaub oder Kindheit.

Zeige Sie mir eine typische Geste
Bereits im Italienisch-Unterricht wurde mir vermittelt, dass meine Gesten anderen Ländern schon gar nicht das gleiche bedeuten müssen. Der ORF-Korrespondent im Nahen Osten Karim El-Gawhary klärt auf seinem taz-Blog nun sehr interessant über orientalische Gesten auf:

Urlaub am Arbeitsplatz
Viele träumen jetzt vom baldigen Urlaubsbeginn, besonders wenn das Wetter in Österreich so gar nicht will. Als Freiberufler hat man ja die schöne Wahl, seinen Arbeitsplatz so gestalten, wie man möchte. Unter dem Titel “Surfing with the sand between my toes” hat sich der Künstler Justin Kemp eingerichtet: (via Luca)

Ohne Füße beim Barcamp
Wie es ist, sich die ganze Zeit sitzend fortbewegen zu müssen – und nicht nur freiwillig ständig vorm Computer zu sitzen – konnte ich beim Barcamp Wien am vergangenen Wochenende ausprobieren. Der sehr charmante Martin Habacher hat mit der Aktion “Barchair” die anwesenden Geeks auf den Rollstuhl gesetzt, sie als Profi durch einen (für Fußgänger völlig unspektakulären) Parcour holpern und danach Fragen beantworten lassen. Bildlich festgehalten schaut das Ganze so aus:

Alle weiteren Videos gibt es hier.

Die Macht der Kinogeher
Beim Barcamp war natürlich auch wieder von der “Macht der Crowd” die Rede. Damit soll jene Stärke bezeichnet werden die sich ergibt, wenn eine Masse von Nerds im Internet gemeinsame Sache macht. Der Internetdienst Mombo.com nützt zum Beispiel Tweets auf der ganzen Welt, um Filme zu beurteilen. Ich finde: 8.000 Tweets pro Tag sind doch deutlich aussagekräftiger als eine Handvoll selbstverliebter Filmkritiker, das haben amerikanische Wissenschaftler hier auch noch bewiesen.

Bist du groß geworden!
Seit einem gewissen Alter erwische  ich mich leider dabei, mich mit den Worten “Bist du groß geworden!” nicht um ein Haar von meinen eigenen Tanten und Onkeln zu unterscheiden. Bin jedesmal wieder entsetzt, wenn mir dieser Satz aus dem Mund flutscht. Vielleicht sollte ich mir als Vorbereitung einfach den Film von JK Keller anschauen, der sich acht Jahre lang jeden Tag fotografiert und daraus ein kleines Filmchen gemacht hat.

Zurück in die Kindheit und retour
Apropos Kindheit: Was haben wir mit Marty McFly mitgefiebert, bis er seine Jennifer (??) – wie war das mit Frauennamen in Filmen? – endlich hatte (sogar als ihn seine Geschichte in peinliches Wild-West-Territorium führte). Der Künstler Nils Guadagnin hat das legendäre Hoverboard jetzt nachgebaut, richtig fliegen kann es aber nicht – Elektromagnete kreieren nur in auf der Ausstellungsfläche das Schwebeerlebnis. (via Engaget)

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Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, , , , ,

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