Rechtzeitig zum 1. Mai gibt es “Am Hochsitz” eine Forderung meiner Arbeitnehmerwenigkeit: Rehabilitation für das Internet am Arbeitsplatz.
Für mich gibt es wenig Unterschied zwischen Job und Freizeit im Internet, ich bin prinzipiell ständig online (Hello Elektrosmog!) und als Journalistin auf der Suche nach guten Geschichten. Natürlich treffe ich auf Facebook, Twitter usw. Freunde und führe private Gespräche – die interessantesten Themen kommen aber nun mal meist genau von diesen Menschen. Umso absurder finde ich den Artikel der Schweizer 20 Minuten “Facebook besucht, Kündigung erhalten”:
Am 13. November 2008 war eine 31-jährige Baslerin mit einer starken Migräne für einen Tag zu Hause geblieben. Eine Woche später zitierte ihr Chef bei der Versicherung Nationale Suisse sie zu sich ins Büro. Dort warteten bereits die Personalleiterin und ein Direktionsmitglied. «Sie teilten mir mit, ich hätte fünf Minuten Zeit, um meine Sachen zu packen und die Firma zu verlassen». Der Chef beanstandete, dass sie während ihrer Migräne Facebook besucht hatte. Sein Schluss: «Wer dies kann, kann auch arbeiten.» Die Angestellte habe angegeben, sie müsse bei Migräne im Dunkeln liegen und könne nicht am Bildschirm arbeiten. «Frau Bär war jedoch im Internet auf der Webseite Facebook aktiv».
Die Verteidigung der Betroffenen:
Sie habe im Bett liegend mit ihrem iPhone aufs Internet zugegriffen.
Internet = Telefon
Für mich ist das völlig logisch und nachvollziehbar. Meine E-Mails während einer Krankheit abzurufen ist für mich dasselbe, wie ans Telefon zu gehen. Und da wird auch niemand gefeuert, wenn er das im Krankenbett macht – noch dazu, weil es sich meist um Anrufe aus dem Büro handelt.
Ebenso verstehe ich die Arbeitgeber nicht, die “privates” Surfen während der Arbeitszeit verbieten – zumindest im Medienbereich wären bei restriktiven Maßnahmen bereits alle ihren Job los (Möglicherweise DIE Chance, um an gute Stellen zu kommen!).
Facebook-Manieren
Was man dennoch bei allen Freiheiten beachten soll (und dabei gehe ich mit der landläufigen Meinung konform): Was du nicht in der Öffentlichkeit sagen würdest, das tue auch nicht im Netz. Wer diese Botschaft gerne in audio-visueller Form vermittelt bekommen will, dem sei dieses amüsante Video (via stylekingdom) zu empfehlen.




