Jul
31
2009
2

Beste Wochenreste: Watch it!

Trotz schönem Wetter gibt es bei mir “Am Hochsitz” diese Woche einen ungewollten TV und Kino-Schwerpunkt. Für die besten Wochenreste habe ich einige audiovisuelle Schmankerln gesammelt, die ich euch schon länger vorenthalte und jetzt endlich aus meinen Fundus hole. Im Web2.0-Sinne alt, aber immer noch gut.

Deadline der etwas anderen Art
Jeder Student und jeder Projektmensch hat sich mit der Dame Deadline bekannt gemacht, ob man per Du oder eher per Sie bleibt, bestimmt die dem eigenen Wesen zu Grunde liegende Arbeitshaltung. Auf alle Fälle jede Menge Arbeit haben sich die Studenten des Savannah College of Art and Design angetan, um dieses Thema via Post-it darzustellen. Sehenswert!

Kirche kabarettistisch
Ein bisschen Zeit dürfte auch der Twitter-Bibelrekord der deutschen evangelischen Kirche in Anspruch genommen haben. Wer sich jetzt wundert, dass ich hier freiwillig etwas Positives zum Thema Glaubensströmungen schreibe, der sollte sich das Werbevideo dazu anschauen. Es ist für Kirchenkommunikation erstaunlich lustig.

Exzellent wienerisch
Im Gegensatz zur Kirche kennt der Wiener im Großen und Ganzen keine Scham. In Form von Stefan Slupetzkys Romanen liest sich das ganz ausgezeichnet. Die Leseempfehlung des besten Herrn Bauer kann ich hier noch einmal weitergeben. Exzellent geschrieben, spannend und echt wienerisch, das sind die Lemming-Krimis. Der erste Band kommt nun bald in die Kinos, ich hoffe das gilt in weiterer Folge auch für den 3. und 4. Band, die mir persönlich am allerbesten gefallen haben. Hier der Trailer:


Sachen zum Lachen

Zum Abschluss noch was fürs Gemüt: Der Standard hat einen Artikel darüber geschrieben, wie Mashable die meist gesehensten YouTube-Videos zu einem Artikel zusammengefasst hat. Hm ja. Der Inhalt ist bestechend einfach und Brachialhumor a la YouTube.  Allen voran zwei dicke Kinder, die sich lächerlich machen, ausreichend bekannt ist auch das dramatische Erdmännchen und der niesende Panda. Was weniger lustig als lässig ist, ist dieser tanzende Herr:

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Jul
29
2009
8

True Blood: Vampirgeschichten für Erwachsene

Ich bin gebissen, infiziert und süchtig – so wie ein Vampiropfer im Normalfall sein muss. Schuld ist die neue amerikanische Serie “True Blood”, die blutsaugertechnisch endlich das bietet, was Filme wie “Twilight” in ihrer ganzen Teeniepracht nicht geschafft haben.

trueblood_posterDass ich ein Freund der leichten Unterhaltung bin, wird hier nicht zum ersten Mal thematisiert. Ich habe alle Harry Potter-Bücher gelesen und auch die Vampir-Schinken rund um das erste Buch Twilight blieben mir zusammen mit tausenden Teenagern weltweit nicht fremd. Man kann über die Bücher sowie die Autorin Stephenie Meyer (die bekennende Mormonin ist, was die Handlung mit kein Sex vor der Ehe erklärt) als feministisches Desaster sehen oder als nette Nachmittagslektüre. Ein vollständiges Desaster war hingegen die Verfilmung des ersten Teils, weil die sexuelle Spannung zwischen den beiden Hauptdarstellern auf den kuhäuigen Schönling (Robert Pattinson) reduziert wurde, der die ebenfalls recht farblose Hauptdarstellerin mit seinem Valiumblick eher eingeschläfert als gefährdet hat. Dafür wird er jetzt als “neuer” Brad Pitt bezeichnet, was mir wirklich schleierhaft ist.

Ganz anders läuft das bei “True Blood“. Die Serie basiert auf der Sookie-Stackhouse-Buchreihe von Charlaine Harris und wurde von Alan Ball (American Beauty, Six Feet Under) fürs TV umgeschrieben. Sie ist (wie es bei Spreeblick so trefflich beschrieben wird) “schmutzig, blutig, fies, gefährlich, sexy”. Davon selbst überzeugt hab ich mich vergangenen Abend bzw. Nacht. Alleine die erste Staffel ist so gut, dass ich vor lauter Spannung fast aufs Schlafen vergessen habe. Der Inhalt via Spreeblick:

True Blood spielt in der fiktiven Kleinstadt Bon Temps im nicht so fiktiven Louisiana und in einer Welt, in der Vampire existieren, vor kurzer Zeit ihr Coming Out hatten und seitdem um ihre gesellschaftliche Anerkennung kämpfen. Japanische Wissenschaftler haben synthetisches Blut als Nahrung für die lebenden Toten erfunden und so kippen menschliche True-Blood-Charaktere in der Kneipe neben Vampiren einen Drink oder verlieben sich gleich in sie.

Was in den ersten sechs Folgen bisher zu sehen ist: Eine amerikanische Serie – weit ab von der Glitzerwelt Manhattans – die auf Fantasyweise die Geisteshaltung der Menschen im tiefsten Süden der US of A thematisiert: Falsch verstandene Religiosität gepaart mit jeder Menge Vorurteilen, Machismus, die Unfähigkeit zu kommunizieren vereint in rauen, schwitzenden Männern mit schmutzigen Gedanken. Ein bisschen platt könnte man die Platzierung von Hauptdarstellerin Sookie Stackhouse empfinden, die als blonder, schweißloser Engel mit telephatischen Fähigkeiten auf den dunklen, gefährlichen und unglaublich scharfen Vampir Bill Compton trifft. Was da zwischen den beiden sprüht, ist statt Valium ein gesamtes Kokainlager inklusive Feuerwerk. Ein kleiner Vorgeschmack bietet der Vorspann inklusive passender musikalischer Untermalung (Titelsong: “I wanna do bad things to you”) :

P.S.: Soweit ich weiß, gibt es bei den diversen österreichischen bzw. deutschen TV-Vereinen noch keine Anstalten, die Serie in nächster Zukunft auszustrahlen.

Fotocredit

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Jul
24
2009
6

Beste Wochenreste: Barack, Harry und der twitternde Affe

Endlich kann ich wieder meine Zeit damit verbringen, sinnvoll das Internet zu durchqueren und meine schönsten Fundfrüchte hier am Blog darzubieten. Heute gibt es wieder ein kleines Geekorama von Facebook über Twitter bis zu YouTube.

Auf Facebook mit Silvio, Barack und Mahmud
Wer sich in Facebook noch unter Studenten wähnt, der hat sein Profil seit einiger Zeit nicht mehr besucht. Von Business-Partner bis zu Onkeln und Tanten offenbart einem jeder mehr oder weniger viel aus dem Privatleben. Da ziehen natürlich auch die Mächtigen der Welt nach, so meint zumindest die Süddeutsche Zeitung und hilft Barack Obama, Silvio Berlusconi und Mahmud Achmadinedschad schon mal im Vorhinein bei der Erstellung der Profile. Genial! Am besten hat mir Achmadinedschads Profil gefallen, zum anständig Lesen einfach draufklicken.

mahmudDer twitternde Affe
Manchmal frage ich mich das bei Angestellten diversen österreichischer Zeitungen auch, aber die brasilianische Staatslotterie hat einen echten Affen für ihre Schreibarbeit engagiert. Dabei geht es um ein Onlinespiel, bei dem man Wetten kann, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Affe “Jimmy” den jeweiligen Namen tippt. Seine Versuche werden auf Twitter veröffentlicht.  Die Wahrscheinlichkeit, dass Jimmy meinen Namen twittert, liegt übrigens bei 282.429.536.481. Wer das auch mit seinem Namen probieren will, bitte hier entlang. Gefunden habe ich diese Kurosität bei Norbsi, was mich irgendwie auch nicht wundert! ;)

Wer sich das Thema Twitter noch einmal von prominenter Seite wunderbar witzig erklären lassen möchte, ist bei diesem YouTube-Video von Kevin Spacey und David Lettermann gut aufgehoben:


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Jul
23
2009
3

Was man nicht beeinflussen kann: Das Wetter und die ÖBB

Nachdem ich gestern statt veranschlagten 3:39 Stunden nach Schladming fast fünf Stunden im Zug gesessen bin, gibt es neben Beamen viele Sachen, die ich mir wünsche – auch von der ÖBB. Gänzlich bedingungslos bin ich dagegen beim momentanen Wetter: heiß, sonnig, genial!

smileSchienenersatzverkehr, rappige Waggons, kein W-LAN, keine Steckdosen, keine Sitzplätze, keine Klimaanlage – diese Liste fällt mir spontan ein, wenn ich an die ÖBB denke. Zumindest was mein Fahrerlebnis gestern angeht, ich habe auch schon besser Zeiten mit der heimischen Bahn erlebt. Wenn dann auch noch grantiges Personal quasi der Zuckerguss der gesamten Expedition ist, dann wünsch ich mir manchmal Zustände a la Tokio – hart, aber herzlich:

Mehr als 500 Mitarbeiter der Keihin Electric Express Railway sind dazu verpflichtet, täglich vor Arbeitsantritt Scans von ihrem Gesicht anzufertigen und darin ihre gute Laune zu präsentieren. Damit soll die Freundlichkeit sichergestellt werden. Überprüft wird das Lächeln von einer eigenen “Smile Police”, berichtet die japanische Zeitung Mainichi Daily News.

Nach dem Scannen beurteilt der Scanner den “Freundlichkeitsgrad” auf einer 100-teiligen Skala, die das gesamte “Lachpotenzial” des Betreffenden abgespeichert hat. Jene, die unter einem gewissen Wert sind, werden vom Computer zu einem freundlicheren Gesicht aufgefordert. Urteile wie “Sie sehen immer noch zu ernst aus” oder “Heben sie ihre Mundwinkel an” deuten darauf hin, dass es immer noch ein wenig freundlicher gehen kann. (Quelle: derStandard.at, Foto: Flickr)

Wetterbeschwerden
Vom Beschwerden bin ich noch weit weg, wahrscheinlich weil es die ÖBB geschafft hat, diesen Standard seit vielen Jahren zu halten und ich so und so nichts Besseres gewohnt bin. Andere Menschen beschweren sich dagegen schnell und oft und manchmal läuft dabei auch ein Tonband mit. Wie amüsant das für jemanden klingt, der in dieser Ansprache nicht adressiert ist, hört ihr bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). (Zwischentrag: Warum sich zur Zeit alle über die heißen Temperaturen beschweren, kann ich aber prinzipiell nicht wirklich nachvollziehen.)

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Jul
23
2009
2

Harry Potter und die Journalistenmeute

Zur Vorpremiere in einen Saal voller schwitzender Teenager zu quetschen, zeugt meinerseits eindeutig von einem gewissen Faible für die Zauberwelt  rund um Hogwarts. Die Verfilmung von  “Harry Potter und der Halbblutprinz” hat mich weder vollkommen enttäuscht, noch mitgerissen. Eine richtig gute Kritik zum Film sucht man in österreichischen Zeitungen aber vergeblich.

harry_potter_und_der_halbblutprinz_teaserDen Umstand zu beschreiben, mit dem ein Besucher nach einem bestimmten Film aus dem Kino kommen wird – das soll eine Filmkritik im besten Fall. Von den Kulturkritikern österreichischer Zeitungen kann man sich das beim Beispiel neuer Harry Potter-Film nicht erwarten: Erstens haben die meisten das Buch nicht gelesen (was man aber mit dem Zeitaufwand auch niemandem verübeln kann) und zweitens (was der wichtigste Grund ist) ist es ihnen zwar zu trivial, aufgrund der Massenfreude darüber kommt aber kein Journalist daran vorbei. Es folgt dann eine Kritik, die schon im Vorhinein als negativ intendiert wird.

Außerhalb der österreichischen Gemüter liest sich das ganz anders:  Hier in der renommierten deutschen Zeitung “Die Zeit” merkt man richtig, dass sich der Autor mit dem Werk beschäftigt hat und es mit dem richtigen Ernst betrachtet. Der Abschlussabsatz beschreibt den Film daher perfekt:

In früheren Büchern fing der Weg nach Hogwarts im Londoner Bahnhof Kings Cross auf dem Bahngleis 9¾ an: Hier berührt sich die Zauber- mit der Muggelwelt. Bekanntlich wird das Gleis 9¾ nur sichtbar, wenn man ein Zauberer ist und mit Karacho gegen einen bestimmten Pfosten rennt. Für Muggel tut es sich nicht auf, und so ist es mit dem ganzen Film. Er beschwört die Zauberwelt, er zieht an den Strippen ihrer Protagonisten, und sie bewegen sich wie echte Menschen. Kein Funke springt über. Dieser Film ist ein Muggelfilm.

Fotoquelle

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Jul
17
2009
6

Pig in a Poke: Katze/Tiger im Sack

Die österreichische Web-o-sphäre hat ein neues Spielzeug: den Poken. Ein ziemlich kindisches Ding, aber wer schon mal die leuchtenden Augen eines Geeks mit seinem neuen Gadget gesehen hat, fragt sich nicht, warum auch dieses kleine Networking-Gerät gefällt.

poken_digitalksFoto: Digitalks/Karola Riegler

Visitenkarte in Spielzeugformat
Was steckt dahinter? Eine ID, die auf einem RFID-Chip gespeichert ist, wird durch Berührung mit anderen Poken weitergegeben. Als USB-Stick mit dem Computer verbunden, kann man mit dem Poken auf der Website www.doyoupoken.com seine Daten (Name, Adresse, E-Mail, Foto, Social Networks etc)  zu einer Art elektronischen Visitenkarte zusammenfügen. Diese wird dann von den gesammelten Kontakten abgerufen. Die besonderen  Datenschutz-Freunde registrieren ihren Poken noch bei www.pokenvision.com und sehen sofort, welche Spielzeug-Besitzer in der Nähe sind.

Die Idee ist genial, besonders weil man sich zum Beispiel bei einer Konferenz oder einem Networking-Termin – wie gestern dem Blogtail – nie und nimmer die Namen aller Gesprächspartner merken kann. Meistens reicht es nur bis zu den Gesichtern, und die findet man auf einer Visitenkarte so schwer. Nur die Verpackung selbst ist ein wenig gewöhnungsbedürftig: So lernt man vermeintlich erwachsene Menschen kennen, die mit Gespenstern, Ninjas, Pandas und Bienen um den Hals das dringenden Bedürfnis haben, ihr Spielzeug mit deinem bekannt zu machen.

Lass uns poken!
Seit dem gestrigen Blogtail – bei dem ich als eine von drei glückliche Pokengewinner gezogen wurde – trage ich nun einen solchen in Tigerform spazieren. Ich muss schon zugeben: In einer Runde, bei der Mehrheit dieses Kleinod um den Hals trägt, zahlt sich der Besitz eindeutig aus und macht auch Spaß. Den Einstiegsatz in jedes Gespräch hat man zumindest schon mal parat: “Lass uns poken!” sagt da mehr als tausend Worte.

poken

Auch wenn ich zunächst etwas skeptisch war, hab ich mich mit meinem kleinen Tiger bereits jetzt angefreundet (Wenn ich schon kein iPhone mehr hab!). Nachdem ich es bisher verabsäumt habe, mir Visitenkarten zu drucken, bin ich damit zumindest in der Wiener Web-o-Sphäre gut aufgehoben.

Mehr zum Thema Poken und meinem Poken-Spender Luca gibt es bei der ORF-Futurezone, über den Blogtail hat der sehr amüsante Wirtschaftsblatt-Redakteur Stefan hier geschrieben.

Erklärung zur Überschrift: “To buy a pig in a poke” ist gleichzusetzen mit dem deutschen “die Katze im Sack kaufen”

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Jul
16
2009
15

Das iPhone und ich: Die Abrechnung

Die letzten Stunden zwischen mir und dem iPhone nahen (heute muss ich es wieder zurückgeben) und ich merke eine kaum gekannte Melancholie bei dem Kleinen. Wahrscheinlich gibt es sehr selten jemanden, der sich so mit ihm so ausgiebig beschäftigt hat. Ich bleibe aber beinhart und rechne ab, zumindest in einer Pro und Contra-Liste – die wird ja gern empfohlen, wenn man vor einer schweren Entscheidung steht.

iphone_undichFoto: Daniel Gebhart de Koekkoek

PRO:

  • Klein-Büro: Für mich als Freiberufler wirklich unglaublich praktisch. Ich habe alle E-Mail-Konten meiner verschiedenen Projekte gesammelt habe, das iPhone bereitet mich zudem mit einem kleinen “Bling” auf etwaige elektronische Briefleins vor. Auf diversen Wochenend-Reisen muss ich jetzt mein Notebook nicht mehr mitschleppen, zumindest was Anfragen per Mail und kurze Recherchen angeht.
  • Vorzügliche Zeiverschwendungsmaschine: Wie schon in den vergangenen Posts festgestellt bräuchte ich mit dem iPhone vor langen U-Bahnstrecken nicht mehr zurückschrecken. Mit Internet, eBooks, Musik, Videos und Spielen ist man wahrlich gut ausgerüstet.
  • Nulltarif-Shoppen: Der App-Store, da sind sich wahrscheinlich alle einig, ist sicherlich das Beste am iPhone. Soviele intelligente, dumme, sinnvolle und sinnlose, verrückte und lustige kostenlose Anwendungen, die einem das Gerät versüßen, gibt es sonst nirgendwo. Meine Favorites sind eindeutig Deezer, Adidas Urban Art, Around me und Shazam.
  • Bedienbar von Wiege bis zur Bahre: Ein Familientest hat das eindrucksvoll bewiesen. Meine drei bzw. achtjährigen Nichten konnten das Gerät sofort bedienen, auch meine Eltern waren sofort am Tipseln.
  • Coolness-Faktor: Ein iPhone ist einfach sowas von stylish, das muss sich wohl jeder eingestehen. Auch wenn es jetzt zum Beispiel in der Wiener U-Bahn in jedem Wagon mehrere Apple-Besitzer gibt, das Gerät zieht nach eigenen Feldversuchen immer noch viele Blicke auf sich.
  • Freisprech: Nachdem ich ständig mit Kopfhörern bzw. Musik in den Ohren unterwegs bin, finde ich es sehr praktisch, dass im Kabel direkt ein kleines Mikrofon eingebaut ist.

CONTRA:

  • Sprachsteuerung: Ich hab wirklich einige Zeit damit verbracht, meinem iPhone mitzuteilen, dass er jetzt bitte Peter anrufen oder “The Strokes” spielen soll. Ohne Erfolg. Beim Mobileblogger-Stammtisch wurde mir dann erklärt, dass man sich dafür extra Zeit nehmen sollte und rausfinden, in welcher Lautmalerei das Gerät die einzelnen Namen gerne haben möchte. Pingeliger als die Franzosen möchte man meinen!
  • Tastatur: Auch nach drei Wochen hab ich noch so meine Probleme, jederzeit die richtigen Tasten zu erwischen (auch ohne Wurstfinger). Auch die Copy-and-Paste-Funktion und ich wurden noch nicht so richtige Freunde. Eine richtige Tastatur wie beim G1 oder N97 liegt mir da schon eher.
  • SMS: Vielleicht ist es reine Gewöhnungssache, aber die Apple-User sind anscheinend keine SMS-Schreiber. Das dazugehörige Programm ist relativ lieblos und unübersichtlich aufgebaut, außerdem sagt es einem nicht, ob man jetzt in einer Schreibwut eins, zwei oder gleich drei SMS verbraucht hat (bei diesen Tarifen nicht unwichtig!)
  • Apps: So lässige Anwendungen es auch gibt, bei den essentiellen Versionen wie zum Beispiel der Facebook-App oder Xing fehlt es an allen Ecken und Enden. Dafür kann Apple zwar nichts, es ist aber dennoch lästig.
  • YouTube: Auch etwas, wofür Apple nichts kann, was aber dennoch stört: YouTube konvertiert die Videos am iPhone so sehr, dass man bei schlechter Qualität (was dort ja nicht selten ist) nur mehr Pixel zählen kann.
  • Empfangsprobleme: Nachdem ich mit meinem Nokia über Telering auch das T-Mobile-Netz nutze, weiß ich, dass es nicht am Netz liegen kann. Somit ist bewiesen: Mit dem iPhone hat man eindeutig  Empfangsprobleme. Was doch an T-Mobile liegt: Es gibt zwar eine Applikation für Skype, es ist aber per Netzbetreiber verboten, mit dieser zu telefonieren. Welchen Sinn hat das dann noch?
  • Bluetooth: Aus “Hackerschutz-Gründen” kann das iPhone via Blueetooth nicht mit dem PC synchronisieren. Find ich ziemlich lächerlich und ist eine völlig unnötige Restriktion.
  • Ersatz- bzw. Zusatzteile: Was mich bei Firmen wie Apple maßlos aufregt: Ein Autoladegerät, das ich für meinen iPod gekauft habe, funktioniert für das iPhone nicht. Dabei handelt es sich eigentlich um den gleichen USB-Anschluss. Ich müsste mir dafür jetzt extra ein eigenes Ladegerät für das iPhone kaufen.
  • Akku: Dieses Argument hat wahrscheinlich schon jeder Blogger gebracht, aber jeden Abend aufladen ist einfach nicht lustig.
  • Internet und Telefonieren: Gleichzeitig telefonieren und im Internet surfen geht nicht. Was logisch ist, weil es sich ja um dieselbe Datenverbindung handelt, was ich mir aber trotzdem wünschen würde.

Nach mathematischen Berechnungen spricht eigentlich die Mehrheit gegen das iPhone. Auch der Kostenfaktor ist nicht ganz unentscheidend: Im Endeffekt sind mir nahezu 40 Euro pro Monat für den billigsten Tarif plus 149 Euro einmalig für das iPhone selbst zuviel. Aber ist es nicht meistens so, dass diese Pro und Contra-Listen nach dem Aufstellen im Müll landen und der Bauch entscheidet? Mal schauen, abwarten und Eistee trinken…

P.S.: Danke an das Team von Ambuzzador für die drei Geek-Wochen im Zuge von Mobileblogger.

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Jul
14
2009
5

Austrias Next Facebook Friend

Die iPhone-Aktion geht dem Ende zu (wieviele von euch atmen erleichtert auf?) und ich mache am Hochsitz wieder Platz für die wirklich interessanten Themen abseits der Daily Geek Show. Zum Beispiel, dass ich am Montag an Austrias Next Facebook Friend (ANFF) teilgenommen hab.

Ins Leben gerufen hat das ein äußerst talentierter wie sympathischer Fotograf mit dem klingenden Namen Daniel Gebhart de Koekkkoek. Ganz im Sinne des Webs hat er seinem 500. Facebook-Freund einen Hausbesuch zugesagt. Mit zielgenauer Nicht-Berechnung hat mich dieser Titel erreicht und Daniel hat Peter und mich im Hause Höfhofer besucht. Was dabei rausgekommen ist, seht ihr hier.

Was ich vielleicht noch anmerken sollte: Nie mehr Model-Verarsche (oder zumindest weniger). Ich bin ja sowas von nicht fotografierwillig und das ist ziemlich schwer, sich von einem Profi inklusive Kamera nicht einschüchtern zu lassen…

eingang

Mit unserem Hauseingang fängt die Serie an, alle weiteren Bilder findet ihr bei Daniel Gebhart.

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Jul
06
2009
2

Fernweh auf iPhone-Niveau

Das Fernweh packt mich zurzeit im 5-Minuten-Takt, besonders wenn die Sonne in Wien die Gassen bäckt und sich keine Nasenspitze aus dem Fenster wagt. Mein Sommerurlaub ist aber leider wegen unterschiedlicher Projekte auf Oktober verschoben, bis dahin tu ich mir selbst nichts Gutes und mache mir mit dem iPhone und seinen Urlaubsapplikationen Lust auf Wienflucht.

lonelyplanetWas wenn nicht ein mobiles Device ist dazu prädestiniert, auf kleinen und großen Reisen den Führer zu spielen. Einige dieser Programme für das iPhone sind bereits bekannt und wurden auch bereits an anderer Stelle vorgestellt, wie zum Beispiel Tripwolf, Quando oder Wikitude. Sehr praktisch, wenn auch manchmal etwas ungenau, ist die Applikation von Qype, die mit Hilfe von User Generated Content angibt, welches Restaurant oder Bar sich gerade in der Nähe befindet und wie empfehlenswert das Einkehren in diese ist. Was für mich ernsthaft eine Investition wert wäre – Gesetz den Fall ich erliege dem Charme des iPhones – ist der Lonely Planet City Guide für ds iPhone. Mit heißen 12,99 Euro für Reiseführer von Paris bis Bangkok ist das ungefähr der Preis der büchernen Ausgabe. Entspricht die App aber auch wirklich eins zu eins dem Papierpendant, wären die Sightseeing-Trips auch für mein Kreuz der reinste Urlaub.

Lehrstück Adidas
Der Bobo-Schuhfabrikant Adidas hat sich eine wirklich extrem gute App einfallen lassen, die man eigentlich als Lehrstück für richtig verstandenes Marketing im Web zitieren könnte. Der “Adidas Urban Guide” zeigt kostenlos und leider nur in Berlin auf einer Karte Paintings, Graffiti und Co. in Hinterhöfen, Hausfluren oder Zäunen und beschreibt diese urbanen Kunstwerke und ihre Bedeutung. Man kann sich sowohl eine eigene Tour durch die Straßenkunst zusammenstellen lassen oder sich in der Gallerie die schönsten Stücke herauspicken. Diese App ist meiner Meinung nach eine sehr gelungene junge Adaption des oft schon in die Jahre gekommenen Reiseführers.

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Kurioser Bauchladen
Woran ich ja beim App-Store eine besondere Freude habe sind die ganz kuriosen Anwendungen, wie zum Beispiel  der charmante Reiseführer “Travel-To Iraq” um 0,79 Euro. Was man dort als Ergänzung sicherlich nicht braucht (und auch nirgendwo anders), ist der McDonalds-Filial-Finder um 1,59 Euro. Ich bin mir nicht sicher, welcher weltoffene Mensch diese Applikation programmiert hat. Es ist wahrlich kein Kunststück, in jeder Stadt mit der Nase direkt in einen der Fast-Food-Tempel reinzufallen, ohne dass man danach sucht. In dieselbe Kategorie fällt da eigentlich auch der “Beer me!”-Finder, obwohl mir das für richtig gutes Bier schon einleuchten würde. Der Meinung scheinen aber leider nur die Amis zu sein, denn in Wien funkioniert dieser kostenlose Dienst nach einem Feldversuch nicht.

Mcdonaldfinderbeerme

Dringlichkeitsfinder
IMG_0076So ein Urlaub beinhaltet auch einige weniger nützliche Begleiterscheinungen, wie zum Beispiel Sonnenbrand oder die Suche nach geeigneten Hygienestätten. Wie viele Beziehungen wohl auf Reisen schon auf die Probe gestellt wurden, weil die WC-Frequenz der beiden Geschlechter sich teilweise ganz frappant unterscheidet? Vielleicht ist gerade daraus der “Toiletten-Finder” für das iPhone entstanden, wer weiß? Ein österreichisches Paar war schon einmal sicher nicht der Ideengeber: Würde ich der Applikation in Wien vertrauen, müsste ich mindestens 1,3 Kilometer zur nächsten Erleichterungsstätte hoppeln.

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Jul
02
2009
3

Play That Funky Music White Boy!

Das iPhone ist eine vorzügliche Zeitverschwendungsmaschine – noch nie waren freie Minuten, Stunden, Tage und U-Bahnfahrten so kurz. Mit der richtigen Hintergrundmusik wird es dann so richtig beschwingt. Deswegen geht es im heutigen Eintrag rein um die schöne Muse.

Apple-Shop Eigenheim
Bezüglich PC schwimme ich schon immer mit der Microsoft-Masse, bei meiner Musik vertraue ich aber Miele-gleich seit vielen Jahren Apple. Dass wir im eigenen Heim unbewusst einen Apple-Shop führen, ist uns aber auch erst mit der Mobileblogger-Testaktion aufgefallen.  Wie viele Apple-Geräte nach einer Nachdenk- und Suchphase in einem Zwei-Geek-Haushalt auftauchen, ist nicht mehr normal:  Zwei iPod-Shuffle, zwei iPod Nano, ein iPod Touch, zwei Docking-Stations und zweimal Anschlusskabel für die Stereoanlage. Für die Zeit von drei Wochen kommen jetzt auch noch zwei iPhones dazu.

CIMG5434Was in dieser Hinsicht tröstlich ist: Wenn ich das Gerät nach der Testphase zurückgeben muss, wird der Schmerz durch das Apple-Museum Klanggasse sicher gelindert werden. Die Musikabhörfunktion im iPhone unterscheidet sich natürlich nicht (blöd wäre Apple) von jener in den iPods. Außer natürlich, dass ich mich jetzt ENDLICH nicht mehr entscheiden muss, welche Lieder der Stereophonics ich meinem Ohr täglich zuführe. Ich lage einfach alle sieben Alben auf die feschen 16 GB Speicherplatz. Was beim iPhone auch beim Thema Musik den großen Unterschied macht, sind die Applikationen oder Anwendungen. Da hat der App-Store auch wieder einige Schmankerl aufzuweisen:

Shazaam
IMG_0064Nachdem ich den etwas kruden Ehrgeiz habe, jedes Lied, dass aus Kaffeehauslautsprechern, Autoradios und TV-Spots erklingt, sofort mit Titel und Band einordnen zu müssen, ist das eindeutig meine Lieblingsapplikation. Auch meine Freunde freuen sich sicherlich, weil ich ein Gespräch jetzt nicht mehr mittem im Satz beende und mir verzweifelt das Gehirn zermartere, wie denn dieser Song nun wieder heißt. Des Rätsels Lösung: Shazaam! Dabei handelt es sich um einen Musikidentifikationsdienst, der einmal an den Lautsprecher gehalten rund acht Millionen Lieder erkennt und diese Information mit dem iPhone-Nutzer teilt. Genial! Meine bisherigen Tests ergeben: Von der Populärkultur bei FM4 bis zu alten Hadern wie Chopin findet Shazaam die Urheber spielend, nur bei Naked Lunch mit jeder Menge Hintergrundgeräusche am Donauinselfest musste mein Sesam-öffne-dich-Dienst leider passen.

Deezer
Reiht sich in die geniale Applikationen-Reihe gleich neben Shazaam ein und beendet ein weiteres Dilemma: Das der Überdrüssigkeit. Er eignet sich am besten, wenn man seine Lieblingsalben bereits bis zum Erbrechen gehört hat, aber weder selbverliebten Musikkritikern noch überforderten Saturn-Lehrlingen glauben schenken will. Die Lösung ist das Deezer “Smart Radio”: Man gebe z. B. (zur Abwechslung) “Stereophonics” ein und das schlaue Programmchen spielt dann Musik, die den Stereophonics ähnlich ist. Der ein oder andere Ausreißer mag dabei sein, aber prinizipiell funktioniert das sehr gut. Daneben verfügt die Applikation auch über einen ganz normalen Musikabhördienst. Wer also gerade Lust auf ein spezielles Lied hat und es nicht per iPod parat hat, wird bei Deezer fündig (Solange es sich nicht um osttibetanische Morgengebetsgesänge handelt, würde ich einmal sagen).

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Radio
IMG_0071Altmodisch, aber auch weiterhin praktisch sind Radio-Applikationen am iPhone: Besonders dann, wenn Herr Radiokollege Gratzer in der FM4-Morningshow assistiert und ich schon aus dem Haus muss. Genau dann begleitet mich der FM4-Livestream auch in der U-Bahn. Die gleichen Anwendungen gibt es meines Wissens auch für diverse österreichische Radiostationen ( Ö3, Radio Superfly, Radio Energy etc.) sowie ihre deutschen und englischen Pendants.

Pink und Nine Inch Nails
Auf den iPhone-Hype springen natürlich auch die Marketingheinzis der Stars auf: Im App-Store finden sich  Anwendungen von Pink und den Nine Inch Nails (NIN). Trent Reznor hat sich am meisten Mühe gegeben, in der Applikation gibt es nicht nur die neuesten Nachrichten rund um die Band, sondern auch jede Menge Musik, You-Tube-Videos der Konzerten, Fotos und wirklich schöne Wallpaper zum Download. Außerdem kann man in den umliegenden 50 Kilometern nach NIN-Fans via Twitter-Einbindung  suchen. Weitaus weniger spannend ist da die Pink-App:Musik anhören geht ohne glühende Kreditkarten schon einmal gar nicht, auch die Videos enden bereits nach 30 Sekunden. Klickt man auf den Nachrichten-Stream, wird man sofort aus dem Programm geschmissen. Selbst die Interviews lassen zu wünschen übrig: Welches Eis Pinks Lieblingssorte ist, hat mich gar noch nie interessiert.

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Written by Ronni in: iPhone | Schlagwörter:, , ,

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