Beste Wochenrechte: Gutes der Woche

In: Beste Wochenreste
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Der Freitag eignet sich perfekt als Resümee- oder Fazittag. Auf der heutigen Menükarte stehen gute Informationshappen (das Wort „Reste“ kommt nicht auf den Teller) der vergangenen Woche.

Gedruckte Blogs
Online zu Print und nicht umgekehrt: Medienlese berichtet über das „The Printed Blog“-Magazin, dass auf acht Farbseiten ausschließlich Webinhalte abdruckt und auch auf das Blogeinnahme-Konzept setzt .

Sechs Ausgaben sind bereits erschienen. Blogger erlauben die Nutzung ihrer Inhalte und hoffen auf einen Anteil an den Werbeeinnahmen, Fixkosten für Autorentexte gehören damit der Vergangenheit an. Verteilt wird The Printed Blog derzeit in gerade mal drei amerikanischen Metropolen an wenigen ausgewählten Orten, weswegen wohl vor allem die PDF-Online-Ausgabe viele Leser haben dürfte.

Ich halte viel von solchen Projekten (ähnliche Formate starten bald auch in Deutschland und der Schweiz). Es gibt Unmengen interessanter Blogeinträge, die besser geschrieben und recherchiert sind, als so mancher Zeitungsartikel. Mehr davon!

In der Gosse
Meine vorherige Aussage unterstützt auch die „Zeit“ mit dem Artikel „Der nationale Hang zur Gosse“, dessen Titel eigentlich schon den Grundtenor vorgibt. Er ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie man Schreckliches in wunderschöner Schreibe unterbringt. Hier einige Kostproben:

Entwickelte Demokratien besitzen anspruchsvolle Medien und Diktaturen miserable. Und Österreich eben österreichische.

Gegenwärtig ist journalistische Qualität allerdings nur mehr in Spurenelementen zu finden und dann meist in einsamen Nischen, in denen merkwürdige Außenseiter hausen.

Wahrscheinlich kann journalistische Qualität gar nicht nach absoluten Kriterien exakt bemessen werden. Es verhält sich damit vielmehr ähnlich wie mit der Armut. Die ist ein relativer Begriff. Ein österreichischer Notstandsempfänger würde vermutlich im Kosovo als gemachter Mann angesehen werden. Es bedarf daher auch keines sonderlichen Aufwandes, um sich in der österreichischen Medienszene von dem großen Rest abzuheben.

Blog-Todsünden und Twitter-Tools
Wer sich nach dieser depremierenden Lektüre aufs Bloggen konzentrieren will, der kann sich hier Tipps holen, wie man es nicht machen soll: „Die 7 Todsünden des Bloggens“. Themen um den Blog zu füllen, gibt es zu Hauf in der „Linkschleuder“ Twitter. Dazu passend empfehle ich die Lektüre von „99 Essential Twitter Tools and Applications“ . Für Geeks ein reines Fest!!

Sinnentleertes Ende
Der völlig sinnentleerte Tipp der Woche kommt natürlich zum Schluss. Diesmal ist es eine Website, deren einziges Ziel das ist: „What does 200 Calories look like?“


Veronika

Veronika Höflehner ist freie Journalistin und Autorin, die es vor zwei Jahren in die Berge verschlagen hat. Neben interessanten Fundstücken aus dem Netz findet man hier Texte zu ihrem Leben als Stadtmensch in den Schladminger Tauern.


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12 comments

  • cdw

    20. März 2009 at 13:49

    ad printed blogs: super idee, aber: es wird in blogs auch sehr viel müll verbreitet. und das mit dem citizen journalism kannibalisiert den eigenen stand. da bin ich dagegen. zu wos hamma studiert?

    ad zeit-artikel: selbsgerecht, von oben herab. das hinhacken auf österreich ist zum kotzen, die argumente fadenscheinig und die sprache, mein gott, das kann ich schon lange. aber auch diesen überbezahlten zeit-bonzen werden sie schon noch einsparen.

    Antworten

  • Ronni

    20. März 2009 at 17:38

    manchmal glaub ich zu gar nix! na, scherz beiseite: ich halte es eher nicht damit, was wer studiert hat, sondern ob er schreiben kann. für mich sind blogs jetzt schon gleichberechtigte info-quelle. ich hab schon genug in reds gesehen….das wäre dann auch gleichzeitig meine meinung zum „zeit“ artikel! 😉

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  • cdw

    20. März 2009 at 17:41

    naja naja, verstehe, aber ganz so is es auch wieder nicht… immer glauben alle, sie „können“ journalismus… ein laie würde hingegen nie auf die idee kommen, einen offenen unterschenkelbruch zu operieren…

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  • Ronni

    20. März 2009 at 17:42

    DAS ist ja auch komplizierter und erfordert ein längeres Studium würd ich mal sagen…

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  • cdw

    21. März 2009 at 11:22

    ja, vielleicht. aber grundsätzlich erfordert beides fachkenntnisse – zumindest dann, wenn so etwas wie qualität dabei herauskommen soll… ich würd mir in der ganzen medienbranche ein bissl mehr selbstvertrauen wünschen…

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  • Ronni

    21. März 2009 at 17:19

    Naja, das ist ja der Grund, warum so viele Journalisten werden: Weil sie kein Selbstvertrauen haben und sich eins erschreiben wollen. Das ist zumindest oft meine Beobachtung. Aber es soll auch solche geben, die wirklich gerne schreiben… ;)))

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  • Johanna

    22. März 2009 at 20:13

    beim unterschenkelbruch geb ich dir recht, ronni. und nach dem langen studium muss man auch erst mal das operieren lernen, aus büchern lernt sich das nämlich nicht.

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  • Ronni

    24. März 2009 at 16:14

    Das glaub ich dir als Ärztin jetzt einmal ungeprüft! 😉

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  • brigitte

    24. März 2009 at 23:45

    stimmt, schreiben kann ja jeder – habe ich schon oft gehört. ihr armen journalisten.
    erinnert mich auch daran, dass sich jeder als experte für geschlechterpolitik fühlt, weil er oder sie ja ein geschlecht hat :)
    außerdem ist jeder bildungsexperte und fußballtrainer.
    muss ein gutes gefühl sein, wenn man montanmaschinenwesen studiert hat – wer kann da schon mitreden?

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  • Ronni

    25. März 2009 at 11:50

    *g* gefällt mir! denke bereits über einen zweiten bildungsweg als technische chemie-expertin oder so nach…

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  • cdw

    25. März 2009 at 12:00

    ad ronni: ziemlich böse, aber treffsicher, deine analyse… lese ich da heraus, dass du dem journalismus langfristig pfiatigod gesagt hast?

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  • Ronni

    25. März 2009 at 12:05

    Nein, überhaupt nicht! Ich such mir nur den Platz, der für mich passt… das feld ist ja zum glück groß! :)

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