Genauso wie den Besuch im Museum, liebe ich das darauffolgende Stöbern im Museumsshop. Bei meinem Ausflug nach München vergangene Woche konnte ich natürlich nicht an der Pinakothek der Moderne vorbei – sie ist ja schon durch ihre Architektur alleine sehenswert. Im Shop ist mir dann das Buch “Wall and Piece” des genialen Graffiti-Künstlers Banksy in die Hände gefallen, für das ich hiermit eine absolute Empfehlung ausspreche.
Bekannt wurde der Künstler durch seine Schablonen-Graffiti, mit denen er nicht nur in seiner Heimatstadt Bristol, sondern auf der ganzen Welt Mauern verschönt und Fußgänger zum Lachen bringt. Hier ein paar Beispiele, entschuldigt die eher schlechte Fotoqualität (der Buchkauf lohnt sich wirklich…)
Gegen die Kommerzialisierung der Öffentlichkeit
Banksy protestiert mit seinen Graffitis vor allem gegen die kommerzielle Vereinnahmung des öffentlichen Raumes, wie er in dem Buch ausführt:
The people who truly deface our neighbourhoods are the companies that scrawl giant slogans across buildings and buses trying to make us feel inadequate unless we buy their stuff. They expect to be able to shout their message in your face from every available surface but you’re never allowed to answer back. (…) Some people become cops because they want to make the world a better place. Some people become vandals because they want to make the world a better looking place.
Um das Graffiti als gleichberechtigt zu Werbung zu etablieren, hat er einfach leere Wände zur Graffiti-Zone erklärt. Im Buch sieht man sehr gut, wie eine weiße Wand plötzlich Farbe bekennt.
Kunstkritik
Wie viele junge Künstler stößt sich Banksy an dem oft sehr elitären Verständnis von Kunst und an der Darstellung von Kunst im Museum (umso lustiger, dass seine Bücher im Museum zu kaufen sind).
Despite what they say graffiti is not the lowest form of art. Although you might have to creep about at night and lie to your mum it’s actually one of the more honest art forms available. There is no elitism or hype, it exhibits on the best walls a town has to offer and nobody is put off by the price of admisson.
Seine Meinung hat er auch vor der Londoner Tate Gallery zum Ausdruck gebracht:
Sehr bekannt wurde er auch durch seine Aktionen in Museen: So hat er unter anderem im New Yorker MOMA, im Metropolitan Museum of Art, im American Museum of Natural History sowie im Louvre ungefragt Kunst (mit dem gewissen Etwas) aufgehängt um zu sehen, wie lange es dauert, bis sie jemand bemerkt – von zwei Stunden bis zu Wochen war alles dabei.
Politische Kritik
Banksy nimmt sich aber nicht nur westlicher Probleme an, äußerst genial finde ich auch seine “Bemalungen” der Mauer im Westjordanland.
Auch in Wien findet sich der ein oder andere Banksy an einer Hauswand – wer einmal den Stil gesehen hat, erkennt es sofort. Vielleicht sollte man sich auch gleich ein Stemmeisen einpacken, denn Sammler zahlen bereits Unmengen für einen “echten” Banksy. Das hat auch Kate Moss zu spüren bekommen, der vor kurzem ein Portrait im Wert von 90.000 Dollar gestohlen wurde.
Wer noch mehr zu Banksy wissen will, liest z.B. die FAZ.










Cool, jetzt kenn ich endlich den Hintergrund bzw. den “Schöpfer” der Graffiti in Wien
Ja, Banksy und Space Invader sind auch meinen momentanen Faves; die beiden haben Graffiti unglaublich weiterentwickelt und urbane Interventionskunst draus gemacht.
Hat Meister Banksy das Buch eigentlich selbst herausgegeben? Bisher hat er ja immer ausdrücklich betont, dass er sich gegen *jeglichen* Verkauf seiner Kunst verwehrt und darauf hingewiesen, dass jedes Banksy-Teil in Museums-Shops eine “Raubkopie” ist, gegen die er zwar nix unternimmt; aber offizielles “Merchandising” wollte er nie, passt ja auch schlecht zu seinem Urban Art Konzept
@ritchie: das meint Wikipedia dazu