Mai
28
2010
4

Beste Wochenreste: Anschauen lohnt sich

Bei mir geht es diese Woche mit Bildern weiter, vielleicht weil ich auch beruflich so auf das Visuelle fixiert bin: Dieser Tage, genauergesagt heute und morgen, geht ein von mir mitorganisiertes Projekt, die Architekturtage 2010 über die Bühne. Bei diesen Tagen der offenen Tür in ganz Österreich kann man sich über spannende Architektur informieren. Wer also für das Wochenende noch nichts vor hat: Anschauen!

Große Bilder
Völlig verständlich, dass ich meinen ersten Beitrag daher mit einem Architekturthema im weitesten Sinne beginne: Die Faszination einer Baustelle erschließt sich mir – im Gegensatz zu so manchen kleinen und großen Buben – nicht (immer). Bei dieser mache ich dann wohl eine Ausnahme: DerStandard hat die Baustelle Wiener Südbahnhof besucht und einen Blick von oben riskiert. Entstanden sind nicht nur spannende Bilder der Riesenbaustelle (mit einer Größe von 109 Hektar so groß wie der Bezirk Josefstadt), sondern auch schöne Aussichten auf Wien.

Die Blogger und ihre Schreibtische
Von den guten Blogs kann man ja nie genug haben – als kleiner Nachtrag zu der Aktion “Ein Herz für Blogs” findet man hier eine anschauliche Liste guter deutscher Blogs. Die Blogbefüller geben Auskunft über ihr Schreiberling-Dasein, Tipps für weitere sehenswerte Sites und zeigen die Schreibtische, an denen alles entsteht. Nice! Auch Lisa hat ein Herz für Blogs gezeigt und interessante österreichische Blogs gefunden. Ich freue mich auch sehr über die Empfehlungen im Rahmen der Aktion hier, hier und hier.

Präsenz von Frauen in Filmen
Welche Stereotypen sich Disney über die Jahrzehnte für Männer herangezüchtet hat, habe ich schon an anderer Stelle einmal erwähnt. Diesmal geht es um die Darstellung von Frauen in Filmen und da schaut die Realität noch düsterer aus. Der Bechdel-Test geht diesem Phänomen mit drei einfachen Fragen auf den Grund:

1. Spielen in dem Film mindestens zwei Frauen mit und haben sie Namen?
2. Sprechen diese Frauen miteinander?
3. Sprechen sie über etwas anderes als Männer?

Wieviele Filme diesen Test nicht bestehen, seht ihr hier (via Spreeblick):

Bauernschlau
Bauernschlau, aber ohne Genierer würde man wohl diesen alten Herrn bezeichnen, der Justin Halpern jetzt zu einem Buch- und einem Serienvertrag verholfen hat. Nachdem der 28-Jährige auf Grund von Lebenswirren zurück zu seinem Vater zog, hielt er die recht heftigen Sprüche seines Vaters via Twitter fest. Vor kurzem erschien dazu ein Buch, der amerikanische Fernsehsender CBS hat schon eine Pilotserie mit William Shatner als “Dad” gedreht. Unter dem Titel “Shit my dad says” finden sich auf Twitter so Schmankerln wie: (via Spreeblick)

Do people your age know how to comb their hair? It looks like two squirrels crawled on their heads and started fucking.

“You worry too much. Eat some bacon… What? No, I got no idea if it’ll make you feel better, I just made too much bacon.”

„YOU, a published writer?..Internet don’t count. Any asshole can throw shit up on there.“

Klugscheißer
Jeder, der in der Informationsbranche arbeitet, kennt diese Menschen und jeder in dieser Branche läuft täglich Gefahr, selbst einer zu sein/werden: Ein Klugscheißer. Was aber nicht heißt, dass ich Wissen nicht wichtig finde. Dieses Buch ist nicht umsonst in meinem Regal, was mich natürlich auch zu einem Klugscheißer macht. Umso wichtiger ist es, sich manchmal auf den Boden zurückzuholen, wie das die famose Band Bonaparte so treffend schafft. (via Sascha)

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Apr
06
2010
1

Erste Wiener Twitterlesung

Das häufigste Argument, dass Menschen gegen die Beschäftigung mit Social Media anbringen ist, dass Essensgewohnheiten der anderen niemanden interessieren. Und wirklich: Viele Tweets und Facebook-Nachrichten beschäftigen sich mit dem Alltäglichen bis hin zum Banalen. Die erste Wiener Twitterlesung greift das nun richtig wienerisch auf.

50 Millionen „Tweets“ (d.h. auf dem Microblogging-Dienst Twitter gespostete Kurznachrichten) werden pro Tag von den Twitterern produziert. Das dabei nicht alles hochintellektuell und inspirierend ist, ist einleuchtend, vieles ist sogar schwer verdaulich bis grauslich. Wir machen uns auf die Suche nach den besten Kurznachrichten, die thematisch zum „Essen, Verdauen, Ausscheiden“, „Arschkriechen“ und „gemeiner Abfall“ passen. Genau diese Tweets wollen wir in einer dreiteiligen „Twitterlesung“ zusammentragen und vorlesen.

Jana Herwig (@digiom), Lena Doppel (@lena_d) und Meral Akin-Hecke (@kigo) nützen die kontroversiellen begehbaren Installationen des niederländischen Künstlerkollektivs Atelier Van Lieshout um diese durch und durch wienerische erste Twitterlesung zu präsentieren.

Wann: Freitag 9. April 2010 jeweils zur vollen Stunde 17 Uhr 18 Uhr 19 Uhr
Wo: Museumsquartier Wien, Haupthof, Bar Rectum

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Mrz
24
2010
3

Bloggen bei Heifi: Wie authentisch sind Politiker?

In meiner kurzen Zeit als Chronikjournalistin habe ich einige Politiker kennengelernt, aber immer bei mehr oder minder formellen Anläßen. So ein Wahlkampfauftakt ist da schon ein ganz anderes Kaliber, was ich beim gestrigen Abend für Heinz Fischer selbst erleben durfte.

Peinlicher Beginn
Die Veranstaltung im MAK selbst verlief nach altbekanntem österreichischen Konzept, dass sich zwar an amerikanische Wahlveranstaltungen anlehnt, aber immer mit der Prise Peinlichkeit gewürzt. Denn als erster Programmpunkt wurden zwei kleine Mädchen beauftragt, Heinz Fischer plus Margit doch vor dem Saal “abzuholen”. Da schritten sie also Hand in Hand mit zwei blonden Mädchen zu Konservenmusik und belagert von rund 20 Journalisten (was sich den Abend lang nicht ändern sollte) zur Bühne.

Passable Reden
Was danach folgte, war aber durchaus passabel. Nach der Rede Faymanns (Fischer biete eine “klare Haltung und Sicherheit für eine schwierige Zeit”= Wirtschaftskrise) folgte ein Teil des Personenkomitees, das den Wahlkampf des als unabhängig deklarierten Fischer unterstützt. Da standen also Hugo Portisch, Christine Nöstlinger, Freda Meissner-Blau und Konsorten und konnten glaubwürdig versichern, warum denn Heinz Fischer die richtige Entscheidung ist (obwohl in diesem Saal niemand mehr überzeugt werden musste). Dessen nachfolgende Rede war dagegen eher weniger mitreißend – wohl auch seinem Naturell entsprechend – wohl aber voll gut gemeinter Worte, denn nicht zuletzt zitierte er aus der Charta für Menschenrechte. Der letzte Satz wurde ihm dann vom Redenschreiber für alle Medien zitierfähig perfekt in den Mund gelegt: “Nützen Sie das Wahlrecht, wählen Sie nicht weiß, sondern rot-weiß-rot für die Zukunft unseres Landes.”

Heifi redet mit dir – aber nur vor 20 Kameras
Warum ich in der Überschrift aber die Authentizität von Politikern anzweifle, ist leicht erklärt: Zum Heifi2010-Umtrunk ins Badeschiff (organisiert von der SPÖ) wurden vornehmlich junge Leute und Unterstützer eingeladen. Der amtierende Bundespräsident anscheinend auch, denn er erschien ca. eine Stunde nach seiner offziellen Rede, um mit “der Jugend” zu sprechen. Treu an seiner Seite zirka 25 Journalisten mit Kameras, die alles niederwalzen, was ihnen in den Weg kommt. Da setzt sich also Heinz Fischer zu dir an den Tisch und will wissen, was dich bewegt – umgeben von 25 Kameras, die alle Bewegungen einfangen. Um was geht es dann da in erster Linie? Darum, dass UHBP (Unser Herr BundesPräsident) mit den Menschen redet, oder dass er den Kameras zeigt, dass er mit Menschen redet? Mein Gespräch mit Heinz Fischer dauerte ca. 15 Sekunden und war genauso anregend wie ein durchnschnittliches Liftgespräch. Nachdem er den Großteil der Tische abgegrast hat, ist er weg und mit ihm auch die Journalisten.

Mensch oder Motiv?
Was ich mir sicher bin: Heinz Fischer ist ein netter Mann und er liebt seine Frau. Das sieht man einfach und das finde ich auch sympathisch – ich bin halt eine typisch weibliche Wählerin, sowas zählt. Bei dieser Wahl gibt es auch nicht wirklich eine Alternative (in keinem Fall, egal wie man die ame dreht, wendet oder verschönern will). Doch wie so ein Wahlkampf im Generellen geführt wird, hinterlässt bei mir als unbedarften Menschen einen schalen Nachgeschmack. Wie schon in der Einleitung erwähnt, kenne ich Politiker nur von Pressekonferenzen, wo alles eher recht ratz-fatz professionell abgeht, hier wird stattdessen für die Kameras Volksnähe inszeniert. Nicht zuletzt ist es natürlich auch ein Medienmechanismus, der hier befriedigt wird (weil die notwendigen Bilder geliefert werden müssen), dennoch habe ich mich an diesem Abend eher als passendes Motiv, als als mündiger Wähler gefühlt. Trägt zwar im Endeffekt nichts zu meiner Wahlentscheidung bei (die schon vorher feststand), lässt mich aber noch mehr an der Glaubwürdigkeit von Politikern zweifeln.

Wie ich übrigens zu diesem Thema komme? Ich bin folgender Einladung gefolgt.

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Okt
15
2009
0

Die Girl Geeks hoch im Kurs

Dass Computern tendenziell männlich ist, versucht eine  Gruppe (Wahl-)Wienerinnen einem kleinen gallischen Dorf gleich aus der Welt zu schaffen. Sie treffen sich in regelmäßigen Abständen zu so genannten “Girl Geek Dinner”. [Wohlgemerkt nicht Geek Girl, weil es sich bei letzterem um die Freundin eines Geeks handelt - was aber sehr wohl auch einige sind...]

girlgeekSeit Herbst vergangenen Jahres treffen sich die “Mädels” (darunter auch meine Wenigkeit) zu “Girl Geek Dinner” (GGDV – Girl Geek Dinner Vienna) in verschiedenen Lokalen oder bei Mitgliedern zuhause zum essen und austauschen. Die Zeiten der Diskussionen um Internetsperren gegen Kinderpornografie und die generelle Renaissance des Web2.0 in den Medien haben in den vergangenen Wochen zu einiger Berichterstattung über die weiblichen Geeks geführt.  Unter “Mädels, schmeißt den Computer an” hat sich meine werte Studienkollegin Ingrid Brodnig im Falter mit dem Girl Geeks beschäftigt und erklärt auch gleich den Ursprung dieser Bewegung:

Die Idee der Girl Geek Dinner ist schon um den Globus gereist. Sie stammt von der Londonerin Sarah Blow, einer Softwareentwicklerin, die sich eines Abends fürchterlich ärgern musste. Sie saß in einer Runde von Computerfreaks. Nur weil die zierliche Mittzwanzigerin eine Frau ist, wurde sie automatisch für eine Marketingmitarbeiterin gehalten.

Schon etwas länger her ist der Artikel im Kurier, am vergangenen Montag war neben einer Redakteurin der Frauenzeischrift Woman auch ein Team der ORF-Sendung “Report” dabei und filmte zum Thema Internetsperren:

Wer sich in Wien befindet und sich von diesem Eintrag angesprochen fühlt, ist hiermit herzlich zum nächsten Treffen eingeladen. Sie werden sowohl am eigenen Wiki als auch auf der Facebook-Fanpage rechtzeitig angekündigt. Die prinzipielle Voraussetzung für ein Girl Geek kann jeder für sich mit dem Leitsatz der GGDV abtesten:

Wer “Girl Geek Dinner” beitreten mag, ist weiblich, Geek, bloggt, bastelt an Computern rum, programmiert, designt und/oder lebt das Internet.

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Sep
18
2009
1

Geeks in schwindelnden Höhen: Almcamp 09

Von wegen Stubenhocker: Auch Geeks wollen an die frische Luft! Und weil es die in Wien nur selten gibt, startet am kommenden Wochenende das erste Almcamp in Kärnten.

almcampIm schönen Malta-Tal in Kärnten treffen knapp 50 Web-Aficionados von 25. – bis 27. September aufeinander, um sich in schwindelnden Höhen auszutauschen. Das AlmCamp09 wird von den Organisatoren als “All-In-One-Barcamp” bezeichnet, das heißt es gibt kein übergeordnetes Thema, sondern es geht um den Austausch zu Web-Themen und natürlich um die dazugehörige Umgebung.

Zum besseren Verständnis die Definition von Barcamp:

Ein BarCamp ist eine Ad-Hoc-Zusammenkunft entstanden aus dem Wunsch, in einer offenen Umgebung zu lernen und Wissen zu teilen. Es ist ein intensiver Event mit Diskussionen, Software-Demos und Vorträgen. Es gibt keine Zuhörer, nur Teilnehmer. Ein BarCamp ist eine Ad-hoc-Nicht-Konferenz (Wikipedia: Unconference), die zum ersten Mal 2005 in San Francisco und im deutschen Sprachraum zum ersten Mal im September 2006 in Wien stattfand. (via Barcamp.at)

Die Regeln sind eines Barcamps sind einfach: Jeder macht mit und jeder trägt etwas dazu bei. Man lernt einander auf gleicher Ebene kennen und profitiert ebenso vom Wissen eines jeden Teilnehmers. Also eine Konferenz ganz im Sinne des Webgedankens! Was beim Barcamp essentiell ist und auch als offizielle Regel gilt: Du sprichst über das Barcamp und du bloggst über das Barcamp. Das hätte in letzter Zeit immer weniger stattgefunden, beklagen die Veranstalter des AlmCamps. Von meiner Seite ist es jetzt zumindet nachgeholt!

Ich freu mich schon sehr auf das kommende Wochenende, das Almcamp ist erst mein zweites Barcamp, was die Sache noch spannender macht. Mit von der Partie sind auch einige bekannte und sympathische Gesichter, die eine super Zeit am Berg versprechen…

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Sep
07
2009
2

In eigener Sache: Das Wiener Kindertheater feiert Premiere

Die kommende Woche wird spannend, denn ein Lieblingsprojekt meinerseits nähert sich seinem Höhepunkt: Das Wiener Kindertheater (von meiner Wenigkeit in PR-Belangen betreut) feiert am Donnerstag, den 10. September um 19.00 Uhr Premiere. Danach folgen 15 weitere Vorstellungen, allesamt im Studio Moliere im 9. Wiener Gemeindebezirk.

Im 15. Jahr seines Bestehens spielt das Wiener Kindertheater in diesem Jahr “Der Talisman” von Johann Nepomuk Nestroy. Ich hab das Stück selbst schon gesehen und war ehrlich überrascht, wie charmant und gekonnt die Kinder aller Alterstufen hier originalgetreu Nestroy rezitieren. Der Abend ist nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene garantiert großes Theater. Wer jetzt Lust bekommen hat, ist hiermit sehr herzlich eingeladen und kann direkt beim Wiener Kindertheater Karten bekommen. Wer sein Glück testen will, versucht es bei der Verlosung von Tickets über DerStandard.at oder Ö1.

Ein kleiner Vorgeschmack auf das Können der kleinen Darsteller gibt das folgende Video. Die Kampagne brachte dem Wiener Kindertheater im vergangenen Jahr den Staatspreis für Werbung, gefilmt wurde es vom österreichischen Regisseur Harald Sicheritz (Muttertag, Hinterholz 8, uvm.)

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Aug
19
2009
3

Was Blogger in ihrer Freizeit machen

Die Sonne treibt auch die Web2.0ller aus ihrem gewohnten Indoor-Habitat, so passiert am vergangenen Wochenende am malerischen Wörthersee. Noch besser ist es natürlich, wenn die Einladung eines Unternehmens zu allerlei Besonderheiten nur wegen des puren Daseins als Blogger geschieht.

gttiSo traten fünf Geeks (Judith Denkmayr, Ritchie Pettauer, Helge Fahrnberger, Peter Höflehner und meine Wenigkeit) gegen die besten Vertriebsmitarbeitern von Nokia in einer Art Schnitzeljagd mit Handys an. Wie es sich gehört, war uns der Spitznamen “Die Freaks” bereits von der ersten Stunde an den Hintern geheftet.

Es folgten vier Stationen mit Aufgaben von peinlich über amüsant bis schwierig. Peter verdiente sich seine Sporen als Navigator, Ritchie als Quizmaster, Helge war für Hand-Fuß-Koordination zuständig und Judith für die richtigen Antworten. Als logische Konsequenz aus den verrückten Einfällen meiner BegleiterInnen  gab es den Siegerpokal in Form des brandneue Music Handset inklusive Downloadflatrate für 6 Millionen Songs.

Der krönende Abschluss war sicherlich die absolut präpotent schöne Fahrt zum Abendessen über den Wörthersee mit dem Motorboot bei Sonnenuntergang…Alles in allem ein geniales Wochenende!

Ausführlicher und auch in Bild und Ton berichtet Ritchie auf seinem Blog – auf alle Fälle ansehen! Das unglaublich lustige Video zum Sieg gibt es schon mal hier:

OVI Challenge 2009 from ritchie pettauer on Vimeo.

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Jun
23
2009
16

Mobile Monday: Zeigt her eure Handys!

Bereits seit einiger Zeit weiß ich um die Annehmlichkeiten (und gleichzeitig meine Abhängigkeiten) von mobilen Diensten auf dem Handy. Seit dem gestrigen Mobile Monday muss meine Basisausstattung (E-Mail, Internet, Twitter) eindeutig besserem weichen.

mobile-monday-logoMobile Monday, entstand 2000 in Helsinki und bringt nun in über 150 Städten weltweit Freunde des mobilen Lebens (nicht zu verwechseln mit Reiselustigen) an unterschiedlichen Montagen im Jahr zusammen. Seit März 2009 gibt es dieses Format auch in Österreich. Je nach Ländervereinigung werden kurz genannten “Momos” unterschiedlich gestaltet.

Beim heimische Momo gestern im Naturhistorischen Museum in Wien wurde demonstriert und zwar, was man mit einem kleinen Device alles basteln kann: Vorgestellt wurden zwölf  Apps (oder Applikationen oder ganz verständlich: Anwendungen) am Handy mit dem gewissen Extra. (Diese schlauen Helferleins sind  eine plausible Erklärung für die leicht süchtige Haltung gewisser Menschen gegenüber ihren Handys…)

Sechs der Anwendungen der gestrigen “Demo Night” werden es bestimmt auf jenes Handy schaffen, das ich mir nach der gestrigen Veranstaltung eindeutig zulegen muss. (Die Apps verlangen eherer Handyferraris als die Micra-Mouse-Version):

  1. TRIPWOLF www.tripwolf.com
    Ist ein Reiseführer am Handy. Er hält in schönem Design zwar nahezu die gleichen Infos bereit, die auch ein konventionelles Produkt aus dem Buchgeschäft vorweisen kann (Kooperation mit Reisebuchverlag MairDumont), man schleppt aber ein unhandliches Ding weniger mit und erspart sich das offensichtliche Outing als Tourist. Die Inhalte kann man sich selbst auf der Website zusammensuchen, sie werden zudem von anderen Usern ergänzt (echte Insider-Tipps!). Bisher sind rund 20.000 Destinationen (gratis) verfügbar.
  2. WIKITUDE www.mobilizy.at
    Auch etwas für Reisende und wahrscheinlich die bekannteste mobile App aus Österreich: Hält man das Handy mit aktivierter Kamera auf die Umgebung, zeigt es auf dem Display an, welche Gebäude man denn gerade vor seiner Nase stehen hat. Den Inhalt dazu gibt es (wie der Name schon vermuten mag) aus Wikipedia.
  3. QUANDO www.quando.at
    Quasi der dritte im Bunde der Reise-Helferleins. Zwar hatte ich diesen Dienst der Wiener Linien schon auf meinem Nokia-Handy installiert, aber zu bedienen ist er zum Beispiel am iPhone oder G1 eindeutig schöner und auch augenscheinlich fescher im Design. Schnell und einfach ruft man mit dieser App den Fahrplan von U-Bahn, Bim und Bus in Wien ab. Direkt an der Haltestelle gibt sie in Echtzeit über die nächste Bim Bescheid und weiß sofort, ob man alte Damen beim Stiegensteigen helfen muss, oder sie getrost über die Niederflure schlurfen lassen kann.
  4. BARCOO www.barcoo.de
    Die einzigen Deutschen in der gestrigen Riege haben etwas für mich als bewussten (manche  meinen pingeligen) Konsumenten mitgebracht: Die Handykamera kann duch dieses Programm wie ein Scanner an der Supermarktkasse Barcodes lesen. Danach listet das Handy zum Beispiel die Inhaltsstoffe des Lebensmittels auf, verweist auf Testberichte des Produkts und gibt Auskunft über Preise in anderen Läden.
  5. YELLIX www.yellix.com
    Ich kenne sehr viele Menschen, die bei einer unbekannten Nummer nie und nimmer abheben würden, danach aber fürchterlich neugierig sind, wer sie denn da unbedingt sprechen wollte. Herold.at bietet wahrscheinlich alleine dafür eine eigene Telefonnummernsuche an. Das kann man sich mit Yellix ersparen. Dieses kleine Programm läuft ständig am Handy (ohne groß Akku zu verbrauchen). Wann immer nun eine unbekannte Nummer am Display erscheint, holt sich die Anwendung den dazugehörigen Namen plus Adresse aus dem Telefonbuch. Anders geht es auch: Wenn eine Nummer z.B.: von einem Taxiunternehmen besetzt ist, zeigt Yellix automatisch weiter Betrieb in der Nähe an.
  6. MOBILE BOOKS www.mobilebooks.at
    Die Idee gefällt mir als Buchersüchtige natürlich am besten – ich kann aber noch nicht sagen, wie gut die angebotene Literatur ist. Der Name sagt eigentlich schon alles, man kann auf der Website 1.000 Titeln von Klassikern über zeitgenössische Texte u.a. aus den Genres Science Fiction, Krimi, Romantik oder Sachbüchern auf das Handy laden. Zudem soll es Literatur extra für das mobile Device geben, die zum Beispiel Interaktivität oder Kommunikation in unterschiedlicher Form fördern. Soweit ich das verstanden habe, sind diese Formate aber erst in Arbeit – der deutsche Autor Wolfgang Hohlbein soll dafür unter anderem schreiben.

Nachtrag: Die gesamte Veranstaltung kann man jetzt bei Ustream “nachschauen”.

Nachtrag #2: Bei meiner Aufzählung handelt es sich entegegen der Meinung einiger um keine Reihung, ich habe mir nur um die Augen der Leser Sorgen gemacht und deswegen auf Übersichtlichkeit plädiert!  ;) Und: Um alle diese Applikationen auch wirklich anwenden zu können, bräuchte ich im Moment nach neuesten Infos drei Handys – das iPhone, sowie Geräte mit Android- und Symbian-Betriebssystemen. Das wird im Moment ein bisschen teuer, soll aber in Zukunft anders sein… let’s see!

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