Jan
26
2010
7

12345 ist kein Passwort

Jetzt ist schon wieder etwas passiert. Ich spamme! Dabei verwende ich im Gegensatz zu einer Umfrage weder meinen Namen, noch das beliebteste 123456 als Hacker-Abschrecker, sondern brav Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.

Bereits zum zweiten Mal verschickte ich vergangene Woche unfreiwillig über eine meiner E-Mail-Adressen Werbung für diverse Elektronikprodukte. Während das erste Mal bei meiner Gmail-Adresse nahezu alle Geschäftskontakte, Freunde und Familie Zeuge meiner Spam-Aktion wurden (ja, es war mir eine Lehre!) war es vergangene Woche bei meinem Ausweichkonto bei Hotmail (für anderen Spam wie Newsletter) halb so schlimm.

Was ich mich jetzt frage: Wie sicher muss man denn eigentlich ein Passwort machen, damit es nicht geknackt wird? Damit müssten sich doch eigentlich sehr viele Menschen rumschlagen, wenn man sich folgende Zahlen ansieht: Eine Sicherheitsfirma aus Sydney untersuchte 32 Millionen Passwörter und kam zu dem überwältigenden Ergebnis, dass das beliebteste Sicherungswort mit 290.000 Benutzern die  Zahlenfolge 123456, gefolgt von 12345 und 123456789 ist.  Dahinter liegen die nicht weniger genialen “Password” (!!) und “Iloveyou” (wen? sich selbst, den Computer?? Den Systemadministrator??) und Princess (kein Kommentar).

Natürlich ist der Beweis für die Schlauheit so mancher Internetbenutzer täglich im Spamfilter zu sehen, denn nicht immer errichten fleißige Spammännern und -frauen eigene Fake-Acoounts. Der Artikel weist auch darauf hin, dass viele Angestellte ein Passwort sowohl für private Vergnügen (a la Facebook), als auch für alle Firmentätigkeiten haben.

Dagegen bin ich ja wirklich Fort Knox: Meine Passwörter sind – je nach Wichtigkeit – gestaffelt. Einfache Wörter für Newsletter oder Webshopangebote ohne Kreditkartennummer-Eingabe; Zahlen/Buchstaben-Kombinationen für Foren u.ä. sowie Zahlen/Buchstaben/Sonderzeichen für E-Mail und Online-Banking.

Wie ich dennoch immer wieder zur Spammerin werde, ist mir ein Rätsel – zumindest meine Bankdaten hat noch niemand erwischt. Ich hoffe die Hackergemeinde hat da erbarmen mit mir….

Wie geht es euch damit?

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Written by Ronni in: Persönlich | Schlagwörter:,
Feb
19
2009
2

Erkenntnisse einer Spammerin

Wie ich zum Spammer wurde und daraus – fast katholisch – etwas Positives gewinnen konnte

Während ich mich am Dienstagabend wieder einmal ob einer Literaturverfilmung zwei Stunden lang im Kino grün und blau geärgert habe (der Mensch lernt wirklich nicht aus Vorhergegangenem, da haben wir es wieder) wurde mit meinem Gmail-Account Schabernack der eher unerfreulichen Sorte getrieben.

Trotz hauseigenem IT-Consultant weiß ich nicht, wie diese Damen oder Herren mein als “stark” eingeordnetes Passwort aus Sonderzeichen, Buchstaben und Zahlen geknackt haben. Zumindest habe ich an alle meine rund 300 Kontakte in diesem Account keine Werbung für Verlängerndes unter dem Hüftbereich gemacht, sondern für ein Elektronik-Verkaufsportal. Danke an dieser Stelle an die werten Spammer.

Anruf, Twitter-DM und jede Menge Mails

Neben der Lehre, meine gesamten Geschäftsontakte nicht mehr online zu speichern, hat diese Episode durchaus positive Nebeneffekte. Was da als Response zurückgekommen ist, war eine wundervolle Studie meiner Kommunikationspartner, wie ich sie wohl sonst nie erfahren hätte. Ich wurde sofort via Direct Messages von fünf Leuten auf Twitter über mein gekracktes Konto informiert, einer nahm dafür sogar sein Telefon in die Hand.

Nachdem ich zu später Stunde ein Entschuldigungsmail ausgeschickt habe, trudelten noch bis ca 00.30 Uhr Antworten ein – wohlgemerkt nahezu ausschließlich von der Geek-Girl-Runde – womit diese ihrem Namen wieder gerecht wurden. Sie nahmen meinen Gang unter die Spammer im Gegensatz zu so manchem Geschäftspartner sehr lustig auf.

Anschuldigungen machen die Runde

Denn von denen wollte einer noch im Nachhinein wissen, warum ich überhaupt so sicher sei, direkt an ihn ein solches Mail verschickt zu haben. (Bin ich nicht vielleicht doch wissentlich unter die Spam-Verschicker gegangen?)  Außerdem weiß ich jetzt auch, dass die Spamfilter des ORF, der APA und der Presse ausgezeichnet funktionieren. Zusätzlich zu dieser wundervollen Erkenntnis bekam ich auch einige sehr nette Mails von Bekannten und Freunden, die ich schon länger  nicht mehr gesprochen hatte.

Vielleicht steckt hinter solchen Spamattacken mit gecrackten Konten gar eine zwischenmenschliche Mission, die uns daran erinnern soll, öfter zu kommunizieren? Oder war es doch die Herbalife-Mafia, die sich nach meinem Beitrag mit der Technologie aus dem Jahre 2016 rächte?

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Written by Ronni in: Persönlich | Schlagwörter:, , ,

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