Jan
22
2010
2

Beste Wochenreste: Sehen und gesehen werden

Es ist schon wieder Ende Jänner? Das habe ich total übersehen! Kaum hat das neue Jahr mit augenscheinlichem Tagezählen begonnen, kann ich den To-Do-Haufen kaum mehr überblicken. Aus den Wochenresten wird daher wieder  – leicht zu erkennen – ein Monatsüberblick. Dieser ist dem Auge und seinen Fähigkeiten gewidmet und wird hoffentlich sichtlich richtig Spaß machen…

Sichtweise
Wer bereits die Anfänge der Social Networks im deutschen Raum mitgemacht hat (sprich die legendären Hochzeiten von StudiVZ) erinnert sich sicher noch an die Gruppe “Disney hat mir ein unrealistisches Bild von Liebe vermittelt”. Diese Prägung vom starken Prinzen, der einem aus der tiefsten Misere ins sein Königreich voll Glanz und Glamour entführt, steckt in uns Prinzessinnen ganz schön tief. Was das eigentlich für unser stahlhartes Pendant bedeutet, eruiert dieses Video: (via Ingrid)

Videobotschaft
Die Vorteile des Internetzs kann man nicht nur für den Job nutzen, wie das alle ständig machen. Sie erleichtern auch mein Privatleben und das meiner Familie. Wenn man drei verschiedene Orte (inklusive einem außerhalb der Staatsgrenze) für einen gemütlichen Familentratsch einrechnen muss, haltet sich die Praktikabilität eines normalen Telefons in Grenzen. Skype heißt daher schon seit einigen Jahren die Wahl des Familienverbinders. Videokonferenzen waren bisher aber nur zwischen zwei Personen möglich, was ich ja persönlich wirklich schade finde – besonders, weil gewisse Grimassen zu gewissen Aussagen einfach viel mehr Spaß machen. Ein neues Plugin für Skype ändert das jetzt: VuRoom. Für knapp 10 Dollar pro Monat Miete kann man sich als Konferenzleiter betätigen, die anderen Teilnehmer kommen gratis dazu. (via Blogpiloten)

Vogelperspektive
Etwas aus der Vogelperspektive zu betrachten hat immer wieder etwas Beruhigendes. Nicht zuletzt macht so ein kleiner Bergausflug die Probleme zumindest bis zum Abstieg ein bisschen kleiner. Gemütlicher kann man das natürlich  in großen Städten haben, wo sich die Menschheit die künstliche Version zur erleichternden Vogelperspektive in allerlei Form und Farben (inklusive Lift) geschafffen hat. Mein letztes Höhenerlebnis war noch in den wenigen Stunden des Jahres 2009 am Eiffelturm in Paris in wunderbarer Begleitung, diesen Turm möchte ich auch irgendwann befahren. Bis dorthin kann man sich mit diesen schönen Bildern einen kleinen Höhenrausch abholen.

Höhenrausch
Zum Politiker wird keiner, der nicht gerne auch gesehen wird – in Zeitungen, im Fernsehen oder mit der rosaroten Brille (ob vom Partner oder  außerhalb bestehender Beziehungen). Die Sache mit den Affären ist dann eine Frage der Sichtweise: Was ist wahr, was ist Gerücht, was sagt die eigene Moral? Man könnte angesichts dieser strenge katholischen Dame und ihren Eskapaden schon in Schadenfreude versinken, der sehr empfehlenswerte Sex-Blog der Zeit stellt dazu aber eine interessante These auf.

Die Emanzipation hat einfach eine weitere Stufe erklommen. Was man bislang hauptsächlich von Männern gewohnt war, tun jetzt auch die Frauen: das Ausnutzen von Machtpositionen für Freundschaftsdienste. Haben wir wirklich geglaubt, das würde nicht passieren? Um einen Spruch von Heidi Kabel abzuwandeln: Die Emanzipation ist erst dann vollendet, wenn genauso viele unfähige Frauen wie Männer in verantwortlichen Positionen sind. {…} Die Erklärung ist vermutlich für beide Geschlechter die gleiche: Wer erst einmal so weit oben ist, fühlt sich unverwundbar. Und vermutlich hat er in dieser Position schon so viele ähnliche Freundschaftsdienste miterlebt, das sie für ihn nichts Besonderes mehr sind.
Bildstrecke
Eine andere Dame hat bereits um einiges öfter das Licht der Öffentlichkeit auf ihr Privatleben scheinen lassen müssen. Lindsay Lohan wird uns nun auch als Richard Lugners Begleitung beehren – ein Coup möchte man meinen! Auch der gewohnt bissige amerikanische Society-Blogger Perez Hilton hat sich dazu zu Wort gemeldet. Unter dem Titel LiLo Is A Paid Escort nimmt er seine Lieblingsbashing-Partnerin in Bild und Schrift ordentlich in die Mangel:
Austrian moneybags Richard Lugner is paying for Lindsay Lohan to be his prostitute arm candy to the Vienna Opera Ball next month. {…} Have fun you two! And remember, no kissing on the mouth.

Sehenswert
Die Silver Surfer sind ja schon ein fixer Bestandteil des Internets, in diesem Video bekommt das aber nochmals eine ganz andere Bedeutung. Ein Schrei! (via Malcolm)

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Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, , , , ,
Apr
06
2009
4

Tratschküche Arbeit: Wo die weibliche Karriere scheitert

Ich gehöre zu einer Generation von Frauen, die mit dem Recht lebt, jedem klar ihre Meinung sagen zu dürfen: Das gilt sowohl für die Wahlkabine, als auch am Arbeitsplatz und in der Familie. Nur: Warum macht es dann keine?

businesswomenDer Krankenbesuch einer ganz besonderen Frau hat mich auf das leidige Thema Emanzipation, Teamarbeit und Karriere gebracht. Was sie mir über Tee und Keksen erzählt hat, geschieht tagtäglich in vielen Büros, Fabrikshallen oder Redaktionen. Ein große Gruppe von Frauen arbeiten zusammen, es gibt Alteingesessene, solche, die es sich langsam gemütlich machen und jene, die sich erst ganz kurz im Beruf bewegen. Zu letzeren gehört mein Krankenbesuch.

Zuerst untereinander ausrichten und dann über andere ausrichten lassen
Was sie gemeinsam mit ihrer ebenso jungen Arbeitskollegin/Freundin erlebt hat, ist ein typisches Frauenproblem: Die engagierte Junge macht einen Formfehler, ein Termin wird falsch notiert. Die Alteingessesenen sind empört. Statt sie nun einfach persönlich auf den Fehler aufmerksam zu machen, beschweren sie sich zuerst untereinander über diese furchtbare Person, um dann aufgeschaukelt zum Vorgesetzten mit der Bemerkung “Sie ist nicht verlässlich und vergisst ständig Termine” zu dackeln. Zudem wird meinem Krankenbesuch gesagt, sie solle der Wurzel allen Übels (die dazu noch im Krankenstand war) ausrichten, was sie nun alles falsch gemacht habe und das nächste Mal besser machen solle. Das nenne ich “ausrichten” vom Feinsten. Und das ist typisch Frau.

Kleine Ausschweifung zur Erklärung: Ich bin froh über die Rechte der Frauen, ich verlange Glechberechtigung, gleiche Bezahlung und gleiche Pflichten für Frauen und Männer. Ich gebe leidenschaftlich gerne allzu konservativen Ansichten kontra. Doch was ich bisher in meinem Berufsleben gesehen habe, läßt mich besser verstehen, warum so wenig Frauen Karriere machen. (Lustigerweise sind genau in den Einstiegsstufen des Journalismus unglaublich viele junge Frauen zu Gange. Je näher es dem Ende der Karriereleiter geht, desto geringer wird diese Zahl.)

Keine klaren Grenzen, keine klare Meinung
Ich frage mich immer, warum so viele Leute in ihre Lebensläufe die Eigenschaft “guter Teamplayer” hineindichten. Nach meinen Erfahrungen ist ein Großteil der Menschen genau das nicht. Gerade Frauen verstehen darunter meist, dass sie sich mit allen gut verstehen müssen – um jeden Preis. Das große Problem damit: Sie setzen keine klaren Grenzen. Frauen wollen sich vorneweg mit allen verstehen, nur hinter dem Rücken des jeweils anderen wird ganz klar, was sie eigentlich gut finden und was nicht. Sie sagen nicht, was sie selbst wollen und was sie von anderen verlangen. Wie soll man denn mit so jemand Unberechenbaren zusammenarbeiten, geschweige denn als Vorgesetzen richtig (ein-)schätzen?

Mich wundert es nicht, dass soviele Frauen nicht über den Assistenz-Posten, die  Sekretärinnen-Stelle oder den einfache Angestellen-Status hinauskommen. Auch wenn es sich dabei nur um einen Aspekt handelt – neben schlechter Kinderbetreuung, Work-Live-Balance, keinen Ambitionen, keiner Förderung, unterschiedlicher Erziehung und vielem mehr. Meine Meinung: Klare Grenzen öffnen die Karriereleiter. Und Offenheit macht daneben auch mehr Spaß am Arbeiten.

Bildquelle © Christoph Wilhelm/zefa/Corbis

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