Jul
12
2010
9

Einmal Schweden zum Mitnehmen

Mein erster Besuch in Schweden war vor knapp zwei Jahren im Winter und außer Stockholm habe ich das Land nur aus dem Flugzeug gesehen. Alleine durch diesen briefmarkengroßen Ausblick war klar: Ein Roadtrip durch Schweden, das ist es!

Im Endeffekt war das Abenteuer dann schneller in die Tat umgesetzt, als gedacht und zudem auch auch einfacher organisiert. Den Kofferraum mit Campingzeug und Rädern zu bestücken und einfach draufloszufahren hat sich als die beste Urlaubsart herausgestellt. Obwohl wir nur eine einfache Fahrt mit dem Autoreisezug gebucht hatten, klappte die gesamte Reise nahezu wie am Schnürchen – ein schöner Platz zum Schlafen und ein nettes Restaurant fand sich immer. Natürlich hat dieses Land soviel zu bieten, dass man so und so nur eine wunderschöne Zeit haben kann.

Hier unsere Route:


Schweden auf einer größeren Karte anzeigen

Die Reise in Zahlen:

  • Zählt man die Zugfahrt Wien-Hamburg-Wien nicht mit, dann sind wir  insgesamt rund 3.300 Autokilometer verfahren
  • Geschlafen wurde in zehn unterschiedlichen “Betten” – darunter im Zug, im Auto, im Zelt, auf einem Boot, in einem Luxushotel, in Jugenherbergen, in einer Hütte im Wald und in einer am Strand.
  • Zu unseren Fortbewegungsmitteln gehörten ein Auto, ein Zug, fünf unterschiedliche Fähren, zwei Räder, zwei Pferde und zwei paar Wanderschuhe.
  • Auf unserer Reise haben wir neun unterschiedliche Städte besichtigt und unsere Füße in unzählige Gewässer gestreckt; darunter die Ostsee, der Siljansee, der Vänersee und den höchste Wasserfall Schwedens, der Njupekärs.

Für alle, die auch einmal die von mir hiermit wärmstens empfohlene Reise nach Schweden machen wollen, hier ein paar Sightseeing-Tipps:

  • Ystad: Nicht ohne Spettkaka abreisen!

  • Karlskrona: Unbedingt das Marinemuseum ansehen, sehr empfehlenswert.

  • Öland: Nach Byxelkrok fahren und die Äcker des Neptun (wunderschöner Felsstrand) besichtigen und nicht den “Langen Erik” (Leuchtturm) ganz an der Spitze vergessen.

  • Gotland: Unbedingt auf die Schafsinsel Farö fahren und die Raukar-Felder von Langhammars anschauen. Die Hauptstadt Visby ist wunderschön mittelalterlich.

  • Stockholm: Wird nicht umsonst “Venedig des Nordens” genannt, eine unglaublich schöne Stadt. Wer den urbanen Teil nicht verpassen will, geht in den hippen Stadtteil Södermalm. Ins Restaurant Bla Dorren gehen und die Elchfleisch Köttbullar probieren, yummy!

  • Mora: Der Campingplatz “Mora Parken” ist sehr zu empfehlen. Nette Hütten, tolle Ausstattung, Sandstrand und nur wenige hundert Meter ins Zentrum. Unbedingt auch Zeit nehmen für einen Ausflug nach Sälen (Wasalauf-Start) und zum Njupekärs-Wasserfall.

  • Vänersee: Muss man gesehen haben, ist einfach riesig und wirkt durch seinen ruhigen Wasserspiegel wie eine Fata Morgana mitten im Weg. Nicht versäumen: Die Wasserschleuse in Haverud, bei dem die Schiffe über ein Aquedukt geleitet werden.
  • Göteborg: Die Werktagsversion von Stockholm – schon schön, aber in erster Linie praktisch und geschäftig. Nicht versäumen: Die Fischhalle bzw. Feskekörka (Fischkirche) und das exzellente “Restaurang Gabriel”. Außerdem gibt es dort Schwedens größtes schwimmendes Museum, das Maritiman. Es besteht aus 19 Schiffen, darunter ist auch ein U-Boot. Für einen Schlaf der anderen Art im schwimmenden Ibis Hotel einchecken.

  • Helsingborg: Auch hier ist das Mittelalter noch sehr präsent, und lockt mit einer schönen Altstadt, außerdem lohnt sich wie in Göteborg ein Spaziergang entlang des Hafens.

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Written by Ronni in: Bewertet | Schlagwörter:, , , ,
Mrz
02
2009
0

Berlin to go

Ein Februar-Besuch als Garant für ein besseres Berliner Musikverständnis

Wenn man einen Reiseführer nicht als Empfehlung, sondern als to-do-Liste sieht, geht keine Stadt spurlos an einem vorbei. Ein Paar Schuhe (entsorgt am Flughafen Tegel) später bin ich auch wieder bei Kräften, um meinen Blick auf die bundesdeutsche Hauptstadt kundzutun.

Es mag ja am Wetter gelegen sein, aber mir hat sich der Tenor eines großen Teils der Berliner Musikszene offenbart. Die leichte depressive Grundstimmung gepaart mit intelligentem Witz und jeder Menge Freiheit für alternative Lebensformen kann einfach nur in Musik wie zum Beispiel Element of Crime oder dem Seeed-Frontman Peter Fox gipfeln. Meinen absoluten Berlin-Ohrwürmer (laut singen erregt übrigens auch hier komische Passanten-Blicke):  “Alle vier Minuten” sowie  “Schwarz zu blau” inklusive genialem Video:

Sehenswertes

Schön ist sie nicht, die Stadt Berlin. Sie gibt sich in den verregneten Februarwochen auch nicht wirklich Mühe, einen zu “verzaubern” oder Freunde Urlaub machen zu lassen, wie das immer so schön heißt. Kleine Berliner Sehenswürdigkeiten, wie sie mir gefallen, findet man stattdessen an jeder Ecke:

Essenswertes

Solltet ihr euch einmal unter die Bundesdeutschen mischen, kann ich euch diese Lokale sehr ans Herz legen: Denn ob der Völkervielfalt kann man sich in Stadtteilen wie Mitte, Kreuzberg oder Prenzlauer Berg vorzüglich durch alle Kontinente essen. Einen perfekten Integrationsspagat schafft da zum Beispiel die Rote Harfe in der Oranienstraße in Kreuzberg: Unten den Charme eines alteingessesenen Studentencafes, tritt man im ersten Stock in 1001 Nacht ein. Die Orient Lounge ist von Spitztürmchen über Separees und Falafel bis zur Wasserpfeife für einen gemütlich-stylischen Abend perfekt.

Genau gegegenüber der roten Harfe gibts die schnelle Mittagsversion: Ausgezeichnete biologische Suppen und Einöpfe aus der Gerüchteküche. Auch in der Nähe des Alexanderplatz lässt es sich fix und gut essen: Dolores fabriziert leckere Burritos in allen Farben und Formen. In Schöneberg dagegen geht man am besten ins Cafe Bilder Buch, sitzt auf lässigen alten Sofas wie im Wohnzimmer und lässt sich vegetarisch verwöhnen. Den besten Chai Latte zum Mitnehmen gibt’s in Prenzlauer Berg auf der Kastanienalle im Morning Glory. Würde ich jemals ein Kaffee eröffnen, sollte es genau so ausschauen: Detailverliebt, heimelig und ein bisschen hasenmäßig eingerichtet, mit frischen biologischen Sandwiches und jeden Tag eine andere Suppe. Juten Appetit!

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Written by Ronni in: Spaziergang | Schlagwörter:, , ,

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