Aug
28
2009
4

Beste Wochenreste: Herbstzeit mit Merkel und dem Inder

Mein Fahrraddynamo wird früher in Gang gesetzt, morgens und abend ist es ohne Ärmel zu kalt und beim Joggen liegen die ersten Blätter im Weg. Es wird Herbst und mein Herz blutet, weil dieser Sommer nahzu spurlos an mir vorübergegangen ist. Das Schöne daran ist aber, dass die Urlaubsheimkehrer mit viel Enthusiasmus an neuen spannenden Dingen arbeiten, die ihr diese Woche wieder zum Abschluss serviert bekommt.

Wenn Models reden
Herbstzeit ist Fernsehzeit, besonders wenn die amerikanische Fernsehindustrie ihre neuen Staffeln aus dem Ärmel zaubert. Auch der österreichische Markt hat neu Aufgewärmtes zu bieten, “Austrias Next Top Model” geht in die nächste Runde. Wer sich bewerben möchte, kann das stilecht in einigen großen Supermärkten Österreichs tun, mehr Infos gibt es hier. Zur Vorbereitung darauf sollte man sich unbedingt das ABC der Unwörter des SZ-Magazins durchlesen. Unter dem Titel “Es ist genug” finden sich alle die Wörter, mit denen Heidi Klum und Co. so gerne um sich werfen. (via Stylekingdom)

Eyecatcher: Phrase für stilistische Verhaltensauffälligkeiten, meist ein Detail wie ⇒ Bling-Bling.

Brüste in Amerika
Was möglicherweise Ohnmachtsanfälle bei ATNM oder GTNM auslösen konnte, sorgt über den Atlantik für Gesprächsstoff:
Vera Lengsfelds und Angela Merkels Brüste im deutschen Wahlkampf. Der US-Komiker Stephen Kolbert hat sich sehr lustig und auf brachiale Art seine Gedanken dazu gemacht: (via Spreeblick)

The Colbert Report Mon – Thurs 11:30pm / 10:30c
Tip/Wag- German Campaign, Russian Dogs & Flying Rabbis
www.colbertnation.com
Colbert Report Full Episodes Political Humor Health Care Protests

Dunkler Burger
Eine gute Denkleistung unterstelle ich ebenso den Marketingmenschen von Burger King: Sie verwendeten die Idee hinter dem Dialog im Dunkeln (Essen im Dunkeln zur anderen Sinneswahrnehmung) für eine virale Kampagne:

Sachen zum Lachen
Der Platz diesmal einem gelungenen Artikel aus einem österreichischen Medium gewidmet. Corinna Milborn, die übrigens sehr sympathisch twittert, hat ihr persönliches Leben nach Indien outgesourct. Welche Erfahrungen sie gemacht hat steht in “Frag doch einfach die Inder“.

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Aug
07
2009
3

Beste Wochenreste: Dünne Mädels und dicke Kerle

Die österreichichsche Medienlandschaft erzittert diese Woche ob einiger Aufreger. Jene Empörung rund um die (angebliche) Verprügelung eines Schwimmers in südlichen Gefilden kann ich  ganz und gar nicht nachvollziehen. Was mir viel besser gefällt ist, was die Webszene daraus macht.

Hau den Rogan
Was haben wir alle gelitten! Ich besonders darunter, dass mich am Montagmorgen in der U-Bahn eine völlig belanglose Schlagzeile (auf dem Papier, dass sich Zeitung schimpft) anschreit. Selbst dem Standard war das Prügelaffärchen rund um Markus Rogan eine Titelgeschichte wert. Ich versteh nicht, was mich daran so unglaublich zu interessieren hat. Mir war hauroganes schon wurscht, ob und wie viele gekrönte Häupter er in sein Bett bringt.

Eine weitaus attraktivere Freizeitbeschäftigung ist, was ein Grazer aus der ganzen Geschichte gemacht hat. Unter www.haudenrogan.at hat er drei Minigames ins Netz gestellt, bei denen man sich unter anderem als “PACROGAN” auf die Jagd nach Türstehern macht oder sich als Security in “HAU DEN SCHWIMMER” versucht. Die Seite ist bereits wieder offline gegangen, der Betreiber Andreas Weirer kommentierte auf E-Media: “aufgrund eines rechtsanwaltsschreibens musste ich die seite offline nehmen und auch löschen. ich hatte mehr als 121.000 clicks bis zum bitteren ende.” (Bildquelle vol.at)

Downloaden für Juristen
Was mich schon viel mehr beschäftigt, ist folgende Geschichte, die ich dem Standard entnommen habe:

Weil er 30 Songs über die Internettauschbörse Kazaa heruntergeladen und weitergegeben hat, ist ein Student in den USA zur Zahlung von 675.000 Dollar (474.000 Euro) Strafe an die klagenden Plattenfirmen verurteilt worden.

joelAuf Wikipedia und der offiziellen Website zum Fall ist von sieben Songs die Rede (wer recherchiert in Österreich noch?). Abgesehen davon, dass ich viele Menschen kenne, die möglicherweise bereits ein oder zwei Songs ohne die Hilfe von freundlichen Verkäufern im Elektronikshop erworben haben, gefällt mir, wie gut die Verteidigung (ein Harvard-Professor und seine Studenten) hier internettechnisch organisiert ist. Auf der Website finden sich alle Dokumente, die bisher zu diesem Fall geschrieben wurden, es gibt einen eigenen Twitter-Feed und eine Facebook-Supportseite.  Wenn das kein Hollywood-Filmaterial ist! (Bildquelle)

Skinny Girls, Big Sandwiches
Was im Film nie zu sehen ist, hat mir diese Woche Michi von Cooloutfit nähergebracht:  Diese Seite ist zwar nur für den einmaligen stimmungsaufhellenden Besuch gedacht (außer jemand fühlt sich beim Betrachten von essenden Frauen irgendwie besonders wohl in gewissen Regionen), hat aber durchaus einen Sinn. Es handelt sich dabei um ein Ausstellung von Fotos, die Damen beim Essen von überdimensionalen Sandwiches zeigen, was andere Frauen wiederum glücklich machen soll. Ob diese Sandwiches dann auch in dieser Form im Körper bleiben, wird auf http://skinnygirlsbigsandwiches.com leider nicht beantwortet.

Sachen zum Lachen
Wilde  Schmerzen und gleichzeitig Lachanfälle verursacht mir die österreichische Politik seit einigen Jahren. Beides vereint sich im traditionellen letzten Video der Woche:

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Apr
30
2009
10

Die Arbeit und das böse Internetz

Rechtzeitig zum 1. Mai gibt es “Am Hochsitz” eine Forderung meiner Arbeitnehmerwenigkeit: Rehabilitation für das Internet am Arbeitsplatz.

Für mich gibt es wenig Unterschied zwischen Job und Freizeit im Internet, ich bin prinzipiell ständig online (Hello Elektrosmog!) und als  Journalistin auf der Suche nach guten Geschichten. Natürlich treffe ich auf Facebook, Twitter usw. Freunde und führe private Gespräche – die interessantesten Themen kommen aber nun mal meist genau von diesen Menschen. Umso absurder finde ich den Artikel der Schweizer 20 Minuten “Facebook besucht, Kündigung erhalten”:

Am 13. November 2008 war eine 31-jährige Baslerin mit einer starken Migräne für einen Tag zu Hause geblieben. Eine Woche später zitierte ihr Chef bei der Versicherung Nationale Suisse sie zu sich ins Büro. Dort warteten bereits die Personalleiterin und ein Direktionsmitglied. «Sie teilten mir mit, ich hätte fünf Minuten Zeit, um meine Sachen zu packen und die Firma zu verlassen». Der Chef beanstandete, dass sie während ihrer Migräne Facebook besucht hatte. Sein Schluss: «Wer dies kann, kann auch arbeiten.» Die Angestellte habe angegeben, sie müsse bei Migräne im Dunkeln liegen und könne nicht am Bildschirm arbeiten. «Frau Bär war jedoch im Internet auf der Webseite Facebook aktiv».

Die Verteidigung der Betroffenen:

Sie habe im Bett liegend mit ihrem iPhone aufs Internet zugegriffen.

Internet = Telefon
Für  mich ist das völlig logisch und nachvollziehbar. Meine E-Mails während einer Krankheit abzurufen ist für mich dasselbe, wie ans Telefon zu gehen. Und da wird auch niemand gefeuert, wenn er das im Krankenbett macht – noch dazu, weil es sich meist um Anrufe aus dem Büro handelt.

Ebenso verstehe ich die Arbeitgeber nicht, die “privates” Surfen während der Arbeitszeit verbieten – zumindest im Medienbereich wären bei restriktiven Maßnahmen bereits alle ihren Job los (Möglicherweise DIE Chance, um an gute Stellen zu kommen!).

Facebook-Manieren
Was man dennoch bei allen Freiheiten beachten soll (und dabei gehe ich mit der landläufigen Meinung konform): Was du nicht in der Öffentlichkeit sagen würdest, das tue auch nicht im Netz. Wer diese Botschaft gerne in audio-visueller Form vermittelt bekommen will, dem sei dieses amüsante Video (via stylekingdom) zu empfehlen.

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Apr
06
2009
4

Tratschküche Arbeit: Wo die weibliche Karriere scheitert

Ich gehöre zu einer Generation von Frauen, die mit dem Recht lebt, jedem klar ihre Meinung sagen zu dürfen: Das gilt sowohl für die Wahlkabine, als auch am Arbeitsplatz und in der Familie. Nur: Warum macht es dann keine?

businesswomenDer Krankenbesuch einer ganz besonderen Frau hat mich auf das leidige Thema Emanzipation, Teamarbeit und Karriere gebracht. Was sie mir über Tee und Keksen erzählt hat, geschieht tagtäglich in vielen Büros, Fabrikshallen oder Redaktionen. Ein große Gruppe von Frauen arbeiten zusammen, es gibt Alteingesessene, solche, die es sich langsam gemütlich machen und jene, die sich erst ganz kurz im Beruf bewegen. Zu letzeren gehört mein Krankenbesuch.

Zuerst untereinander ausrichten und dann über andere ausrichten lassen
Was sie gemeinsam mit ihrer ebenso jungen Arbeitskollegin/Freundin erlebt hat, ist ein typisches Frauenproblem: Die engagierte Junge macht einen Formfehler, ein Termin wird falsch notiert. Die Alteingessesenen sind empört. Statt sie nun einfach persönlich auf den Fehler aufmerksam zu machen, beschweren sie sich zuerst untereinander über diese furchtbare Person, um dann aufgeschaukelt zum Vorgesetzten mit der Bemerkung “Sie ist nicht verlässlich und vergisst ständig Termine” zu dackeln. Zudem wird meinem Krankenbesuch gesagt, sie solle der Wurzel allen Übels (die dazu noch im Krankenstand war) ausrichten, was sie nun alles falsch gemacht habe und das nächste Mal besser machen solle. Das nenne ich “ausrichten” vom Feinsten. Und das ist typisch Frau.

Kleine Ausschweifung zur Erklärung: Ich bin froh über die Rechte der Frauen, ich verlange Glechberechtigung, gleiche Bezahlung und gleiche Pflichten für Frauen und Männer. Ich gebe leidenschaftlich gerne allzu konservativen Ansichten kontra. Doch was ich bisher in meinem Berufsleben gesehen habe, läßt mich besser verstehen, warum so wenig Frauen Karriere machen. (Lustigerweise sind genau in den Einstiegsstufen des Journalismus unglaublich viele junge Frauen zu Gange. Je näher es dem Ende der Karriereleiter geht, desto geringer wird diese Zahl.)

Keine klaren Grenzen, keine klare Meinung
Ich frage mich immer, warum so viele Leute in ihre Lebensläufe die Eigenschaft “guter Teamplayer” hineindichten. Nach meinen Erfahrungen ist ein Großteil der Menschen genau das nicht. Gerade Frauen verstehen darunter meist, dass sie sich mit allen gut verstehen müssen – um jeden Preis. Das große Problem damit: Sie setzen keine klaren Grenzen. Frauen wollen sich vorneweg mit allen verstehen, nur hinter dem Rücken des jeweils anderen wird ganz klar, was sie eigentlich gut finden und was nicht. Sie sagen nicht, was sie selbst wollen und was sie von anderen verlangen. Wie soll man denn mit so jemand Unberechenbaren zusammenarbeiten, geschweige denn als Vorgesetzen richtig (ein-)schätzen?

Mich wundert es nicht, dass soviele Frauen nicht über den Assistenz-Posten, die  Sekretärinnen-Stelle oder den einfache Angestellen-Status hinauskommen. Auch wenn es sich dabei nur um einen Aspekt handelt – neben schlechter Kinderbetreuung, Work-Live-Balance, keinen Ambitionen, keiner Förderung, unterschiedlicher Erziehung und vielem mehr. Meine Meinung: Klare Grenzen öffnen die Karriereleiter. Und Offenheit macht daneben auch mehr Spaß am Arbeiten.

Bildquelle © Christoph Wilhelm/zefa/Corbis

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Feb
27
2009
0

Ein Beitrag zur inoffiziellen Wiener Ferienstatistik

Warum die Bundeshauptstädter im eigenen Ausland viel essen und mehr

Zu jeglichen Ferienenden häufen sich ja immer die Tourismus-Statistiken, wer wohin wielange wieviel und wie Österreich davon perfekt proftiert hat. Die weitaus interessantere und dementsprechend inoffizielle Statistik habe ich bei einem Hüttenwirt aufgeschnappt: In der Wiener Ferienwoche stieg der Umsatz bei Essen jeglicher Art um zehn Prozent.

Liebe Zungen behaupten, dass die viele gute Luft auf den Bergen den Wiener Hunger fabriziert. Böse Zungen wiederum, dass die Bundeshauptstädter von so viel Sport so geschlaucht sind, dass sie doppelte Portionen essen müssen.

Assimiliert von Kärtnern und Steirern

Die bösen Zungen (vulgo Restösterreich) fühlen sich durch diese Nachricht in ihrem Urteil über den unguten und peinlichen “Mundl” bestätigt. Obwohl es den echten Wiener in dem Sinne kaum mehr gibt, weil er vor langer Zeit von den heranströmenden Steirer- und Kärtnerstudentenschaaren vertrieben bzw. assimiliert wurde.

Ich bin immer wieder überrascht, wie wenig man sich außerhalb der Bundeshauptstadt über diese Spezies “Wiener” freut. Bestimmt verhalten sie sich oft auch so – ich weiß es nicht, weil ich in den zwei Jahren Wien meines Wissens keinen einzigen reinrassigen “Mundl” getroffen habe. Dennoch muss man den Wirten glauben, die nach den diesjährigen Semesterferien sagen: „Ich weiß nicht warum, aber diese Woche macht mich fertiger als alle anderen.“

Mischwesen de luxe

Vielleicht handelt es sich dabei aber auch um eine heimtückische Mischung aus dem grantigen “Mundl”, dem leutseligen Steirer und dem schwer traditionellen Kärntner (um einmal alle Stereotypen zu vereinen), die sie zu dieser fatalen Aussage verleitet. Man stelle sich das vor seinem geistigen Auge vor:  Da sitzt er also in der Hütte, trägt Adidas-Sneaker, eine Thermo-Hose und einen Lodenmantel und beschwert sich beim Wirt: Die Leut sind zu freundlich, die Musik zu wenig stoakoglerisch, das Bier zu tschechisch und die Portionen zu klein. Wer wäre da nicht fertig?

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Written by Ronni in: Mitgehört | Schlagwörter:, ,
Feb
09
2009
5

Unplugged am Ohr der Österreicher

Wer wissen will, was die Österreicher denken, braucht keine Umfragen. Er muss sie einfach nur öffentlich belauschen.

Zu den weniger angenehmen Dingen in meiner Zeit als Agentur-Journalistin zählte eindeutig der Auftrag, des Volkes Stimme zu eruieren. Das war nicht nur sehr mühsam, sondern bringt im Endeffekt wenig bis noch weniger , weil 1. Die Leute genervt sind und sowieso nichts sagen wollen (schon gar nicht, wenn ihr Gesicht danach nicht zumindest “im Fernsehn” ist und sie so einen Rundruf in der gesamten Verwandt- und Bekanntschaft machen können) 2. sie dann genau das sagen, was von ihnen gesellschaftlich erwartet wird und 3. man meistens schon im Voraus sagen kann, wen man anredet, um welches Ergebnis zu bekommen.

Viel effektiver und ehrlicher ist es da schon, die Menschen auf der Straße einfach zu belauschen.  An einem schönen Wintertag habe ich also meine omnipräsenten Belanglosigkeitsschützer (meine Kopfhörer) daheim gelassen und mich unter die Menge im 1. Wiener Gemeindebezirk gemischt.

Besser als die “Wochenschau”

wochenschau

via Bizeps.or.at

Wer sich unter Touristen, Mozarts in allen Variationen, dem meist weiblichen Shoppingvolk und Hofratsgattinnen bewegt, bekommt eine Zusammenfassung der Ereignisse der vergangenen Tage (besser als die “Wochenschau“) mit dem gewissen subjektiven Touch.

Die prekäre Lage der AUA zum Beispiel war das Gesprächsthema zweier Enddreißiger in der typischen Geschäftstätigen-Uniform. Die Frage: “Und bist du letztens wieder Businessclass geflogen?” hat einen halb leidend, halb gequälten Blick der Befragten zur Folge:  “Ja, das ist auch nimmer das, was es mal war. Kein Wunder, was da das Management alles verbockt hat.” Einfach und kompakt, mit einem traurigen Unisono-Kopfnicken abgerundet.

schoeps

via Hauptplatzpassage.at

Kommentiert wird ebenfalls die Umorientierung der Wiener Textilhandelskette Schöps, aus denen Filalschließungen und Abverkauf der bisherigen Kollektion (“Variationen in Fekalbraun”) resultieren. Zwei Pelzyetis um die 80 mitten im Räumungsrummel: “Und, hast was gefunden?” Energisches Kopfschütteln:  “Na, schau dir das an, alles so furchtbar altmodisch!”, die Dame deutet vage umher. “Des wird sicher besser”, ist ihr Gegenüber überzeugt. “Das haben’s beim Hitler auch gesagt.” Aha. Tja.

Das geheime Freizeitverhalten der Österreicherinnen

ferguson

via tvscoop.tv

Straßenthema ist das geheime  Freizeitverhalten der heimischen Mitbürger: “Letzte Woche haben wir wieder Poker gespielt”, gesteht eine Mittzwanzigerin mit einem schuldigen Blick ihrer Freundin. Zwei Shopperinnen fachsimpeln über einen Haarreif, den sie immer bei “Fergis Kinder in der Gala” sehen, “wenn die zu einer Hochzeit gehen”. Und eine andere Dame ruft am Telefon zur Kaffeezusammenkunft auf, weil sie jetzt so einen Kaffee “wie der George Clooney” hat.

Fiona

via daylife

Heimische Prominenz auf dem Prüfstand

Die heimische Prominenz – an diesem Tag von  Frau Fiona Pacifio-Grissini-Grasser vertreten – hat es in die Konversation zweier gelangweilter Schmuckverkäuferinnen am Graben geschafft: “Schau, die Svarovski-Frau im Jogginganzug”, ruft die eine aufgeregt aus. “Selbst da drin aufgmascherlt. Also i würd mi genieren!”, kommentiert die andere. Nur wenige hundert Meter weiter kreuzt eine andere “Prominente” meinen Weg, weitaus unsichtbarer unter Hermes-Tuch und Moonboots bleibt sie unkommentiert. Nur ihr zugekniffener Mund bestätigt meine Vermutung: Es handelt sich Christiane Hörbiger.

Von meinem großen Lauschangriff völlig verschont wurden die Horden japanischer und ostsprachiger Touristen vor dem Stephansdom. Die können sich einfach nicht integrieren und konversieren auch weiterhin in ihrer Landessprache.

Edit: Die genialen Monochromer sammeln diese Art von Belauschungen unter www.monochrom.at/vorueberschreiten und freuen sich über neue Beiträge von Jederfrau/mann. Zum Zerkugeln!

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Written by Ronni in: Spaziergang | Schlagwörter:, , , ,

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