Jul
23
2010
2

Beste Wochenreste: Kopflastig

Zurzeit ist das Radfahren in Wien sehr angenehm, weil zirka Dreiviertel aller Autofahrer ihre Vehikel auf Urlaub eingeladen haben. Wer also nicht (mehr) verreist in diesem Sommer, kann sich ja mit mir gemeisam auf eine Reise im Kopf begeben.

Ein Museum als Zuhause
Manche Museen möchte man einfach nie verlassen – so geht es  mir zumindest immer bei einem Besuch in der Pinakothek der Moderne in München. Wer sich im “Museum of Science and Industry” in Chicago besonders wohlfühlt, kann sich jetzt für einen ganzen Monat einquartieren:

We’re looking for someone to take on a once-in-a-lifetime assignment: spend a Month at the Museum, to live and breathe science 24/7 for 30 days. From October 20 to November 18, 2010, this person’s mission will be to experience all the fun and education that fits in this historic 14-acre building, living here full-time and reporting your findings to the outside world.

Hört sich ziemlich lässig an, oder? Zudem gibt es für den glücklichen Außerwählten auch noch 10.000 Dollar Preisgeld und jeder Menge “tech gadgets”. Himmlisch! (via Max)

Traumhaus
Als Kind konnte ich gar nicht genug von Lego bekommen, mein Zimmer war wochenlang ein einziges Legoland. So weit wie diese Damen und Herren bin ich aber nie gekommen – ein Traum! (via Heinz)

Musikalische Weltreise
Mein Urlaub ist ja leider schon wieder vorbei, daher spricht mich Melas “Musikalische Weltreise” wahrscheinlich umso mehr an: Auf ihrem Blog hat sie Oden an besonders schöne Städte gesammelt.

Unter die Haut
Es gibt Musikfreaks von jeder Sorte, zum Beispiel auch jene, die sich Musik nicht nur in Form von Gänsehaut unter die Haut gehen lassen. Unter dem Titel “Lyrical Tattoos” findet man auf Flickr Peckerl, der musikinspirierten Sorte. (via Spreeblick)

Nostalgische Visitenkarten
Bei mir sind die Visitenkarten nur marginal durch ein Gummiband zusammengehalten und damit geordnet. Ich kenne aber auch Menschen, die ganze Ordner angelegt haben und sich bei den Menschen hinter den Kärtchen lehrbuch-mäßig in regelmäßigen Abständen ins Gedächnis rufen. Von der anderen Seite ist das Stefan Mey angegangen und sich nostalgisch an die Visitenkartenbesitzer und ihre Geschichten dahinter erinnert. Absolut lesenswert! (Bild via Flickr)

Heißer Freitag
Heute soll ja der heißeste Tag der Woche sein. Es gibt wahrscheinlich nur wenige, die bei diesen Temperaturen kein Hirn aus Mus bekommen. Sich hitzefrei zu geben bzw. den Arbeitsfreitag ein bisschen zu verkürzen ist dabei nur mehr als verständlich, völlig anders sieht das aber Medienmogul Rupert Murdoch nach dem KLICK (via Armin Wolf)

  • Share/Bookmark
Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, , , ,
Jul
16
2010
2

Beste Wochenreste: Liebevoll

Die Liebe ist ein seltsam Spiel, das wusste schon Connie Francis in den 60er-Jahren. Besonders schwierig wird es, wenn bereits eine Umarmung körperlich anstrengend ist – Schuld sind die rund 40 Wiener Grad da draussen. Wie gut, dass es das Internet gibt, denn dort ist Liebe in jeder Form vorhanden und nimmt keinen Einfluss auf die Körpertemperatur.

Gestrickte Liebe
Liebe kann perfekt in einen Schal oder eine Decke eingestrickt sein, wie unsere Großmütter und die eigenen Werkstunden in der Schule vor vielen Jahren zeigten (auch wenn bei letzerem mehr Ärger im Spiel war). Manche Menschen lassen diese Liebe auch der gesamten Öffentlichkeit zu Gute kommen und betätigen sich in “Knitta” oder “knit graffiti”, d.h. gestrickte Graffiti. Die ersten Knitta-Versuche auf der Wiener Schmelzbrücke habe ich hier entdeckt.

Neues Lieblingsbuch?
Mit viel Liebe dürfte auch dieses Projekt voranschreiten: Jessie und Julia von LesMads schreiben an einem Buch über ihre bisherigen drei Jahre als Modebloggerinnen. Es wird im Jänner 2011 erscheinen, gespannt bin ich schon jetzt. Mehr dazu findet ihr hier.

Geliebte User
Über die Macht der User wird ja viel geschrieben, das Internet definiert sich vielerorts nur durch die Teilnahme jedes Einzelnen am Ganzen. Seit es Blogs, aber im besonderen soziale Netzwerke gibt, fürchten sich einige Unternehmen ganz schön vor dem Negativum der Userliebe, dem “Flaming“. Die ÖBB kommt weder auf Twitter, noch auf Facebook besonders gut weg. Wie beim Beispiel Ticketpreiserhöhung darauf reagiert wurde und welche Lehren sich daraus ergeben, liest man am besten auf dem Blog der besten Liechteneckers.

Digitaler Knigge
Respekt kann auch eine Form von Liebe sein, allen Menschen gegenüber im generellen und bei Einzelnen im Besonderen. Das gilt nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch im luftleeren Raum, dem Internet. Unter dem Titel “101 Leitlinien für die digitale Welt” hat die deutsche Telekom den alten Knigge digitalisiert. Und damit wir nicht vergessen, dass auch Oma Respekt gern auf Polster gestickt hat, gibt das ganze im Old-Fashion-Style. (via RupprECHT)

 

Sachen zum “Hach”en
Dieses Video ist ja wirklich bereits rund um die Welt gegangen, aber ich finde, es hat hier auch noch Platz. Als dem Standpunkt als Journalistin würde ich wohl ähnlich reagieren wie die Dame, meine Reputation als seriöse Berichterstatterin ist damit wohl dahin. Ansonsten – süß! (via electru)



Sachen zum “Hach”en2

Wo wir schon dabei sind: Michi von Cooloutfit hat immer die schönsten Fotos und zum heutigen Thema passen sie besonders gut dazu.

  • Share/Bookmark
Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, , , , , , ,
Jun
04
2010
1

Beste Wochenreste: Von Kindheitserinnerungen und Urlaubsträumen

Soll ich wirklich noch etwas über das Wetter schreiben? Nein, ich sollte stattdessen einfach Oscar Wilde zitieren: “Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.” Derweil gibt es hier zumindest im Kopf einen Ausflug in schöne Gefilde, sei es Urlaub oder Kindheit.

Zeige Sie mir eine typische Geste
Bereits im Italienisch-Unterricht wurde mir vermittelt, dass meine Gesten anderen Ländern schon gar nicht das gleiche bedeuten müssen. Der ORF-Korrespondent im Nahen Osten Karim El-Gawhary klärt auf seinem taz-Blog nun sehr interessant über orientalische Gesten auf:

Urlaub am Arbeitsplatz
Viele träumen jetzt vom baldigen Urlaubsbeginn, besonders wenn das Wetter in Österreich so gar nicht will. Als Freiberufler hat man ja die schöne Wahl, seinen Arbeitsplatz so gestalten, wie man möchte. Unter dem Titel “Surfing with the sand between my toes” hat sich der Künstler Justin Kemp eingerichtet: (via Luca)

Ohne Füße beim Barcamp
Wie es ist, sich die ganze Zeit sitzend fortbewegen zu müssen – und nicht nur freiwillig ständig vorm Computer zu sitzen – konnte ich beim Barcamp Wien am vergangenen Wochenende ausprobieren. Der sehr charmante Martin Habacher hat mit der Aktion “Barchair” die anwesenden Geeks auf den Rollstuhl gesetzt, sie als Profi durch einen (für Fußgänger völlig unspektakulären) Parcour holpern und danach Fragen beantworten lassen. Bildlich festgehalten schaut das Ganze so aus:

Alle weiteren Videos gibt es hier.

Die Macht der Kinogeher
Beim Barcamp war natürlich auch wieder von der “Macht der Crowd” die Rede. Damit soll jene Stärke bezeichnet werden die sich ergibt, wenn eine Masse von Nerds im Internet gemeinsame Sache macht. Der Internetdienst Mombo.com nützt zum Beispiel Tweets auf der ganzen Welt, um Filme zu beurteilen. Ich finde: 8.000 Tweets pro Tag sind doch deutlich aussagekräftiger als eine Handvoll selbstverliebter Filmkritiker, das haben amerikanische Wissenschaftler hier auch noch bewiesen.

Bist du groß geworden!
Seit einem gewissen Alter erwische  ich mich leider dabei, mich mit den Worten “Bist du groß geworden!” nicht um ein Haar von meinen eigenen Tanten und Onkeln zu unterscheiden. Bin jedesmal wieder entsetzt, wenn mir dieser Satz aus dem Mund flutscht. Vielleicht sollte ich mir als Vorbereitung einfach den Film von JK Keller anschauen, der sich acht Jahre lang jeden Tag fotografiert und daraus ein kleines Filmchen gemacht hat.

Zurück in die Kindheit und retour
Apropos Kindheit: Was haben wir mit Marty McFly mitgefiebert, bis er seine Jennifer (??) – wie war das mit Frauennamen in Filmen? – endlich hatte (sogar als ihn seine Geschichte in peinliches Wild-West-Territorium führte). Der Künstler Nils Guadagnin hat das legendäre Hoverboard jetzt nachgebaut, richtig fliegen kann es aber nicht – Elektromagnete kreieren nur in auf der Ausstellungsfläche das Schwebeerlebnis. (via Engaget)

  • Share/Bookmark
Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, , , , ,
Jun
01
2010
3

Banksy – Graffiti-Kunst auf höchster Stufe

Genauso wie den Besuch im Museum, liebe ich das darauffolgende Stöbern im Museumsshop. Bei meinem Ausflug nach München vergangene Woche konnte ich natürlich nicht an der Pinakothek der Moderne vorbei – sie ist ja schon durch ihre Architektur alleine sehenswert. Im Shop ist mir dann das Buch “Wall and Piece” des genialen Graffiti-Künstlers Banksy in die Hände gefallen, für das ich hiermit eine absolute Empfehlung ausspreche.

Bekannt wurde der Künstler durch seine Schablonen-Graffiti, mit denen er nicht nur in seiner Heimatstadt Bristol, sondern auf der ganzen Welt Mauern verschönt und Fußgänger zum Lachen bringt. Hier ein paar Beispiele, entschuldigt die eher schlechte Fotoqualität (der Buchkauf lohnt sich wirklich…)




Gegen die Kommerzialisierung der Öffentlichkeit
Banksy protestiert mit seinen Graffitis vor allem gegen die kommerzielle Vereinnahmung des öffentlichen Raumes, wie er in dem Buch ausführt:

The people who truly deface our neighbourhoods are the companies that scrawl giant slogans across buildings and buses trying to make us feel inadequate unless we buy their stuff. They expect to be able to shout their message in your face from every available surface but you’re never allowed to answer back. (…) Some people become cops because they want to make the world a better place. Some people become vandals because they want to make the world a better looking place.

Um das Graffiti als gleichberechtigt zu Werbung zu etablieren, hat er einfach leere Wände zur Graffiti-Zone erklärt. Im Buch sieht man sehr gut, wie eine weiße Wand plötzlich Farbe bekennt.

Kunstkritik
Wie viele junge Künstler stößt sich Banksy an dem oft sehr elitären Verständnis von Kunst und an der Darstellung von Kunst im Museum (umso lustiger, dass seine Bücher im Museum zu kaufen sind).

Despite what they say graffiti is not the lowest form of art. Although you might have to creep about at night and lie to your mum it’s actually one of the more honest art forms available. There is no elitism or hype, it exhibits on the best walls a town has to offer and nobody is put off by the price of admisson.

Seine Meinung hat er auch vor der Londoner Tate Gallery zum Ausdruck gebracht:

Sehr bekannt wurde er auch durch seine Aktionen in Museen: So hat er unter anderem im New Yorker MOMA, im Metropolitan Museum of Art, im American Museum of Natural History sowie im Louvre ungefragt Kunst (mit dem gewissen Etwas) aufgehängt um zu sehen, wie lange es dauert, bis sie jemand bemerkt – von zwei Stunden bis zu Wochen war alles dabei.

Politische Kritik
Banksy nimmt sich aber nicht nur westlicher Probleme an, äußerst genial finde ich auch seine “Bemalungen” der Mauer im Westjordanland.


Auch in Wien findet sich der ein oder andere Banksy an einer Hauswand – wer einmal den Stil gesehen hat, erkennt es sofort. Vielleicht sollte man sich auch gleich ein Stemmeisen einpacken, denn Sammler zahlen bereits Unmengen für einen “echten” Banksy. Das hat auch Kate Moss zu spüren bekommen, der vor kurzem ein Portrait im Wert von 90.000 Dollar gestohlen wurde.

Wer noch mehr zu Banksy wissen will, liest z.B. die FAZ.

  • Share/Bookmark
Written by Ronni in: Bewertet | Schlagwörter:,
Mai
07
2010
1

Beste Wochenreste: Kunst, Kino, Krieg

Einem einmaligen Zusammenspiel aus schönem Wetter, viel Arbeit und  geringer Fundstück-Ausbeute habt ihr es zu verdanken, dass am Hochsitz bereits die Strohballen über den Bildschirm wehen. Hiermit wird diesem Treiben ein Ende gesetzt, hoffentlich auch für längere Zeit…

Kunstunterricht der einfachen Art
Als Vertreterin der vielen Worte bin ich ganz und gar nicht abgeneigt, komplizierte Dinge auch einmal ganz einfach und kurz zu erklären. Und siehe da: Plötzlich interessieren sich weit mehr Menschen für ein Thema, dass davor als stiefmütterlich und pensionistenreif beklagt wurde. Ein gutes Beispiel ist da wohl die Kunst: Je unverkrampfter der Zugang zu Theater, Installationen, Malerei uvm. ist, desto interessanter können sie werden, auch für die so oft zitierte “Jugend”. (via thestylelicious)

Sinnsuche
Wie viele Menschen sind wohl täglich auf der Suche nach dem Sinn des Lebens? Elizabeth Gilberts hat darüber ein Buch geschrieben, dass sich (zumindest auf Englisch) sehr gut liest. Sie geht dafür ein Jahr lang auf Reisen, vier Monate nach Italien, vier nach Indien und vier nach Indonesien – eine Tat, die mir schon vor dem Lesen des Buches zugesagt hat. Auch wenn es mir im Indien-Part zu sehr um Meditation geht, ist diese Lektüre sehr zu empfehlen, weil sie einem einen positiven und entspannten Blick auf das Leben erschließt.

Wer sich die Geschichte lieber von Julia Roberts erzählen lassen will, schaut ab September ins Kino:

Im Zuge der Filmpromotion haben sich die Marketer etwas Nettes einfallen lassen: So erhielt die Redaktion von fem.com eine handgeschriebene Postkarte von Julia Roberts aus Rom (und fragte nicht umsonst nach der armen Praktikantin, die das erledigen musste).

Terminator ist ein Microsoft-Fan
Etwas dümmlich und am Ende besiegt – kein Wunder, dass der Terminator ein Microsoft-Fan ist! ;) Stefan hat ein Video, dass diese Tatsache beweisen soll. Bitte Geduld, bis zum Showdown dauert es ein bisschen…

Sachen zum Lachen
Als kleiner Nachtrag zum Star Wars-Day diese Woche: Alternative Beschäftigungsmodelle von Darth Vader – zum Beispiel als Stimme für Navigationsgeräte. Einfach zum Schießen! (via Susi)

  • Share/Bookmark
Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, , , , , ,
Mrz
26
2010
3

Beste Wochenreste: Ausgezeichnete Musikvideos

Obwohl mir die Sprache das wichtigste Gut ist, sammeln sich in letzter Zeit wieder einmal Videos in Hülle und Fülle. Heute stehen sie fast zu 100 Prozent im Zeichen der Musik, was hoffentlich Anlaß zur Freude gibt.

Am Anfang steht aber kurz noch das geschriebene Wort, wohl aber im richtigen Zusammenhang: Dem Erfolg von YouTube geht Wired zum 5. Geburtstag der Videoplattform in einem sehr interessanten Artikel zu Grunde. Sie finden fünf Geheimnisse, die YouTube zu dem machen, was es ist.

Chatroulette rulez!
Über das neueste Liebkind der Internet-Community – Chatroulette – habe ich bereits an anderer Stelle geschrieben, jetzt bevölkern nicht nur Hollywood-Stars und Perverse diesen Kanal, nein, auch coole Stand-up-Musiker nutzen ihn. Angefangen hat alles mit Merton, dem Piano-Chat-Improvisateur, der zu jedem Gesicht auf einen Song dichtete (via Spreeblick):

Der amerikanische Sänger Ben Folds hat sich ihn zum Vorbild genommen und bei einem Konzert die Kamera ausgepackt, einfach genial!

Kunstvideo
Die Genialität der alten Maler hat sich die Band “Hold your Horses” zu Nutze gemacht und in ihr Musik-Video zu “70 Million” im Live-Action-Painting-Stil gedreht. Unglaublich detailreich und ein reiner Augenschmaus (Achtung, wer keine Männer in Kleidern mag, sollte gefasst sein). Zu sehen: Alles von Rembrandt über Frida Kahlo bis Andy Warhol (via sueholzer):

Serienreif
Titellieder von Serien sind der Eintrittspfad zum Erfolg, sie müssen mitreißend sein, Ohrwurmqualität haben und natürlich leicht erkennbar sein. Viele Bands haben damit (und natürlich auch mit Werbeuntermalung) ihren Durchbruch geschafft. Vielleicht passt das ja auch für den Herrn Frederik, der sich diese in einem TV-Song-Medley in zweifacher Ausführung ausgezeichnet zu Nutze macht. (via Electru)

Werbung einmal anders
Apropos Werbeuntermalung: TV-Spots für Tampons und Binden sind unerträglich, das erkennen anscheinend jetzt auch Hersteller. Der US-Konzern Kotex (der Name ist ein Wahnsinn, ich weiß) nimmt seine eigenen Kampagnen der vergangenen Jahre aufs Korn und macht einen Werbespot, mit dem sich wohl jede Frau eher identifizieren kann, als mit weißgekleideten tanzenden Menschen (via ZEIT-Sexblog):

Die “Sachen zum Lachen” fallen heute aus, hoffe aber es gab davor genug Erheiterung…

  • Share/Bookmark
Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, ,
Feb
16
2010
0

Den öffentlichen Raum zum Kunstraum machen

Ich bin kein prinzipieller Feind von Werbung, das schicke ich hiermit gleich voraus. Intelligent durchgedacht und passend zum Ambiente kann Werbung auch selbst zum Mehrwert werden. Sehr oft bleibt sie aber platt und störend, besonders im öffentlichen Raum.

Ein Künstlerkollektiv hat sich im Rahmen der Transmediale in Berlin Gedanken über die Zugepflastertheit von Straßenzügen gemacht und einen Adblocker für den öffentlichen Raum erfunden, “The Artvertiser“. Dabei handelt es sich um ein eigens entwickeltes Fernglas, das Werbung ausblendet und sie durch Kunst ersetzt.

Was dahinter steckt, erklärt ein interessanter Artikel auf Blogpiloten.de:

Julian Oliver ist einer der Initiatoren des Projekts. “Die Stadt ist ein Raum der verdichteten Reize”, sagt er. Er wolle sich nicht damit zufrieden geben, dass die Bewohner Städte nur Lesen und nicht schreibend neu gestalten können – anders als Unternehmen, die sich optische Beeinflussung ihrer Städte mit Geld erkaufen können. Bürgern hingegen bleibt der Zugang verweigert. Darum setzte er und seine Mitstreiter sich daran, Computern das Widererkennen von Werbeflächen beizubringen.

Für Olivers Mitstreiter Damian Stewart bedeutet das Projekt auch noch etwas anderes – nämlich Hirnfrieden. Forschung hat ergeben, dass die Hirnaktivität beim Konsum einer Google-Seite wesentlich aktiver ist als beim Lesen eines Buches – weil ständig neue Entscheidungen getroffen, neue Reize auftauchen. Das sei nicht gut für das Hirn, ziehe zu viel Energie, sagt XY – eine andere Begründung dafür, Werbung zu blocken, eine Art Hirnurlaub also.

So sieht das Ganze in echt aus:

Artvertising Berlin, Transmediale 2010 from Julian Oliver on Vimeo.

Ich finde dieses Projekt ziemlich spannend, nicht zuletzt, weil hier etwas aus der Computerwelt in die reale Welt umgemünzt wird – und nicht umgekehrt. Schon länger kann man im Browser Werbung nicht nur wegblocken, sondern mit einem eigenem Ad-on (zumindest weiß ich das von Firefox) durch Kunstwerke ersetzen lassen.

Nachdem ich als Selbstständige öfters an fremden Computern arbeite, genieße ich die leeren Stellen in meinem eigenen Browser besonders. Umso besser, wenn die meisten unnotwendigen Werbungen auf dem Weg in die Arbeit oder anderswo auch gleich mitausgeblendet werden würden.

  • Share/Bookmark
Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:,
Nov
27
2009
4

Beste Wochenreste: Styleguide by Kuriosum

Der Bogen über die heutigen (Monats-)Wochenreste ist nach der Kreativität über das Design gespannt. Vielleicht ist es der Einfluss meines MacBooks, der mich zwar nicht mehr als zuvor Bloggen lässt, mich dafür aber  im November auf besonders viele hübsche Dinge hinweist.

Stylisch Wohnen
Dass Berlin anders ist, wird wohl niemand bestreiten. Wo wenn nicht dort, kann man in einer Tankstelle nicht nur gemütlich, sondern auch stylisch wohnen und wird dann damit in der New York Times gefeatured. Herr Jürg Judin hat zu läppischen 500,000 Euros gegriffen und aus einer alten Shell-Befüllstation im Bezirk Schöneberg eine Designer-Wohnung gemacht, inklusive Grünoase. Um der Kuriosität den Hut aufzusetzen hat der Herr natürlich keinen Führerschein…. (via stylespion)
03berlin_span

Bitte hier entlang für die gesamte Geschichte. Zusätzlich zum kurios/interessanten Artikel ist das Lesen der New York Times natürlich immer wieder Balsam für die von der österreichischen Medienlandschaft geschundene Seele. Für die Tankstelle wäre ich zwar nicht zu haben, dafür aber sehr wohl für sowas. Das steht auf meiner Wunschliste für das Christkind an oberster Stelle, falls jemand noch Geld übrig hätte…

Stylisch Shoppen
Es soll tatsächlich Menschen geben, die keine Freude am Geldausgeben in jeglicher Hinsicht haben – besonders, wenn es um Körper- und Fußbekleidung geht. Die Japaner – die Oberchefitäten des Konsums – haben vielleicht eine Möglichkeit gefunden, auch Shoppingmuffel ein kleines Lächeln zu entlocken. Dazu haben sie sich des bisher eher als unsexy gegoltenen Barcodes angenommen: (via infosthetics)
barcode_art

Stylisch (?) Essen
Die Idee zu dieser Kuriosität ist sicherlich einem Designer oder anderweitig kreativen Menschen in einer Schaffenskrise eingefallen. Ein kleines bisschen erinnert mich das Ganze an meinen werten Cousin, der sich auch eingehend mit lukullischen Genüssen beschäftigt. Auf Scanwiches beschränkt man sich hingegen vollständig auf das gemeine Sandwich und involviert zum besseren Verständnis einen Scanner. Die Ergebnisse sorgen dennoch (in den meisten Fällen) für das Verlangen nach dem Snack für zwischendurch. (via Spreeblick)
1o2NBqhAYmugfngoH8pNp77Fo1_400

LebensStyle
Wäre ich in der Welt des Dr. Oetkers vor knapp 70 Jahren gefangen, müsste ich mich nach Anblick der Scanwiches sofort in die Küche stürzen und für meinen Liebsten etwas zubereiten. Das Video dazu ist einfach nur lustig und ich hoffe, keiner nimmt das in Hinblick auf das Thema Emanzipation allzu ernst. Im schlimmsten Fall kann man sich darüber freuen, dass wir nicht mehr nach diesem Maßstäben leben (ausgenommen ist natürlich der Fakt über die Männer, die gern Süßes essen ;) ).

  • Share/Bookmark
Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, , ,
Nov
02
2009
0

Beste Wochenreste: Kreativität von A bis Z

Bevor ich die Monatsmarke des Nichtbloggen überschreite, gibt es die Wochenreste bereits am Montag. Wenn man es genau nimmt, handelt es sich hiermit eher um Oktoberreste, die unter dem großen thematischen Bogen “Kreativität” stehen. Es sind allesamt Dinge, die mir so gut gefallen haben, dass ich sie euch nicht vorenthalten will.

creativityFotocredit: Flickr

Best of Hörbuch
In den vergangenen Jahren sind Hörbücher aus der Kinderecke heraus zu einem wahren Bestseller avanciert. Fans der vertonten Buchstaben, die gleichzeitig mit zu wenig Platz im CD-Regal kämpfen, haben im Netz die Qual der Wahl. Auf Blogpiloten.de gibt es eine gute Zusammenfassung der interessantesten Hörbuch-Websites, die eine Entscheidung erleichtern sollte.

Selfmade-Book
Wer sich statt dem passiven Hör- und Lesegenuss gleich selbst an die Arbeit machen will, der wird mit dem neuesten Spielzeug aus dem Hause Wikipedia seine Freude haben: Mit Hilfe des Buchgenerators kann man sich sein eigenes  Schriftwerk zu jedem Thema aus den Seiten des Web2.0-Nachschlagewerkes zusammenklicken.

Mixtape-Revival
Statt tausend gedruckter Worte spricht die Musik auf Mixtapes alles aus und noch vieles mehr. Auf Norberts Filmvermarktungsblog findet diese wunderschöne, aber leider völlig vergessene Art des etwas anderen Liebesbriefes sein Revival. Findige Filmvermarkter haben sie für einen neuen Film ausgegraben (nein, nicht High Fidelity 2) und ermuntern Websurfer, ihr Mixtape digital zusammenzustellen und zu distribuieren. Fein!

Bewerbung Deluxe
Findig ist auch dieser junge Mann, der sich das Web2.0 für seine Bewerbung so gut zu Nutze gemacht hat, dass man ihn eigentlich nur einstellen kann: Thorsten will als Texter zu Red Bull und geht dafür von München nach Fuschl – zu Fuß. Begleitet wird er von Blog, Twitter und Co. Wer seinen Weg kreuzt, schickte eine Postkarte an Red Bull. Seine Bewerbungswanderung ist zwar schon vorbei, das Ergebnis steht noch aus.

Kreative Ausrede
Grandios beruflich wieder hinausgeredet haben sich Drehbuchschreiber in diesem Video: (via Norbsi)

Kunstvoll nackt
Den etwas anderen Studentenjob hat sich die Hamburger Kunststudentin Verena Issel angelacht. Sie hat zwölf ihrer Mitstudenten für den “Art Boy”-Kalender gewonnen und zwar völlig nackt. Das Grundgerüst sind Posen a la Jungbauer, gemischt mit Kunstgeschichte-Anspielungen. Nicht  Wohnzimmertauglich, aber lustig anzusehen! Mein absoluter Favorit: Mister Januar

januar

  • Share/Bookmark
Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, , , , ,
Feb
20
2009
5

Facebook-Kunst

Perfektes Beispiel für die Nutzung von Social Networks in der Kunst-PR

Unzählige Artikel wurden bereits darüber geschrieben, wie denn das ominöse Web2.0 für seine Arbeit nutzbar gemacht werden kann. Bisher habe ich vor allem im Kunst- und Kulturbereich sehr wenig Output dieser Tipps und Tricks gesehen. Umso besser hat mir dieses Lehrbeispiel für Kunst-PR auf Facebook gefallen:

facebook_paint

Die Idee ist einfach und genial: Matt Held, ein Maler aus Brooklyn (woher sonst!), macht aus Facebook-Profilfotos Gemälde. 200 sollen es an der Zahl sein, die dann in einer großen Ausstellung gezeigt werden. Als Model kommt jeder in Frage, der sich in seine Facebook-Gruppe einträgt und den Herrn als Facebook-Freund added.

Die Idee dahinter:

With the development of social networking sites, I’ve developed an interest in how people take simple or complex snapshots of themselves, post them to their page as a representation of who they are and what they want people to see. It is an interesting form of control and, in a way, self-preservation. [...] Take a collection of these portraits and put them into the context of a gallery space or like setting, and you see a community of individuals—their likeness elevated and memorialized like the original commissioners of portrait painting; the rich and powerful—displayed as a portrait’s original intent: expression of an individuals’ character and moral quality.

Was haben die User davon:

We will send you the JPEG of it when/if it gets completed. [...] You can use it as your profile image for facebook, twitter, tumblr, flickr, myspace. [...] The finished, physical piece will remain as property of the artist.

Den Anstoß zum Erfolg dieser Aktion – wie könnte es anders sein – haben Familie und Freunde des Künstlers gegeben. Wie Held auf seinem Blog ausführt, waren sie die ersten, die der Facebook-Gruppe im Oktober 2008 beigetreten sind. Im Jänner konnte “I’ll have my Facebook portrait painted by Matt Held” bereits 165 Mitglieder verbuchen, jetzt im Februar sind es plötzlich mehr als 1.500 Portraitwillige.

Matt Held schafft mit seinem Projekt drei Dinge auf einen Schlag: Er macht sich und seine Arbeit einem breiten Publikum bekannt, stellt ein interessantes Kunstprojekt auf die Beine und schafft es, die Web2.0-User mit dem richtigen “Treat” anzusprechen – ein auffallendes und besonderes Profilfoto. Alles in allem für mich ein Musterbeispiel für Kunst-PR im Web.

via Spreeblick

  • Share/Bookmark
Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, ,

Powered by WordPress. Theme: TheBuckmaker.