Dez
29
2009
2

Things to watch 2010

Das Jahr neigt sich wirklich schon wieder dem Ende zu. Schlimmerweise habe ich nun auch das Gefühl, dass die 365 Tage mit Hilfe einer gesteigerten Zahl von Lebensjahren immer flotter vorbeirennen. Trotzdem fängt mein Jahr 2010 mit Silvester in Paris bereits grandios an und wird laut meinen Prognosen auch in den nächsten Monaten ausgezeichnet. Folgende Menschen haben sich für 2010 ebenso einiges vorgenommen:

52 Personen in 52 Wochen
Wenn über Facebook, Twitter und Co. (liebevoll) hergezogen wird, dann sind die Anzahl der “Freunde” meist einer der Hauptangriffspunkte. Kein Mensch könne diese Maße an Menschen in Wirklichkeit zu seinem Bekanntenkreis zählen, heißt es. Wohnt man in Österreich bzw. in Wien, schaut die Sache schon etwas anders aus, so meine Erfahrung. Durch die Web2.0-Dienste habe ich in der Bundeshauptstadt eine Vielzahl an spannenden, netten und lustigen Zeitgenossen kennengelernt, von denen einige  auch in meinen echten Freundeskreis übergelaufen sind. Natürlich sind ehrlicherweise nicht alle Menschen auf Twitter und Facebook so interessant, dass man sie treffen will, aber über 80 Prozent bin ich sehr froh und freue mich auch immer, sie zu treffen. Wie man aus diesen spannenden Kontakten  Potential für neue Ideen schöpfen kann, versucht Hannes Offenbacher nun herauszufinden.

Bei Xing stehe ich derzeit bei rund 3800 Kontakten, bei Facebook bei 820 Freunden und bei Twitter 680 Follower. Einmal schnell geschätzt habe ich in dieser Umwelt des Social Webs in der Woche mit rund 30 neuen Gesichtern zu tun. {…} Mal abgesehen von den real bekannten Kontakten, die man beruflich oder privat tatsächlich immer wieder trifft, interessiert mich vor allem eine Gruppe: Die coolen Unbekannten. Man fügt sie einmal hinzu (oder sie tun es), weil man etwas vermutet, das Projekt/ die Firma rasend interessant erscheint, man etwas beim Anblick des (kreativen) Fotos spürt, weil ein Halbsatz im Profil neugierig macht und sie ein einziges Status Update, ein ausgeschriebener Gedanke, sofort sympathisch macht. Verdammt, warum treffen wir diese Leute nicht?

Damit er sich nicht mehr deswegen ärgern muss, hat er ein ehrgeiziges Ziel für das kommende Jahr:

Ab 2010 starte ich einen Selbstversuch. Ich „zwinge“ mich selbst, diese coolen, sympathischen und bis dato nur virtuellen Kontakte in real zu treffen. Auf einen Cafe, ein Glas Wein, ein Frühstück oder zum Lunch. Das ambitionierte Ziel: Jede Woche eine Person. Und: Zusätzlich, einmal im Quartal, gibt es ein größeres Get-together (für noch Unbekannte) in einem Lokal. „Network me“ – so die herzliche Einladung. Ein Netzwerktreffen mit den Kontakten von – mir.

Ich finde das prinzipiell eine gute Idee, die auch Netzkritikern wieder zeigt, dass online nie ohne offline funktionieren kann und viel Zeit im Web noch lange nicht bedeutet, das man über die Monate ein gefühlsgedämpfter Eremit wird. Ganz im Gegenteil: Ich sehe meine Tage und Wochen in der “virtuellen Welt” -  die eigentlich vor zwei Jahren in Wien so richtig begonnen haben – als eine sehr befruchtende und kontaktreiche Zeit an. Ich bin gespannt, wie es Hannes dabei geht. (Fotoquelle: Flickr)

Modeblogger in Magazinform
Über Mode zu Bloggen ist wohl eine der häufigsten Ausdrucksformen von Mädels im Netz und auch ich habe die eine oder andere Modedame in meinem RSS-Feed. Nicht alles ist hundertprozentig qualitätsvoll, aber immer mit  viel Freude am Tun gemacht. Wer sich gern mit Mode beschäftigt und sich nicht nur auf Print-Magazine beschränken will, dem ist das Online-Magazin “The Bloggettes” zu empfehlen. Eine Handvoll Wiener Fashionblogger versucht sich hier an der Darstellungsform Modemagazin und bringt in regelmäßigen Abständen Texte und Fotostrecken zu den schönen Äußerlichkeiten ins Netz.

Banken beobachten
Die Weltwirtschaftskrise, die eigentlich eine Bankenkrise ist, wird uns natürlich auch 2010 noch ausreichend beschäftigen. Das Hauptproblem ist und bleibt ja, dass die Herren Wirtschafter sehr freie Hand beim Schalten und Walten haben und das auch immer erst im Nachhinein bemerkt wird. Die Blogpiloten haben dazu eine Website ausgegraben, die auch für den normalen Web-User einen Überblick über die Banken und ihre Tätigkeiten rund um die Welt gibt.

Wo legt die Deutsche Bank eigentlich Geld an? Wo investiert die Citygroup? Und wo landen die paar Euro, die du bei der Santanderbank angelegt hast? Eine Frage, die trotz der Finanzkrise kaum jemand beantworten kann. Doch damit macht die Seite banksecrets.org jetzt Schluss: Hier ist fein säuberlich nachzulesen, in welchen schäbigen Geschäften vielleicht auch deine Hausbank ihre Finger hat.

Bevor man sich also visionär für die nächsten Jahrzehnte etwas Ansparen will, kann man nun diese Website besuchen. Leider sind dort bisher aber noch keine österreichischen Banken versammelt, vielleicht wird das ja noch mit der Zeit erweitert. (Fotoquelle Flickr)

Garantiert zum Lachen auch 2010
Zum Abschluss des Jahres noch ein Video zur FPÖ-BZÖ-FPK-Geschichte, die schon an sich völlig lächerlich ist, aber nochmals sehr lustig auf YouTube persifliert wird. Das Leben des Brian ist halt immer ein Hit. (via Helge)

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Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, , , ,
Aug
07
2009
3

Beste Wochenreste: Dünne Mädels und dicke Kerle

Die österreichichsche Medienlandschaft erzittert diese Woche ob einiger Aufreger. Jene Empörung rund um die (angebliche) Verprügelung eines Schwimmers in südlichen Gefilden kann ich  ganz und gar nicht nachvollziehen. Was mir viel besser gefällt ist, was die Webszene daraus macht.

Hau den Rogan
Was haben wir alle gelitten! Ich besonders darunter, dass mich am Montagmorgen in der U-Bahn eine völlig belanglose Schlagzeile (auf dem Papier, dass sich Zeitung schimpft) anschreit. Selbst dem Standard war das Prügelaffärchen rund um Markus Rogan eine Titelgeschichte wert. Ich versteh nicht, was mich daran so unglaublich zu interessieren hat. Mir war hauroganes schon wurscht, ob und wie viele gekrönte Häupter er in sein Bett bringt.

Eine weitaus attraktivere Freizeitbeschäftigung ist, was ein Grazer aus der ganzen Geschichte gemacht hat. Unter www.haudenrogan.at hat er drei Minigames ins Netz gestellt, bei denen man sich unter anderem als “PACROGAN” auf die Jagd nach Türstehern macht oder sich als Security in “HAU DEN SCHWIMMER” versucht. Die Seite ist bereits wieder offline gegangen, der Betreiber Andreas Weirer kommentierte auf E-Media: “aufgrund eines rechtsanwaltsschreibens musste ich die seite offline nehmen und auch löschen. ich hatte mehr als 121.000 clicks bis zum bitteren ende.” (Bildquelle vol.at)

Downloaden für Juristen
Was mich schon viel mehr beschäftigt, ist folgende Geschichte, die ich dem Standard entnommen habe:

Weil er 30 Songs über die Internettauschbörse Kazaa heruntergeladen und weitergegeben hat, ist ein Student in den USA zur Zahlung von 675.000 Dollar (474.000 Euro) Strafe an die klagenden Plattenfirmen verurteilt worden.

joelAuf Wikipedia und der offiziellen Website zum Fall ist von sieben Songs die Rede (wer recherchiert in Österreich noch?). Abgesehen davon, dass ich viele Menschen kenne, die möglicherweise bereits ein oder zwei Songs ohne die Hilfe von freundlichen Verkäufern im Elektronikshop erworben haben, gefällt mir, wie gut die Verteidigung (ein Harvard-Professor und seine Studenten) hier internettechnisch organisiert ist. Auf der Website finden sich alle Dokumente, die bisher zu diesem Fall geschrieben wurden, es gibt einen eigenen Twitter-Feed und eine Facebook-Supportseite.  Wenn das kein Hollywood-Filmaterial ist! (Bildquelle)

Skinny Girls, Big Sandwiches
Was im Film nie zu sehen ist, hat mir diese Woche Michi von Cooloutfit nähergebracht:  Diese Seite ist zwar nur für den einmaligen stimmungsaufhellenden Besuch gedacht (außer jemand fühlt sich beim Betrachten von essenden Frauen irgendwie besonders wohl in gewissen Regionen), hat aber durchaus einen Sinn. Es handelt sich dabei um ein Ausstellung von Fotos, die Damen beim Essen von überdimensionalen Sandwiches zeigen, was andere Frauen wiederum glücklich machen soll. Ob diese Sandwiches dann auch in dieser Form im Körper bleiben, wird auf http://skinnygirlsbigsandwiches.com leider nicht beantwortet.

Sachen zum Lachen
Wilde  Schmerzen und gleichzeitig Lachanfälle verursacht mir die österreichische Politik seit einigen Jahren. Beides vereint sich im traditionellen letzten Video der Woche:

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Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, , , , , ,
Jul
24
2009
6

Beste Wochenreste: Barack, Harry und der twitternde Affe

Endlich kann ich wieder meine Zeit damit verbringen, sinnvoll das Internet zu durchqueren und meine schönsten Fundfrüchte hier am Blog darzubieten. Heute gibt es wieder ein kleines Geekorama von Facebook über Twitter bis zu YouTube.

Auf Facebook mit Silvio, Barack und Mahmud
Wer sich in Facebook noch unter Studenten wähnt, der hat sein Profil seit einiger Zeit nicht mehr besucht. Von Business-Partner bis zu Onkeln und Tanten offenbart einem jeder mehr oder weniger viel aus dem Privatleben. Da ziehen natürlich auch die Mächtigen der Welt nach, so meint zumindest die Süddeutsche Zeitung und hilft Barack Obama, Silvio Berlusconi und Mahmud Achmadinedschad schon mal im Vorhinein bei der Erstellung der Profile. Genial! Am besten hat mir Achmadinedschads Profil gefallen, zum anständig Lesen einfach draufklicken.

mahmudDer twitternde Affe
Manchmal frage ich mich das bei Angestellten diversen österreichischer Zeitungen auch, aber die brasilianische Staatslotterie hat einen echten Affen für ihre Schreibarbeit engagiert. Dabei geht es um ein Onlinespiel, bei dem man Wetten kann, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Affe “Jimmy” den jeweiligen Namen tippt. Seine Versuche werden auf Twitter veröffentlicht.  Die Wahrscheinlichkeit, dass Jimmy meinen Namen twittert, liegt übrigens bei 282.429.536.481. Wer das auch mit seinem Namen probieren will, bitte hier entlang. Gefunden habe ich diese Kurosität bei Norbsi, was mich irgendwie auch nicht wundert! ;)

Wer sich das Thema Twitter noch einmal von prominenter Seite wunderbar witzig erklären lassen möchte, ist bei diesem YouTube-Video von Kevin Spacey und David Lettermann gut aufgehoben:


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Written by Ronni in: Fundstück | Schlagwörter:, , , , , ,
Jun
05
2009
4

Am 8. Juni ist es zu spät!

Asche über mein Haupt, dass ich diesen Blog im vergangenen Monat so schändlich vernachlässigt habe. Weitreichende europäische Interessen haben meine Schreibtätigkeiten zum Stillstand gebracht: Die EU-Wahl am 7. Juni.

Deswegen melde ich mich hiermit aus der Versenkung mit einem sehr guten Video der Wiener Werbeagentur instant. Dieses audio-visuelle Helferlein schafft es, meine Bemühungen der vergangenen drei Monate in zehn Minuten witzig und leicht verständlich darzustellen: Sie zeigen warum es sich lohnt, zur Wahl zu gehen. Bitte anschauen und am Sonntag sein Kreuzerl machen, damit mein braver Arbeiterschweiß nicht umsonst vergossen wurde…

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Written by Ronni in: Fundstück, Persönlich | Schlagwörter:, ,
Feb
09
2009
5

Unplugged am Ohr der Österreicher

Wer wissen will, was die Österreicher denken, braucht keine Umfragen. Er muss sie einfach nur öffentlich belauschen.

Zu den weniger angenehmen Dingen in meiner Zeit als Agentur-Journalistin zählte eindeutig der Auftrag, des Volkes Stimme zu eruieren. Das war nicht nur sehr mühsam, sondern bringt im Endeffekt wenig bis noch weniger , weil 1. Die Leute genervt sind und sowieso nichts sagen wollen (schon gar nicht, wenn ihr Gesicht danach nicht zumindest “im Fernsehn” ist und sie so einen Rundruf in der gesamten Verwandt- und Bekanntschaft machen können) 2. sie dann genau das sagen, was von ihnen gesellschaftlich erwartet wird und 3. man meistens schon im Voraus sagen kann, wen man anredet, um welches Ergebnis zu bekommen.

Viel effektiver und ehrlicher ist es da schon, die Menschen auf der Straße einfach zu belauschen.  An einem schönen Wintertag habe ich also meine omnipräsenten Belanglosigkeitsschützer (meine Kopfhörer) daheim gelassen und mich unter die Menge im 1. Wiener Gemeindebezirk gemischt.

Besser als die “Wochenschau”

wochenschau

via Bizeps.or.at

Wer sich unter Touristen, Mozarts in allen Variationen, dem meist weiblichen Shoppingvolk und Hofratsgattinnen bewegt, bekommt eine Zusammenfassung der Ereignisse der vergangenen Tage (besser als die “Wochenschau“) mit dem gewissen subjektiven Touch.

Die prekäre Lage der AUA zum Beispiel war das Gesprächsthema zweier Enddreißiger in der typischen Geschäftstätigen-Uniform. Die Frage: “Und bist du letztens wieder Businessclass geflogen?” hat einen halb leidend, halb gequälten Blick der Befragten zur Folge:  “Ja, das ist auch nimmer das, was es mal war. Kein Wunder, was da das Management alles verbockt hat.” Einfach und kompakt, mit einem traurigen Unisono-Kopfnicken abgerundet.

schoeps

via Hauptplatzpassage.at

Kommentiert wird ebenfalls die Umorientierung der Wiener Textilhandelskette Schöps, aus denen Filalschließungen und Abverkauf der bisherigen Kollektion (“Variationen in Fekalbraun”) resultieren. Zwei Pelzyetis um die 80 mitten im Räumungsrummel: “Und, hast was gefunden?” Energisches Kopfschütteln:  “Na, schau dir das an, alles so furchtbar altmodisch!”, die Dame deutet vage umher. “Des wird sicher besser”, ist ihr Gegenüber überzeugt. “Das haben’s beim Hitler auch gesagt.” Aha. Tja.

Das geheime Freizeitverhalten der Österreicherinnen

ferguson

via tvscoop.tv

Straßenthema ist das geheime  Freizeitverhalten der heimischen Mitbürger: “Letzte Woche haben wir wieder Poker gespielt”, gesteht eine Mittzwanzigerin mit einem schuldigen Blick ihrer Freundin. Zwei Shopperinnen fachsimpeln über einen Haarreif, den sie immer bei “Fergis Kinder in der Gala” sehen, “wenn die zu einer Hochzeit gehen”. Und eine andere Dame ruft am Telefon zur Kaffeezusammenkunft auf, weil sie jetzt so einen Kaffee “wie der George Clooney” hat.

Fiona

via daylife

Heimische Prominenz auf dem Prüfstand

Die heimische Prominenz – an diesem Tag von  Frau Fiona Pacifio-Grissini-Grasser vertreten – hat es in die Konversation zweier gelangweilter Schmuckverkäuferinnen am Graben geschafft: “Schau, die Svarovski-Frau im Jogginganzug”, ruft die eine aufgeregt aus. “Selbst da drin aufgmascherlt. Also i würd mi genieren!”, kommentiert die andere. Nur wenige hundert Meter weiter kreuzt eine andere “Prominente” meinen Weg, weitaus unsichtbarer unter Hermes-Tuch und Moonboots bleibt sie unkommentiert. Nur ihr zugekniffener Mund bestätigt meine Vermutung: Es handelt sich Christiane Hörbiger.

Von meinem großen Lauschangriff völlig verschont wurden die Horden japanischer und ostsprachiger Touristen vor dem Stephansdom. Die können sich einfach nicht integrieren und konversieren auch weiterhin in ihrer Landessprache.

Edit: Die genialen Monochromer sammeln diese Art von Belauschungen unter www.monochrom.at/vorueberschreiten und freuen sich über neue Beiträge von Jederfrau/mann. Zum Zerkugeln!

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Written by Ronni in: Spaziergang | Schlagwörter:, , , ,

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