Jan
22
2010
2

Beste Wochenreste: Sehen und gesehen werden

Es ist schon wieder Ende Jänner? Das habe ich total übersehen! Kaum hat das neue Jahr mit augenscheinlichem Tagezählen begonnen, kann ich den To-Do-Haufen kaum mehr überblicken. Aus den Wochenresten wird daher wieder  – leicht zu erkennen – ein Monatsüberblick. Dieser ist dem Auge und seinen Fähigkeiten gewidmet und wird hoffentlich sichtlich richtig Spaß machen…

Sichtweise
Wer bereits die Anfänge der Social Networks im deutschen Raum mitgemacht hat (sprich die legendären Hochzeiten von StudiVZ) erinnert sich sicher noch an die Gruppe “Disney hat mir ein unrealistisches Bild von Liebe vermittelt”. Diese Prägung vom starken Prinzen, der einem aus der tiefsten Misere ins sein Königreich voll Glanz und Glamour entführt, steckt in uns Prinzessinnen ganz schön tief. Was das eigentlich für unser stahlhartes Pendant bedeutet, eruiert dieses Video: (via Ingrid)

Videobotschaft
Die Vorteile des Internetzs kann man nicht nur für den Job nutzen, wie das alle ständig machen. Sie erleichtern auch mein Privatleben und das meiner Familie. Wenn man drei verschiedene Orte (inklusive einem außerhalb der Staatsgrenze) für einen gemütlichen Familentratsch einrechnen muss, haltet sich die Praktikabilität eines normalen Telefons in Grenzen. Skype heißt daher schon seit einigen Jahren die Wahl des Familienverbinders. Videokonferenzen waren bisher aber nur zwischen zwei Personen möglich, was ich ja persönlich wirklich schade finde – besonders, weil gewisse Grimassen zu gewissen Aussagen einfach viel mehr Spaß machen. Ein neues Plugin für Skype ändert das jetzt: VuRoom. Für knapp 10 Dollar pro Monat Miete kann man sich als Konferenzleiter betätigen, die anderen Teilnehmer kommen gratis dazu. (via Blogpiloten)

Vogelperspektive
Etwas aus der Vogelperspektive zu betrachten hat immer wieder etwas Beruhigendes. Nicht zuletzt macht so ein kleiner Bergausflug die Probleme zumindest bis zum Abstieg ein bisschen kleiner. Gemütlicher kann man das natürlich  in großen Städten haben, wo sich die Menschheit die künstliche Version zur erleichternden Vogelperspektive in allerlei Form und Farben (inklusive Lift) geschafffen hat. Mein letztes Höhenerlebnis war noch in den wenigen Stunden des Jahres 2009 am Eiffelturm in Paris in wunderbarer Begleitung, diesen Turm möchte ich auch irgendwann befahren. Bis dorthin kann man sich mit diesen schönen Bildern einen kleinen Höhenrausch abholen.

Höhenrausch
Zum Politiker wird keiner, der nicht gerne auch gesehen wird – in Zeitungen, im Fernsehen oder mit der rosaroten Brille (ob vom Partner oder  außerhalb bestehender Beziehungen). Die Sache mit den Affären ist dann eine Frage der Sichtweise: Was ist wahr, was ist Gerücht, was sagt die eigene Moral? Man könnte angesichts dieser strenge katholischen Dame und ihren Eskapaden schon in Schadenfreude versinken, der sehr empfehlenswerte Sex-Blog der Zeit stellt dazu aber eine interessante These auf.

Die Emanzipation hat einfach eine weitere Stufe erklommen. Was man bislang hauptsächlich von Männern gewohnt war, tun jetzt auch die Frauen: das Ausnutzen von Machtpositionen für Freundschaftsdienste. Haben wir wirklich geglaubt, das würde nicht passieren? Um einen Spruch von Heidi Kabel abzuwandeln: Die Emanzipation ist erst dann vollendet, wenn genauso viele unfähige Frauen wie Männer in verantwortlichen Positionen sind. {…} Die Erklärung ist vermutlich für beide Geschlechter die gleiche: Wer erst einmal so weit oben ist, fühlt sich unverwundbar. Und vermutlich hat er in dieser Position schon so viele ähnliche Freundschaftsdienste miterlebt, das sie für ihn nichts Besonderes mehr sind.
Bildstrecke
Eine andere Dame hat bereits um einiges öfter das Licht der Öffentlichkeit auf ihr Privatleben scheinen lassen müssen. Lindsay Lohan wird uns nun auch als Richard Lugners Begleitung beehren – ein Coup möchte man meinen! Auch der gewohnt bissige amerikanische Society-Blogger Perez Hilton hat sich dazu zu Wort gemeldet. Unter dem Titel LiLo Is A Paid Escort nimmt er seine Lieblingsbashing-Partnerin in Bild und Schrift ordentlich in die Mangel:
Austrian moneybags Richard Lugner is paying for Lindsay Lohan to be his prostitute arm candy to the Vienna Opera Ball next month. {…} Have fun you two! And remember, no kissing on the mouth.

Sehenswert
Die Silver Surfer sind ja schon ein fixer Bestandteil des Internets, in diesem Video bekommt das aber nochmals eine ganz andere Bedeutung. Ein Schrei! (via Malcolm)

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Nov
17
2009
4

Der etwas andere Wien-Reiseführer

Die nächsten zwei Wochen beehren uns komprimiert liebe Leute aus drei Weltmetropolen – New York, Berlin und Schladming. Als Wohnwiener will man seine Stadt immer von der besten Seite zeigen, was an trüben Novembertagen nicht immer so einfach ist. Zwar spielen die Weihnachtsmärkte im Moment in meine Tasche, ich habe aber eine neue Geheimwaffe entdeckt: Den Schrittmacher.

schrittmacher

Dabei handelt es sich um einen Reiseführer in Form vieler kleiner Karten, die immer einen Tagesausflug zu einem bestimmten Thema anbieten.

Die Idee: Schluss mit Schleppen schwerer Reiseführer und die unübersichtliche Zettelwirtschaft in eine praktisch-ansprechende Form übertragen. Herausgekommen ist eine Schatulle mit schönen Städtetouren, die meist ganzjährig und kostengünstig durchzuführen sind. Einfach eine Karte ziehen – und der stinknormale Tag verwandelt sich in ein kleines Abenteuer.

Versehen mit ansprechenden Fotografien und Wörtern wie “Damenwahl”, “Männerrunde”, “Märchenstunde”, “Dorfschönheit” oder “Spurensuche” schicken die Karten selbst Wohnwiener an Plätze, die sie noch nie gesehen haben. Alleine beim Durchblättern hat mich sofort die Lust gepackt, eine Erkundungstour zu machen. So hört sich das bei den Erfindern an:

Themenorientierte Touren entführen in unterschiedlichste Welten und animieren zum Spionieren:
Ob Glamour der High-Society, Meditation bei Buddhisten oder Alltag hinter Gittern – wer sich auf das Spiel einlässt, erlebt Stadt im neuen Zusammenhang. Dass Puppenstuben die Architektur des Barocks veranschaulichen und man sich im Park eines Arbeiterviertels fühlt wie im eleganten Paris sind nur einige Beispiele der überraschenden Kombinationen. Die Auswahl der Orte zeigt exemplarisch das lebendige
Spektrum der Städte, neben Geheimtipps zeigen die Schrittmacher auch unbekannte Aspekte von Klassikern.

Bisher gibt es diesen schlauen Wegweiser bereits für Berlin, Hamburg, München und Wien – er ist ebenfalls für Paris und Barcelona in Planung. Zu bestellen ist er über die Website, sowohl als auch über den Buchhandel mit Angabe der ISBN-Nummer. Je nach Bestellort zahlt man zwischen 10 und 14 Euro, die sich aber voll und ganz lohnen.

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Okt
12
2009
7

Malta: Zwischen Verkehrsalptraum und mediteranem Hollywood

So schnell kanns gehen: Vom Maltatal in Kärnten beim AlmCamp nach Malta im Mittelmeer in nur einer Woche. Der nachgeholte Urlaub hatte vergangene Woche alle Qualitäten eines Sommers inklusive Schwimmen, Sonnenbrand und Sandalen. Malta itself war eindeutig den Besuch wert.

Seit 21. September 1964 ist der kleine europäische Inselstaat unabhängig von der Kolonialmacht Großbritannien, das Mediterane hat sich in der über 150-jährigen Regentschaft schön in Charakter und Sprache mit dem Englischen vermischt. Wie in jedem Urlaubsland finden sich auch hier einige Schmankerln, was die deutsche Sprache angeht und die politischen Parteien nehmen ihre englische Bezeichnung anscheinend beim Wort:

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Verkehr de Luxe
Bei nur 410.290 Einwohnern können sich die Malteser einiges in Sachen Mobilität erlauben: Nicht nur, dass dort Linksverkehr herrscht, auch sonst geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Die Straßen sind recht überholungsbedürftig und ebenso ist auch die Art der Malteser, über diese hinwegzurumpeln:

Viele Malteser sagen mit einer Portion Selbstironie über sich: „Maltese people don’t drive right, they don’t drive left either, they drive in the shadows!“ („Malteser fahren weder rechts – noch links, sondern dort, wo Schatten ist“). (Quelle Wikipedia)

Der öffentliche Verkehr trägt dazu einiges bei: Züge gibt es keine, von der Hauptstadt Valetta zieht sich ein sternenförmiges Busnetz durch das gesamte Eiland. Betrieben wird es mit Vehikeln aus der Kolonialzeit, die von den Chauffeuren mit einer Selbstverständlichkeit über Berg und Tal gehetzt werden. Als natürliche Klimaanlage fungiert die offene Bustür, Stehplätze ohne Anhaltemöglichkeit sind Gang und Gebe.

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Ein Schmankerl sind auch die Nummertafeln. Statt Ortsbezeichnungen geht man – so meiner Beobachtung nach – einfach dem Alphabet nach und nimmt drei Buchstaben und drei Zahlen als Ausgangspunkt. Wunschkennzeichen haben so eine ganz besondere Qualität:

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Mini-Hollywood
Ins Staunen versetzt wird man in Malta durch das ein oder andere landschaftliche Kleinod: Die zwar sehr karge, aber mit wunderschönen Felslandschaften ausgestatte Insel wurde nicht zuletzt durch den Malteser- bzw. Johanniterorden mit beindruckenden Bauwerken versehen. Kein Wunder, dass Wikipedia folgendes sagt:

Malta ist eine der populärsten Film- und Fernsehkulissen der Welt und wird von der London Times scherzhaft als „Das mediterrane Mini-Hollywood“ betitelt. Beispiele für bekannte Filmproduktionen die hier gedreht wurden sind U-571, Monte Cristo, Troja, Alexander, Midnight Express, Gladiator, The Da Vinci Code – Sakrileg und München sowie prestigeträchtige Fernsehproduktionen wie BBCs Byron und Daniel Deronda. Die von Robert Altmans Film Popeye – Der Seemann mit dem harten Schlag (1980) verwendete Fischerdorf-Kulisse ist heute eine Touristenattraktion, obwohl der Film damals ein Flop war. (Quelle Wikipedia)

Dazu Eindrücke aus der eigenen Sammlung:

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Okt
02
2009
7

Kurz und gut: Das Almcamp09

Wer in der Früh von Kuhglocken geweckt wird und danach als erstes den Twitter-Stream checkt um zu sehen, dass fünf andere gerade Zähneputzen, der konnte sich nur am AlmCamp09 befinden. Knapp eine Woche nach diesem genialen Wochenende kommt nun auch mein Bericht, kurz und gut: informativ, spannend, geekig, urig und gemütlich – eine Gaude!

Ein sehr großer Teil meines Bekanntenkreises ist immer wieder amüsiert bis verstört, was meine exzessive Nutzung von Web2.0-Diensten inklusive iPhone itself angeht. Jeder, der sich in der Welt zwischen Twitter und Facebook bewegt, kennt das anfängliche eigene Unverständnis für diese Dienste, dass früher oder später in jeder Menge Spaß an der Sache und einer gewissen Websucht mündet. Das AlmCamp09 war in diesem Zusammenhang fast wie ein Treffen von Freudensgenossen, die ganz ungeniert ihrer Leidenschaft fröhnten.

Wer inmitten eines Gespräches twitterte oder ein Status-Update an Facebook verschickte, ein neues Programm entwickelte, seine RSS-Feeds las, mit dem Gegenüber eine Runde Online-Computergaming betrieb oder einfach nur wahllos im Netz herumwanderte, war hier einer unter gleichen. Nach dem Motto “Laptop-Deckel zu, Teller drauf” wurde die Gaststube der Leonhardhütte zum Mekka des Elektrosmogs. Dass Geeks aber nicht nur gut computern können, zeigte sich zu späterer Stunde, wenn die Sessions in ein gemütliches Zusammensitzen übergingen, bei dem (entgegen der Meinung vieler) auch Face-to-Face miteinander gesprochen wurde. Das Fazit für das AlmCamp09: Eine Mischung aus Schulandwoche, Geekferien und Uni-Reminiszenz – wunderbar!

almcamp_gruppeDie AlmCamp09-Posse

Eine ausgezeichnete Zusammenfassung über das, was außerdem noch passiert ist, findet sich bei Jürgen Liechtenecker. Nachdem Bild und Ton immer so viele Worte mehr sprechen, verweise ich hiermit auf die Flickr-Fotos von Karola und Werner sowie Ritchies Beweisbilder, die er vor allen so gut versteckt halten will. Die Sessions zum Nachschauen finden sich hier. Nicht vorenthalten möchte ich hiermit auch das sehr amüsante “Anrainervideo” von Ali mit dem neuen Moderatoren-Superstar Peter “Greisl” Greisberger:

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Sep
18
2009
2

Beste Wochenreste: Auf nach Hogwarts!

Der Abschluss eines großen Projektes hat mich gleich in Feierlaune versetzt. Wie kann man das besser ausdrücken als mit einem Laptop-Herbstputz! Das ist nicht nur befreiend, sondern bringt auch 40 GB freien Speicher und damit jede Menge Platz für neue Wochenreste-Themen. Nur dieses Mal war noch Schmalhans Küchenmeister…

Nachdem ich dieser Tage gleich zwei Reisen für das nächste halbe Jahr gebucht habe (man gönnt sich ja sonst nichts) wäre das ein Favorit für das nächste Jahr: Universal Orlando hat dieser Tage offiziell erkündet, 2010 einen Harry-Potter-Themenpark zu eröffnen. Die mehr als 200 Millionen Dollar-schwere Vergnügungsmeile wird unter dem Titel “Harry Potter and the Forbidden Journey” firmieren. Noch wird spekuliert, was das Angebot so hergibt, alleine das Video verspricht aber schon einiges. (via Perez Hilton)

Sachen zum Lachen
Das folgende Video war eine Empfehlung des besten Herrn Liechteneckers und wie immer wurde ich nicht enttäuscht – ein Brüller!

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Aug
19
2009
3

Was Blogger in ihrer Freizeit machen

Die Sonne treibt auch die Web2.0ller aus ihrem gewohnten Indoor-Habitat, so passiert am vergangenen Wochenende am malerischen Wörthersee. Noch besser ist es natürlich, wenn die Einladung eines Unternehmens zu allerlei Besonderheiten nur wegen des puren Daseins als Blogger geschieht.

gttiSo traten fünf Geeks (Judith Denkmayr, Ritchie Pettauer, Helge Fahrnberger, Peter Höflehner und meine Wenigkeit) gegen die besten Vertriebsmitarbeitern von Nokia in einer Art Schnitzeljagd mit Handys an. Wie es sich gehört, war uns der Spitznamen “Die Freaks” bereits von der ersten Stunde an den Hintern geheftet.

Es folgten vier Stationen mit Aufgaben von peinlich über amüsant bis schwierig. Peter verdiente sich seine Sporen als Navigator, Ritchie als Quizmaster, Helge war für Hand-Fuß-Koordination zuständig und Judith für die richtigen Antworten. Als logische Konsequenz aus den verrückten Einfällen meiner BegleiterInnen  gab es den Siegerpokal in Form des brandneue Music Handset inklusive Downloadflatrate für 6 Millionen Songs.

Der krönende Abschluss war sicherlich die absolut präpotent schöne Fahrt zum Abendessen über den Wörthersee mit dem Motorboot bei Sonnenuntergang…Alles in allem ein geniales Wochenende!

Ausführlicher und auch in Bild und Ton berichtet Ritchie auf seinem Blog – auf alle Fälle ansehen! Das unglaublich lustige Video zum Sieg gibt es schon mal hier:

OVI Challenge 2009 from ritchie pettauer on Vimeo.

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Jul
23
2009
3

Was man nicht beeinflussen kann: Das Wetter und die ÖBB

Nachdem ich gestern statt veranschlagten 3:39 Stunden nach Schladming fast fünf Stunden im Zug gesessen bin, gibt es neben Beamen viele Sachen, die ich mir wünsche – auch von der ÖBB. Gänzlich bedingungslos bin ich dagegen beim momentanen Wetter: heiß, sonnig, genial!

smileSchienenersatzverkehr, rappige Waggons, kein W-LAN, keine Steckdosen, keine Sitzplätze, keine Klimaanlage – diese Liste fällt mir spontan ein, wenn ich an die ÖBB denke. Zumindest was mein Fahrerlebnis gestern angeht, ich habe auch schon besser Zeiten mit der heimischen Bahn erlebt. Wenn dann auch noch grantiges Personal quasi der Zuckerguss der gesamten Expedition ist, dann wünsch ich mir manchmal Zustände a la Tokio – hart, aber herzlich:

Mehr als 500 Mitarbeiter der Keihin Electric Express Railway sind dazu verpflichtet, täglich vor Arbeitsantritt Scans von ihrem Gesicht anzufertigen und darin ihre gute Laune zu präsentieren. Damit soll die Freundlichkeit sichergestellt werden. Überprüft wird das Lächeln von einer eigenen “Smile Police”, berichtet die japanische Zeitung Mainichi Daily News.

Nach dem Scannen beurteilt der Scanner den “Freundlichkeitsgrad” auf einer 100-teiligen Skala, die das gesamte “Lachpotenzial” des Betreffenden abgespeichert hat. Jene, die unter einem gewissen Wert sind, werden vom Computer zu einem freundlicheren Gesicht aufgefordert. Urteile wie “Sie sehen immer noch zu ernst aus” oder “Heben sie ihre Mundwinkel an” deuten darauf hin, dass es immer noch ein wenig freundlicher gehen kann. (Quelle: derStandard.at, Foto: Flickr)

Wetterbeschwerden
Vom Beschwerden bin ich noch weit weg, wahrscheinlich weil es die ÖBB geschafft hat, diesen Standard seit vielen Jahren zu halten und ich so und so nichts Besseres gewohnt bin. Andere Menschen beschweren sich dagegen schnell und oft und manchmal läuft dabei auch ein Tonband mit. Wie amüsant das für jemanden klingt, der in dieser Ansprache nicht adressiert ist, hört ihr bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). (Zwischentrag: Warum sich zur Zeit alle über die heißen Temperaturen beschweren, kann ich aber prinzipiell nicht wirklich nachvollziehen.)

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Jul
06
2009
2

Fernweh auf iPhone-Niveau

Das Fernweh packt mich zurzeit im 5-Minuten-Takt, besonders wenn die Sonne in Wien die Gassen bäckt und sich keine Nasenspitze aus dem Fenster wagt. Mein Sommerurlaub ist aber leider wegen unterschiedlicher Projekte auf Oktober verschoben, bis dahin tu ich mir selbst nichts Gutes und mache mir mit dem iPhone und seinen Urlaubsapplikationen Lust auf Wienflucht.

lonelyplanetWas wenn nicht ein mobiles Device ist dazu prädestiniert, auf kleinen und großen Reisen den Führer zu spielen. Einige dieser Programme für das iPhone sind bereits bekannt und wurden auch bereits an anderer Stelle vorgestellt, wie zum Beispiel Tripwolf, Quando oder Wikitude. Sehr praktisch, wenn auch manchmal etwas ungenau, ist die Applikation von Qype, die mit Hilfe von User Generated Content angibt, welches Restaurant oder Bar sich gerade in der Nähe befindet und wie empfehlenswert das Einkehren in diese ist. Was für mich ernsthaft eine Investition wert wäre – Gesetz den Fall ich erliege dem Charme des iPhones – ist der Lonely Planet City Guide für ds iPhone. Mit heißen 12,99 Euro für Reiseführer von Paris bis Bangkok ist das ungefähr der Preis der büchernen Ausgabe. Entspricht die App aber auch wirklich eins zu eins dem Papierpendant, wären die Sightseeing-Trips auch für mein Kreuz der reinste Urlaub.

Lehrstück Adidas
Der Bobo-Schuhfabrikant Adidas hat sich eine wirklich extrem gute App einfallen lassen, die man eigentlich als Lehrstück für richtig verstandenes Marketing im Web zitieren könnte. Der “Adidas Urban Guide” zeigt kostenlos und leider nur in Berlin auf einer Karte Paintings, Graffiti und Co. in Hinterhöfen, Hausfluren oder Zäunen und beschreibt diese urbanen Kunstwerke und ihre Bedeutung. Man kann sich sowohl eine eigene Tour durch die Straßenkunst zusammenstellen lassen oder sich in der Gallerie die schönsten Stücke herauspicken. Diese App ist meiner Meinung nach eine sehr gelungene junge Adaption des oft schon in die Jahre gekommenen Reiseführers.

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Kurioser Bauchladen
Woran ich ja beim App-Store eine besondere Freude habe sind die ganz kuriosen Anwendungen, wie zum Beispiel  der charmante Reiseführer “Travel-To Iraq” um 0,79 Euro. Was man dort als Ergänzung sicherlich nicht braucht (und auch nirgendwo anders), ist der McDonalds-Filial-Finder um 1,59 Euro. Ich bin mir nicht sicher, welcher weltoffene Mensch diese Applikation programmiert hat. Es ist wahrlich kein Kunststück, in jeder Stadt mit der Nase direkt in einen der Fast-Food-Tempel reinzufallen, ohne dass man danach sucht. In dieselbe Kategorie fällt da eigentlich auch der “Beer me!”-Finder, obwohl mir das für richtig gutes Bier schon einleuchten würde. Der Meinung scheinen aber leider nur die Amis zu sein, denn in Wien funkioniert dieser kostenlose Dienst nach einem Feldversuch nicht.

Mcdonaldfinderbeerme

Dringlichkeitsfinder
IMG_0076So ein Urlaub beinhaltet auch einige weniger nützliche Begleiterscheinungen, wie zum Beispiel Sonnenbrand oder die Suche nach geeigneten Hygienestätten. Wie viele Beziehungen wohl auf Reisen schon auf die Probe gestellt wurden, weil die WC-Frequenz der beiden Geschlechter sich teilweise ganz frappant unterscheidet? Vielleicht ist gerade daraus der “Toiletten-Finder” für das iPhone entstanden, wer weiß? Ein österreichisches Paar war schon einmal sicher nicht der Ideengeber: Würde ich der Applikation in Wien vertrauen, müsste ich mindestens 1,3 Kilometer zur nächsten Erleichterungsstätte hoppeln.

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Apr
14
2009
3

Stadt Land Flucht

Es geht nicht um Buchstaben, sondern um die Basis. Wo fühlt man sich wirklich daheim, wieviel ist einem der Beruf versus das Leben wert? Und warum gibt es noch immer keinen Beamer pro Haushalt, der nicht nur Bilder transportiert, sondern auch Menschen?

stadtlandDas Grundproblem und zugleich der größte Antriebsmotor der Menschheit ist die Unzufriedenheit. Ohne diese nette Gabe würden wir noch immer unfrisiert in Höhlen hocken. Aber für den Einzelnen ganz persönlich kann sie so unwillkommen sein wie Schienenersatzverkehr an besonders heißen Tagen. Wenn die Unzufriedenheit von allen Seiten schwitz und stinkt, wird es Zeit für ein klare Fronten.

Erwartet, vergessen, gefehlt und bedeutet
Nach vier Monaten hab ich es endlich geschafft, die Stadt mitsamt der Hälfte aller Bewohner gleichzeitig gen (Steirer-)Land zu verlassen.

  • Was mich erwartete: Endloses Grün, Vogelgezwitscher, das als Einziges “Lärm” ähnelte sowie völlig herren- und hundelose Flächen.
  • Was ich ganz vergessen hatte: Mit einem Mountainbike ohne Fahrradschloß einzukaufen resultiert nicht zwingend in einem gestohlenen Mountainbike. Und Einkaufen selbst nicht darin, dass man in der ständigen Angst vor frustrierten Ladenbediensteten kurz vor dem Amok schnell Grundnahrungsmittel oder -kleidungsstücke in den Einkaufskorb stapelt.
  • Was mir nicht gefehlt hat: Das Nie-allein-sein. Selbst in meiner Wohnung höre ich die alte Dame unterhalb am Klavier klimpern, den Nachbarn nebenan pünktlich zwischen 12 uhr und 4 Uhr früh lautstark Aktionfilme anschauen oder den Hund eine Wohnung weiter den Postler oder jegliche andere Lebewesen anknurren. Wien selbst schläft in den seltensten Fällen wirklich.
  • Was bedeutet das? Dass ich in Wirklichkeit ein Landkind bin und bleiben werde. Und möglicherweise ein Leben zwischen Kuh und Kirtag dem zwischen Kebab und Krocha vorziehe.

Stadtflucht ist das neue Landflucht
Neben den anderen 100 Gründen, die Stadt dem Land vorzuziehen (ich sage nur soziales Umfeld, Kultur, Shopping, Vielfältigkeit, Anonymität usw.) ist die Arbeit eine der schwerwiegensten Gründe. Wer gut verdienen und in seinem studierten Beruf etwas erreichen will, muss in der Stadt bleiben. Während jahrelang die Landflucht eine gewisse Zufriedenheit versprach, so scheint es, dass jene Menschen, die es sich leisten können, aus der Stadt flüchten. Nirgendwo ist das Fett so willkommen wie an den “Speckgürteln” großer Städte.

Was aber bedeutet das für Menschen, die alles wollen? Eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit, einer Tätigkeit die Spaß macht und Freiheiten zulässt und natürlich frische Luft auf der eigenen Wiese genießen und danach boboesk in hippen Straßen flanieren. Ich weiß keine Lösung, denke aber eigentlich lange genug darüber nach. Vielleicht sollte ich uns allen etwas Gutes tun und einen Spenenaufruf für die Forschung rund um das Beamen starten. Oder auf einen Wohnwagen sparen. Dann könnte ich wenigstens diesem Schienenersatzverkehr entgehen….

Fotoquelle: Flickr

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Mrz
18
2009
13

Wien vs. Berlin: Was Deutsche an Österreichs Hauptstadt stört

Es ist schon länger her, dass ich hier meine ersten Eindrücke von Berlin kund getan habe. Nun folgt die Replik in Gestalt zweier richtiger Berliner Kinder, die etwas gemacht haben, was man sich hierzulande nur schwer vorstellen kann: Sie sind aus der deutschen Bundeshauptstadt weggegangen, um das Leben in Wien auszuprobieren.

berlin-wienEin Gespräch über meinen Berlin-Trip ging daher eines schönen Abends nahtlos in eine Diskussion über Wien über, dessen Ansehen in diesen vier Berliner Augen über die Zeit hinweg leider stark gelitten hat.

Die Hauptkritikpunkte:

  • Wien ist teuer, insbesondere der Wohnungsmarkt in den Innenstadtgegenden, ebenso das Essen und Trinken.
  • Verbraucht zwar weniger Geld, ist aber trotzdem nicht positiv: Am Sonntag haben nahezu keine Restaurants offen.
  • Die Wiener sind im Gegensatz zu den direkten, grummelnden Deutschen (“Berliner Schnauze”) sehr freundlich, aber nur von vorne. Hinterm Rücken wird hemmungslos getratsch.
  • Es gibt extrem viele alte Leute, auch die Jungen verhalten sich alt in Wort und Schrift.
  • Wien hat keinen Platz für frische Ideen. Jeder versteckt sich hinter seiner Gutbürgerlichkeit, etwas Ausprobieren ist nicht im Programm.
  • “Hier flutscht zwar alles, im Gegensatz zu Berlin, wo alles improvisiert und zusammengeschustert ist, aber das ist auch schon alles.”

Was haltet ihr davon? Wer tritt zur Ehrenrettung der Stadt Wien auf? Gibt es Gegenargumente oder zumindest andere positive Aspekte, die für die Kritikpunkte entschädigen? Was ich vielleicht noch anhängen sollte: Das besagte Pärchen wird nach einem Jahr in Wien wieder zurück nach Berlin gehen. Warum? Wenig Jobmöglichkeiten und… siehe oben.

Stephansdom kommt via Flickr

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