Ich bin ein großer Fan von Mode und Blogs und umso schöner finde ich die Verbindung dieser beiden. Unzähligen Frauen fotografien sich sich täglich in ihren Outfits, kommentieren Modeschauen oder kreieren ihre eigenen Modevorstellungen.
Hier hat sich neben den allgemeinen Modemagazinen – die einmal im Monat unglaublich aufwändig, aber eben auch nur alle 30/31 Tage erscheinen – eine tolle neue Sparte an Mode”journalismus” entwickelt. Nachdem der Modejournalismus nicht objektiv sein kann, weil hier beurteilt wird, was das Zeug hält, ist ein guter Blogger einem schlechten Modemagazin durchaus überlegen und hat auch schon mal ein paar mehr Kontakte als der angestellte Schreiberling. Ebenso werden die Streetstyles der Blogger in vielen Magazinen bereits neben denen von Models gestellt, zum Beispiel wie bei LesMads. (Bei den Bloggern stehen aber wohlgemerkt keine Stylisten hinter den Outfits.)
Auch die VOGUE muss sich anpassen
Die großen Edel-Magazine haben lange gebraucht zu sehen, dass Ihnen hier ganz schön das Wasser abgegraben wird. Spät aber doch, beschäftigen sie sich mit den Phänomen und machen sogar kostbare Magazin-Seiten dafür locker, wie zum Beispiel Anna Wintour in der Vogue mit einem eigenen Blogger-Shooting.
Auch in den tagesaktuelleren Medien werden die Mädels (und einige Jungs) immer öfter als die Modekenner gefeiert, zum Beispiel hier in der ZEIT (mit jeder Menge guten Linktipps). Auch die um einiges symphatischere VOGUE-Chefin Carine Roitfeld gibt in einem sehr lesenwerten Interview (ebenfalls in der ZEIT) zu, sich auch mit dem Phänomen zu beschäftigen.
“Gelegentlich lese ich Mode-Blogs und staune, was die alles wissen und wie viele Meinungen da zusammenkommen.”
Nur Bilder allein reichen nicht
Seit längerem gibt es die Liste der 99 einflussreichsten Modeblogs, die regelmäßig aktualisiert wiedergibt, was sich im Netz so tut. An erster Stelle steht dabei der allseits bekannte Satoralist. Er macht wunderschöne Bilder von wunderschönen Frauen, meistens auf wunderschönen Straßen der Modemetropolen. Ich finde es nett anzuschauen, aber mir fehlt die Interpretation, das Rundherum, Tipps und spannende Insider-Informationen – das macht meiner Meinung nach einen professionell geführten Blog aus. Wirklich ausgezeichnet setzen das zum Beispiel die deutschen Les Mads um (auf Platz 60 gelistet), die einen sehr journalistischen Ansatz wählen.
Gut sichtbar ist das zum Beispiel gerade bei diesem Video von den Pariser Modewochen, wo LesMads zeigen, wie diese “relaxed” und “coolen” Streetstyle-Bilder wirklich zu Stande kommen. Das schaut schon eher nach Pressebilder-Stress aus:
Österreich steht um nichts nach
Auch in Österreich gibt es tolle Modeblogger, wie zum Beispiel Stylekingdom, Blica oder Cooloutfit. Was mich in letzter Zeit umso mehr noch zusätzlich freut ist, dass sich einige der heimischen Modeblogger in Zeiten der Vernetzheit mit ihren Kolleginnen aus den angrenzenden Ländern zusammengetan haben und ein eigenes Magazin herausgeben. “The Blogettes“, von dem ich an anderer Stelle schon mal berichtet habe, ist ein gut aufgebautet Magazin mit tollen Ideen. Die neue Ausgabe beschäftigt sich auch ausführlich mit dem Phänomen Jung-Blogger, wie es die 13-jährige Tavi – die von vielen internationalen Labels hofiert wird wie ein Star – vorlebt.
Lustigerweise würde ich mir bei “The Blogettes” wiederum wünschen, dass es davon auch eine gedruckte Form gibt. Denn da bin ich altmodisch: Ein Heft liest sich nur in den eigenen Händen gelegen so richtig gut.
Fazit
Ich bin der Meinung, dass Modeblogger die besseren Meinungsbildner sind, weil sie den Bereich Fashion viel passionierter und frischer betrachten. Natürlich sind auch sie von den Magazinen bzw. der Industrie und ihren Vorgaben selbst geprägt, aber nie so Marken- und Absatzgesteuert wie so die ModejournalistInnen selbst – auch aus dem Wunsch heraus, den großen Unterschied zu machen. Sie leben weniger für das nächste Sample (obwohl sie diese natürlich genausowenig ablehnen), sondern für den Spaß am Schreiben, ihre Liebe der Mode gegenüber und der Reaktionen ihres virtuellen Umfeldes. Auch in Modebereich schafft das Internet so die Möglichkeit, aus dem eigenen Schlafzimmer (inklusive Kasten) heraus mit Stimmengewicht mitzureden.





























