Beste Wochenreste: Auffrischungsarbeit

In: Beste Wochenreste

Hier am Blog hat sich der leichte Sommerbetrieb eingestellt, denn nach getaner Lohnarbeit lockt das kühle Nass in unterschiedlichen Aggregatzuständen oft mehr als eine Runde „Am Hochsitz“. Ich gelobe Besserung und beginne gleich heute mit einer Runde frischer Wochenreste für ein heißes Wochenende.

Stadtflucht
Ja, es ist heiß, aber in der Stadt ist es noch heißer! Kein Wunder, dass Urlaub in den Bergen besonders dieser Tage wieder hoch im Kurs steht. Wie man mit saftigen Almen, urigen Hütten und einem urigen Senner auch im Internetzeitalter noch wunderbar werben kann, zeigt uns dieser Tage das Kanton Grabünden mit „The Great Escape“. Tolle Marketing-Idee!

Na dann gute Nacht!
Wenn dieser Tage von nächtelangen Verhandlungen in Brüssel und in Wien die Rede ist, stellt sich mir oft die Frage, wie Politiker mit diesem Schlafentzug denn wohl gute Entscheidungen treffen könne. (Mit zwei kleinen Kindern weiß ich, was Schlafentzug bedeutet und es ist nicht schön). Die Süddeutsche Zeitung hat sich dem Thema Schlaf und Politiker angenommen und sehr interessante Beobachtungen gemacht:

Angela Merkel fühlt sich als die Großmeisterin der Nächte, sie hat das schon als junge Umweltministerin lieben gelernt. Die Physikerin der Macht wird dann zur Königin der Nacht und beobachtet mit großer Faszination, wie die Stimmungen schwanken, wer mit Robustheit bei seiner Position bleibt, wer sich zu früh raustraut, wann es klug ist, zu unterbrechen, wie die einzelnen Faktoren sich entwickeln, und wie sie es schließlich beeinflussen und doch noch drehen kann. Es ist ein Menschenversuch. Geschlossene Gesellschaft. Keiner kann weglaufen. »Ich bin müde« zählt nicht. Und trotzdem gibt es eine Art Deadline, weil jede Nacht auch einmal vorbei sein muss und draußen Tausende von Journalisten auf Ergebnisse warten. Erfahrungsgemäß knicken auch die härtesten Burschen mit ihren angeblich vollkommen unverhandelbaren Positionen zwischen fünf und sechs Uhr morgens ein, vor allem, wenn angekündigt ist: Wir gehen hier erst wieder raus, wenn wir uns geeinigt haben.

Die Jugend von heute
Was habe ich bei meiner Aufnahmeprüfung für den Studiengang „Journalismus und PR“ an der FH JOANNEUM geschwitzt! Gudrun Reimerth, meine ehemalige PR-Vortragende kommt bei den diesjährigen Aufnahmeprüfungen auch ganz schön in Schwitzen, aber eher aufgrund des Medienkonsums der diesjährigen Maturanten. Was diese unter „Medien“ verstehen, gibt Sie in einem aufschlussreichen Blogbeitrag wieder.

(5) Junge Leute unterscheiden in ihren Bewerbungsgesprächen so gut wie gar nicht zwischen einzelnen APPs, Seiten verschiedener Tageszeitungen oder Social Media Anwendungen. Undifferenziert wird auf die Frage nach dem Medienkonsum das Internet genannt.

Warum wir wie im Lokal bestellen – und wann es uns dann schmeckt
Der Oxford-Professor Charles Spence beschäftigt sich damit, unter welchen Umständen Gäste zufrieden aus einem Lokal gehen. Und was er im Interview mit der Süddeutschen Zeitung so zu erzählen hat, klingt sehr interessant:

Unsere Gehirne sind auf gewisse Weise »prediction engines«, Vorhersage-Maschinen. Ausgehend von dem, was wir bisher erlebt haben, entwickelt das Gehirn ständig Erwartungen, wie die Welt sein könnte und was wir in naher Zukunft erleben werden. So auch beim Essen: Wir überlegen uns vorher, wie das Essen schmecken wird, lange bevor wir es in den Mund stecken. Und diese Erwartungen beeinflussen dann unsere sinnliche Wahrnehmung des Essens. Wenn man zum Beispiel schweres Besteck bekommt, entsteht eine Erwartung im Gehirn, die sich dann im Geschmackserlebnis niederschlägt.

Geht es den Frauen gut, geht es der Wirtschaft gut
Gerade diese Woche wurde der OECD-Wirtschaftsbericht für Österreich präsentiert. Die Ergebnisse sind leider auch dieses Jahr nicht gerade erbauend: Die Geschlechterrollen in den Familien sind noch immer klar verteilt und Frauen verdienen 23 Prozent weniger. Gerade bei hoher Arbeitslosigkeit sei das Teilzeitmodell von Müttern aber der falsche Weg, sagt die Studie, denn das sei wachstumsfeindlich. Laut der Studie sind Frauen die arbeiten, auch zufriedener:

Beachtet Österreich alle Tipps, um Frauen in den Arbeitsmarkt einzugliedern, dann bringt das ein um 13 Prozent höheres Wirtschaftswachstum bis zum Jahr 2060. Nicht nur das: Auch die Geburtenrate steigt – und eine jüngere Bevölkerungsstruktur sorgt wiederum für lebhafteren Konsum.

Die Tipps der OEC um dorthin zu gelangen, sind keine große Überraschung: Steuerreform, Väterkarenz und mehr Betreuungsplätze. Und um es nicht nur mit dem wirtschaftlichen Faktor zu argumentieren, hier weitere Gründe für ein gerechteres Teilen von Haushalt & Kinder (Quelle):

According to a working paper (pdf) published June 19 by the Harvard Business School, daughters of working mothers are more likely to be employed, hold supervisory positions, and earn more money than the daughters of women who don’t work outside the home. The researchers also found a statistically significant effect on the sons of working women, who are likely to spend more time caring for family members and doing household chores than are the sons of stay-at-home mothers.

Sachen zum Lachen – Elternausgabe
Wo wir schon beim Erziehen sind: Sommerzeit ist Kinderzeit. Auch wenn wir einen tollen Kindergarten verfügen, der unternehmerfreundlich nicht neun Wochen am Stück geschlossen hat, sind meine lieben Kleinen zur Zeit doch mehr zu beschäftigen als sonst. Da hilft es manchmal, sich die Cartoons von Brian Gordon anzusehen und die Eigenheiten des Nachwuchses mit Humor zu nehmen. (via Huffington Post)

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Veronika

Veronika Höflehner ist freie Journalistin und Autorin, die es vor zwei Jahren in die Berge verschlagen hat. Neben interessanten Fundstücken aus dem Netz findet man hier Texte zu ihrem Leben als Stadtmensch in den Schladminger Tauern.


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