Beste Wochenreste: Jobs, Jobs, Jobs

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Nachdem ein neuer Job in greifbarer Nähe ist und wahrscheinlich mein freies Lotterleben beendet, gibt es heute einen Post passend zum Thema.

Pro und Kontra Selbstständigkeit

Freie und angestellte Schreiberlinge matchen sich auf hohem Niveau im Medienlese-Blog zu den Vor- und Nachteilen ihrer Arbeitsverhältnisse. Ziemlich deprimierend hört sich das bei Vom Neid auf die Festangestellten an, Ähnlichkeiten mit österreichischen Redaktionen finden sich unter Wie sich ein hochbezahlter Redakteur durch den Alltag mogelt und von sechs Argumenten und fünf Tipps für die Selbstständigkeit handelt Vom Glück eines freien Journalisten.

Karrierehelfer

Wer sich daraufhin gleich einen neuen Job suchen will, dem sei unter den Massen an Helferleins im Internet die Karrierebibel empfohlen. Dort findet man neben normalen Tipps zu Suche, Bewerbungsschreiben und -gesprächen, auch so interessante Dinge wie 10 Tipps für das perfekte Xing-Profil. Mir hat die Professionals-Plattform bis auf einen kleinen Projektauftrag seit meinem „Beitritt“ weniger als nichts gebracht, aber der Artikel ist trotzdem seine Lesezeit wert. Für mich hat sich Xing in erster Linie als virtuelle Visitenkarte und Kontakte-Sammlung eingebürgert.

Bewerbungen der trashigen Art

Jetzt leider nur mehr zum Zusehen „interessant“, aber prinzipiell eine Alternative zum drögen Jobhunting sind die neuen Casting-Formate im deutschen und englischen Fernsehen.

Die Dreharbeiten für die RTL-Show „Mission Hollywood“ mit Till Schweiger haben bereits am 3. März begonnen. Ähnelt nicht nur GNTM, sondern verzichtet ebenso ganz auf potenzielle männliche „Stars“.

tillDas neue Primetime-Format zeigt zwölf junge deutsche Nachwuchsschauspielerinnen und ihren Weg nach Hollywood. Sie bekommen die ganz große Chance auf eine Rolle in einem Hollywood-Movie. Gemeinsam wohnen die Schauspielerinnen im Herzen Hollywoods. Als Schauspielerinnen müssen die Mädchen ständig in neue Rollen schlüpfen – doch das Leben in Los Angeles zeigt sie auch von ihrer echten, emotionalen und ganz persönlichen Seite. (Foto: ddp, via Presseportal.de )

Noch ein Stückchen dummer und ohne rechte Deutschkenntnisse schafft es der ZDF mit „Ich kann Kanzler“. Der betont zwar, damit Jugendliche für Politik zu interessieren zu wollen, aber schon alleine der Titel läßt Böses ahnen.

Zeigen Sie Ihre politische Seite! Mit einer guten Idee und Engagement können Sie es in die Live-Show von „Ich kann Kanzler!“ schaffen. Dem Sieger winken ein Kanzlergehalt und ein Praktikum da, wo die große Politik gemacht wird. (via ZDF)

Und wer seinem Kind schon früh im Leben „weiterhelfen“ will, der wartet, bis es eine neue Staffel von „Boys and Girls Alone“ beim britischen Sender Channel 4 gibt:

boysBei „Boys and Girls Alone“ werden Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren zwei Wochen lang von ihren Eltern getrennt. Die Minderjährigen wohnen in zwei Dörfern und werden während dieser Zeit vollkommen sich selbst überlassen. […]Laut Channel 4 ist das Ziel der Sendung die Klärung der Frage, wie sich Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren in einem für sie völlig fremden Umfeld ohne den gewohnten Beistand ihrer Eltern verhalten. (Foto: Guardian, via DerStandard.at)


Veronika

Veronika Höflehner ist freie Journalistin und Autorin, die es vor zwei Jahren in die Berge verschlagen hat. Neben interessanten Fundstücken aus dem Netz findet man hier Texte zu ihrem Leben als Stadtmensch in den Schladminger Tauern.


7 comments

  • Markus Pirchner

    6. März 2009 at 09:25

    Das Fatale ist, dass zwischen den „Ich kann Kanzler“-Outputs und der täglichen Realsatire Politik kaum ein Unterschied festzustellen sein wird 😉

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  • Ronni

    6. März 2009 at 09:30

    Tja, das ist eine Tragik ganz anderen Kalibers…

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  • subfraut

    6. März 2009 at 14:34

    Wobei ich dieses Boys and Girls alone – Konzept ganz interessant finde…
    Wie schlagen sich die Kids da wirklich?

    Ich glaube, besser als erwartet… andererseits weiß man nie, ob sie sich ohne Kameras genauso verhalten würden…

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  • cdw

    6. März 2009 at 14:41

    ad „Wie sich ein hochbezahlter Redakteur durch den Alltag mogelt“: sehr amüsant, aber, naja, das ist fern der realität, denke ich. es gibt sicher noch ein paar geschützte werkstätten, aber die werden (leider?!) immer weniger. und was in dem artikel ganz fehlt: die werden ja doch irgendwas schreiben müssen, und das macht sich auch nicht von selbst.

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  • Ronni

    6. März 2009 at 14:56

    @subfraut: Naja. So geht der Artikel weiter: „Millionen von Zusehern haben die insgesamt zwanzig Kinder letztendlich nur dabei beobachtet, wie sie miteinander streiten, sich gegenseitig verbal fertigmachen und darum betteln, wieder nach Hause zu ihren Eltern zu dürfen“, schildert Nicola Methven in einem Beitrag der britischen Tageszeitung „Daily Mirror“. „Wir wollten weg von unseren Eltern, um Spaß zu haben. Den haben wir hier aber überhaupt nicht. Keiner will freiwillig gequält werden“, zitiert Methven zwei junge Sendungsteilnehmer.

    @cdw hab ich selbst schon gesehen! und für die artikel gibt’s dann ja praktikanten… 😉

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  • Johanna

    12. März 2009 at 19:04

    Und was ist das für ein neuer Job? Ich bin nicht auf dem Laufenden.
    Grüße aus der Schweiz
    Johanna

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