Neue Ohren für Musiklabel-Mitarbeiter: Demo Disaster

In: Beste Wochenreste

Musiklabels sind wirklich arm. Sie leiden unter dem bösen Internetz und dass die Leutchen verdammt nochmal ihr Geld nicht in handfeste Scheiben investieren. Wenn das Mitleid für diese Feststellungen noch auf sich warten läßt, so kann ich bei dem folgenden Webtipp schon eher mitleiden.

Ein Indie-Label hat sich entschlossen, alle zugeschickten Demos online unter dem Namen „Mind Melting Demo Desasters“ online zu stellen. Der Name spricht für sich, denn das Ergebnis ist eine erschreckende Kummulation an selbsternannten „Hits“. Sie legen die Annahme nahe, dass musikalisches Untalent damit beginnt, dass man seine Fähigkeiten bis zum Ansatz total überschätzt (Wie zum Beispiel dieser Herr oder dieser). Schmerzhaft und lustig zugleich, am besten einfach durchhören!

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via Spreeblick; Foto: Flickr


Veronika

Veronika Höflehner ist freie Journalistin und Autorin, die es vor zwei Jahren in die Berge verschlagen hat. Neben interessanten Fundstücken aus dem Netz findet man hier Texte zu ihrem Leben als Stadtmensch in den Schladminger Tauern.


4 comments

  • planettelex

    16. April 2009 at 11:25

    so viel zynismus! musiklabels sind wirklich arm. ganz ehrlich jetzt. das thema wurde zwar schon totgeschrieben, aber es ist tatsächlich so. wenn du mal die verkaufszahlen für kleinere produktionen in österreich hören würdest, dann würde dir der zynismus diesbezüglich vergehen 🙂 sorry, ich muss da einfach eine lanze für meine „branche“ brechen…

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  • Ronni

    16. April 2009 at 11:31

    Ja, dass kleine Labels kämpfen weiß ich, nachdem ich selbst auch für eins Promo gemacht habe. Was mich stört ist, dass vor allem die großen Labels jahrelang jammern aber sich nicht wirklich neue Strategien als Alternative zur CD bzw. illegalem Download einfallen haben lassen…

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  • planettelex

    21. April 2009 at 13:11

    ja eh. die bösen majors. das problem ist nur, dass halt auch, sagen wir mal mittelgroße „indie“labels, wie z.b. subpop (die ja doch so nahmhaftes wie the shins, fleet foxes etc. vertreten ) echte probleme haben. das ganz großartige touch&go label zum beispiel musste kürzlich mehr oder weniger dicht machen. es macht halt eben NICHT nur die kleinen labens kaputt, sondern auch die größeren „indie“lables, die es grade noch irgendwie schaffen, ein gegengewicht zu den majors darzustellen.
    das einzig gute ist, dass die immer noch und sogar noch verstärkt auf vinyl setzen, das bringt bei den indies halt doch immer noch was.

    sorry. ich könnt mich noch seitenlang darüber auslassen. aber wenn ich sehe, wie viele großartige bands / labels bei uns untergehen (und ich mein jetzt mal ausschließlich produktionen aus den usa), weil schlichtweg kein geld da ist, das ist schon traurig. so genug jetzt. vielleicht sollt ich selbst mal einen blogeintrag zu dem thema schreiben.

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  • Ronni

    21. April 2009 at 14:56

    Hm, verstehe. Ich glaub dir als Expertin auch, dass es ebenso die mittleren Labels betrifft. Trotzdem hat sich keiner um gute Alternativen gekümmert (bis auf Vinyl). Bin schon auf deinen Blogeintrag gespannt…

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