Mittelalter, Macht und Monster: „A Game of Thrones“

In: Buchtipps

Vergangene Woche habe ich euch von meinem neuen Lieblingsspielzeug, dem Kindle erzählt. Bei meiner derzeitigen Lieblingslektüre, die „A Game of Thrones„-Reihe von George R.R. Martin hat sich der e-Bookreader schon ausgezahlt: Ich kann vier der bisher fünf erschienenen Bände – ohne schwer zu schleppen – in einem durchlesen. Was ich im übrigen jedem, der gerne Fantasy-Geschichten liest, bei dieser Serie sehr empfehle. Wer Herr der Ringe mochte, wird „A Game of Thrones“ lieben!

Das Herrscherhaus der Targaryen, das die sieben Königreiche des Kontinentes Westeros einst durch Eroberungen zu einem einzigen Reich vereinigte, wird nach fast 300 Jahren der Alleinherrschaft gestürzt. Nach einer ungefähr fünfzehnjährigen Phase scheinbarer Ruhe unter der Herrschaft Robert Baratheons, des einstigen Rebellenführers im Kampf gegen das Geschlecht der Targaryen, bricht nach dessen Tod ein blutiger Machtkampf zwischen den mächtigen Häusern Baratheon, Lannister und Stark aus.

Endloser Spannungsbogen
Die Geschichte wird durch die Erlebnisse von rund zehn Hauptfiguren erzählt, sie wechseln sich in jedem Kapitel ab. Durch die vielen unterschiedlichen Erzählstränge, die ohne Zweifel früher oder später aufeinandertreffen, wird das Buch so spannend, dass man es kaum aus der Hand legen möchte. Etwas mehr Zeit würde ich für diese Serie einplanen, denn ein einzelnes Buch hat je nach Schriftgröße zwischen 700 und 900 Seiten. Bisher sind fünf Bände erschienen, der sechste ist in Arbeit.

Noble Zurückhaltung gegen Machtgier und dunkle Machenschaften
Vergleicht man J.R.R. Tolkiens „Herr der Ringe“ mit George R.R. Martins „A Game of Thrones“ könnte man meinen, es handelt sich um einen Vergleich England versus USA. Während sich Tolkien mit der Enwticklung von Sprache, Geographie, Flora, Fauna und Geschichte von Mittelerde beschäftigt hat und seine Helden edel, zurückhaltend und klug sind, geht es bei Martin vor allem um die Machthunger, Intrigen und Sex. Statt schwarz und weiß sind die Charaktere grau, denn raue Zeiten erfordern raue Sitten. Genauso stellt man sich das Mittelalter vor – weniger heroisch, mehr blutig und richtig schmutzig. Was mich besonders freut: Frauen haben in „A Game of Thrones“ nicht nur die dummen, schönen oder boshaften Rollen, sondern dürfen durchaus mutig und klug sein.


Fotoquelle

Martin selbst hat folgendes zum Vergleich zwischen ihm und Tolkien gesagt:

„Although I differ from Tolkien in important ways, I’m second to no one in my respect for him. If you look at Lord of the Rings, it begins with a tight focus and all the characters are together. Then by end of the first book the Fellowship splits up and they have different adventures. I did the same thing. Everybody is at Winterfell in the beginning except for Dany, then they split up into groups, and ultimately those split up too. The intent was to fan out, then curve and come back together. Finding the point where that turn begins has been one of the issues I’ve wrestled with.“

Was ich bis jetzt gelesen habe, ist das Martin ausgezeichnet gelungen. Auf dem US-amerikanische Sender HBO läuft diese sehr erfolgreiche Buchserie übrigens ebenso erfolgreich als Serie (daher kommt auch der obenstehenden „Erklärungstrailer“). Habt ihr sie schon gesehen und wenn ja, was haltet ihr davon?


Veronika

Veronika Höflehner ist freie Journalistin und Autorin, die es vor zwei Jahren in die Berge verschlagen hat. Neben interessanten Fundstücken aus dem Netz findet man hier Texte zu ihrem Leben als Stadtmensch in den Schladminger Tauern.


5 comments

  • Stefan

    19. Juli 2011 at 10:27

    Welch schrecklich unzivilisierte Zeiten. Bin froh im 21. Jahrhundert zu leben ohne Baerenfellkostuem und in keiner schlecht beheizten Ritterburg 🙂

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  • Ronni

    19. Juli 2011 at 10:47

    Davon nur zu lesen ist eindeutig die schlauere Variante 😉

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  • josef

    19. Juli 2011 at 13:09

    kleine korrektur:
    bisher sind 4 bände erschienen, der 5. ist am 12. juli rausgekommen. in deutsch sind pro band je 2 bücher erschienen.
    der deutsche titel kommt vom namen der serie, die im original „a song of ice and fire“ lautet. game of thrones war nur der titel des 1. englischen teils.

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  • Stefan Mey

    19. Juli 2011 at 14:04

    Ich bin vor ein paar Wochen auf die Serie rein gekippt, nachdem mein bester Freund sie mir empfohlen hat – mit gemischten Gefühlen: Die ersten zwei Minuten der ersten Folge sind unpackbar spannend, dann geht es vier Folgen lang (4 mal 1 Stunde!) an Charakterentwicklung, bei der Cliffhanger aber immer zum Weiterschauen animieren… ab der 5. Folge wird’s dann richtig spannend. Fazit: Ist derzeit die Serie, die ich am liebsten schau, auch wenn das Buch bestimmt (noch) mehr in die Tiefe geht.

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  • Ronni

    19. Juli 2011 at 14:14

    @josef danke für die korrektur, ist geändert! ich lese die Bücher auf Englisch und finde, dass „A Game of Thrones“ einfach am besten passt, auch wenn „a song of ice and fire” jetzt im dritten Teil öfters zitiert wird.

    @stefan ich muss mir jetzt wirklich einmal die Serie anschauen…

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