Neues Spielzeug im Test: Amazon Kindle 3G

In: Buchtipps, Wunderbare WWW-Welt

Jede Jahreszeit bringt ihre Lesezeit mit sich: Im Herbst und Winter eingemummelt auf der Couch vor dem Kamin und im schönen Sommer unter Parkbäumen im Schatten oder mit einer sanften Meeresbrise umspielt am Sandstrand. Nur der Frühling ist als Übergang etwas zwiegespalten, denn auch wenn die Sonne noch so lockt, frieren die Füße bei längerer Lesezeit zu Eis. Seid der Anschaffung des Amazon Kindles hält mich aber weder Wind noch Wetter davon ab, meinem Lesegenuss außer Haus zu fröhnen.


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Wie ein Buch, nur besser
Ich war lange Zeit skeptisch, ob e-books auch nur annähernd an das Gefühl eines Buches herankommen, aber ich wurde eines Besseren belehrt: Das Display ist im Gegensatz zu ähnlich großen Geräten nicht beleuchtet und erscheint dadurch genauso wie die Seite eines Buches. Die Schrift lässt sich je nach Geschmack in der Größe, Schriftart und -dicke ändern. Der Kindle hat in der Hand ungefähr dieselbe Größe wie ein Buch, aber im Gegensatz zu seinen richtige dicken Kumpanen aus Papier (wie ich sie am liebsten habe) bekommt man beim Halten im Liegen auch keinen Krampf in der Hand. Zudem ist er ziemlich leicht, dünn und robust (sehr wichtig), passt somit in jede Tasche und nimmt auf Reisen nicht zuviel Platz ein. Für jene, die gerne Anmerkungen in ihre Bücher schreiben, gibt es eigene Notiz-, Highlight- und Bookmark-Funktionen.


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Bestes Feature: Globales 3G
Das Beste am Kindle ist aber mit Abstand Bücherbeschaffung: Mein Gerät ist mit WIFI und globalem (!) 3G ausgestattet. Das heißt, dass ich mir nahezu überall auf der Welt Bücher herunterladen kann, ohne extra etwas zu zahlen. Das Gerät ist mit meinem Amazon-Konto verbunden, das wiederum meine Kreditkarte als besten Freund lieben gelernt hat. Wenn ich also Lust auf neuen Lesestoff habe (egal ob das mitten in einem Nationalpark oder am Strand ist), muss ich einfach nur in den Store direkt auf dem Kindle gehen, einen Suchbegriff eingeben, auf das Buch klicken und einige Sekunden später ist es bereits auf den Kindle geladen.

Preise
Die Preise verhalten sich unterschiedlich: Während einige Bücher sehr wohl weniger als deren Papieroriginale kosten, gibt es besonders die neu erschienen Beststeller zum gleichen Preis. Viele Klassiker sind auch kostenlos oder zu einem sehr kleinen Preis zu haben, einfach mal hier hineinschmökern. Wer sich nicht ganz und gar Amazon verkaufen will, der sollte auf Plattformen wie ProjectGuttenberg gehen, die über 36.000 kostenlose Bücher zum Download bereit halten. Wie man die Bücher auf den Kindle bekommt: Ein PDF reicht, das an die eigene E-Mail-Adresse schicken, die man von Kindle bekommen hat und voila – schon ist es auf dem Gerät.


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Nachteile
Erster und wichtiger Grund ist natürlich, dass ein e-book kein Buch ist. Auch wenn es noch so praktisch ist, so ein Buch mit seinem Geruch und seinem haptischen Vergnügen kann man nicht ersetzen. Außerdem macht sich ein so ein einziger Kindle im Bücherregal sehr schlecht. Manchmal sind die elektronischen Varianten der Bücher fehlerhaft, d.h. es fehlen das Buch hindurch z.B. die Anführungszeichen. Als alter Apple-Fan war die Umstellung auf ein Gerät ohne Touchscreen etwas schwierig, hier muss die gesamte Navigation zu Fuß, d.h. mit Tastaturbefehlen ausgeübt werden. Und es ist zwar möglich, mit dem Kindle auch im Netz zu surfen, die Handhabung und Qualität der dargestellten Seiten ist eher mühsam. Auf der ganzen Welt gratis wie am Kindle und bequem wie am iPad zu surfen bleibt wohl ein frommer Wunsch meinerseits an Amazon.

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Veronika

Veronika Höflehner ist freie Journalistin und Autorin, die es vor zwei Jahren in die Berge verschlagen hat. Neben interessanten Fundstücken aus dem Netz findet man hier Texte zu ihrem Leben als Stadtmensch in den Schladminger Tauern.


2 comments

  • maren

    15. Juli 2011 at 07:10

    Ich mag das Kindle aber nichts und niemand wird für mich jemals die guten, alten Bücher ersetzen können!
    LG! 🙂

    Antworten

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