Test: Buchverkauf im Internet – mit einigen Haken

In: Buchtipps, Wunderbare WWW-Welt

Bei mir tut sich im Moment einiges, nur nicht auf diesem Blog (mehr dazu aber später). Zurzeit bin ich gerade am Aus- und Umräumen der Wohnung, da wird natürlich auch das Bücher-, CD- und DVD-Regal einem genauen Check unterzogen. Viele schöne, aber auch unnötige Dinge haben sich da angesammelt und es wird eindeutig Zeit, die aus dem Boden sprießenden Medienankaufanbieter im Netz unter die Lupe zu nehmen. Was prinzipiell eine ausgezeichnete Idee ist, hat beim näheren Hinsehen aber viele Haken – vor allem für Käufer aus Österreich.

Erster Eindruck: sehr gut
Nach einer kurzen Recherche – Anbieter gibt es ja einige – bin ich bei momox.de hängengeblieben. Dieser Anbieter wirkt nicht nur seriös, sondern hat eine userfreundliche Webseite sowie eine praktische Applikation für Smartphones und bietet zudem an, alle nicht verkaufbaren Artikel kostenlos zu recyclen und die Gewinne zu spenden.

Wir sammeln die von Ihnen eingesendeten Artikel und übergeben sie an unsere Recyclingpartner. Dort werden wertvolle Rohstoffe gewonnen. Das sind zum Beispiel Papier aus Büchern, Polycarbonat aus CDs und verschiedene Edelmetalle aus Handys. Momox erhält von den Recyclingpartnern eine Vergütung für die zu entsorgenden Artikel. Die gesamte Vergütung spendet momox anschließend an iplantatree.org. Der Betrag wird von dort direkt in die Aufforstung ausgewählter Waldgebiete investiert.

Wie funktioniert es genau?
Egal, ob auf momox.de oder der Plattform eines Anbieters, das wichtigste ist die ISBN-Nummer bzw. der Barcode eines Mediums. Auf momox.de können prinzipiell Bücher, CDs, DVDs sowie Spiele, die diesen auf ihrer Rückseite oder den ersten Seiten aufweisen, verkauft werden. Um zu den möglichen Ankaufspreis zu kommen, muss man die Nummer bzw. den Code entweder händisch eingeben, oder kann ihn – was ich äußerst praktisch finde – mit einer Android- oder iPhone-App einscannen. Innerhalb weniger Sekunden weiß man, um wieviel der Anbieter einem das Medium abkaufen will.

Kaufpreise sehr niedrig
Hier kommt bereits die erste Enttäuschung: Die Preise sind erschreckend niedrig. Ich bekam für mehr als 50 Medien (darunter Bücher, CDs und DVDs) einen Gesamtankaufspreis von 29,16 Euro vorgeschlagen. Natürlich waren auch einige Bücher dabei, die keiner lesen will – deswegen will ich sie ja auch loswerden – aber trotzdem enttäuschend wenn man bedenkt, wie viel Geld man dafür an erster Stelle ausgegeben hat. Da stellt sich mir die Frage, ob es auf einem Bücherflohmarkt bessere Preise geben würde, oder ob sich Zeit- und Organisationsaufwand dafür wieder aufheben würden.

Kunden aus Österreich im Nachteil
Nun gut, man überwindet also seine Enttäuschung, packt alles in eine Kiste und freut sich über den gewonnenen Platz im Regal. Verkauf abschließen, aber Halt: Bei der Registrierung als Neukunde ist zwar Österreich als Herkunftsland auswählbar, aber weder die kostenlose Abholung des Paketes, noch der Paketaufkleber für den kostenlosen Versand kann ausgewählt werden. Die Nachfrage beim Kundendienst ergibt: Den Paketaufkleber gibt es nur auf der österreichischen Plattform momox.at, dafür ist aber eine erneute Registrierung, sowie eine erneute Eingabe aller (!!) Medien notwendig. Gottseidank habe ich die App installiert, denke ich mir und scanne die 54 Produkte erneut ein – nur um zu erfahren, dass diese auch nur dem deutschen Dienst vorbehalten ist. Ebenso das Medien-Recycling – alle österreichischen User können ihre schlechten Bücher, CDs und DVDs also behalten.

Beim Versand im Endeffekt draufzahlen
Nun ist das Paket aber bereits gepackt und ich habe keine Lust, alles wieder ins Regal einzuordnen. Ich bleibe also bei der deutschen Plattform und wähle die dritte Versandoption, die nachträgliche Erstattung der Portokosten. Und damit reduziert sich der Verkaufswert nocheinmal ordentlich: Für ein Paket mit mehr als 25 Artikel gibt es nur 5 Euro retour – ein Paket von Österreich nach Deutschland UNTER zehn Kilo kostet aber bereits 12,37 Euro. Es bleibt also das dumpfe Gefühl, nicht nur weit zu wenig für seine Artikel bekommen zu haben, sondern auch noch jede Menge Zeit und Geld hinauszuwerfen, um diese letztendlich doch noch loszuwerden. Das Paket schicke ich nun auf alle Fälle ab – gepackt ist gepackt – das nächste Mal versuche ich es aber offline.

Oder kennt ihr andere, bessere Anbieter? Ich bin für jeden Tipp dankbar!

NACHTRAG: Nach dem Kommentar von Evi (siehe unten) habe ich mir nochmal die Mühe gemacht, alle Bücher bei rebuy.at, buchmaxe.at und momox.at gleichzeitig einzugeben. Das Ergebnis: Ich bin doch wieder bei momox gelandet, denn rebuy.at nimmt zwar viele Bücher, zahlt aber um ein Drittel weniger, während buchmaxe.at am meisten zahlt, aber nur wenige Bücher nimmt. Die goldene Mitte ist es also geworden.

Titelbild: Flickr


Veronika

Veronika Höflehner ist freie Journalistin und Autorin, die es vor zwei Jahren in die Berge verschlagen hat. Neben interessanten Fundstücken aus dem Netz findet man hier Texte zu ihrem Leben als Stadtmensch in den Schladminger Tauern.


18 comments

  • alexandra

    1. März 2012 at 12:08

    hallo Vernoika,

    hättest du die österreichische seite zum ankauf von cds, dvds ,spiele und LEGO :

    http://www.seller.at vor meinen posting gekannt hättest du direkt im ösiland verkaufen können *gg* ….die sind zwar nicht sooooo gross , passt aber alles bei der abwicklung und sind sehr freundlich ..und das gute ist die kaufen auch lego Produkte an, ganz egal ob einzelsteine oder ganze sets …

    liebe grüße

    alexandra

    Antworten

  • evi

    4. März 2012 at 21:42

    Hi Veronika!
    Ich habe schon (fast) alle möglichen Wege ausprobiert um meine gebrauchten Bücher loszuwerden und gleichzeitig wenigstens noch ein bissl Geld dafür zu kriegen. (Die haben ja schließlich im Einkauf mal ein kleines Vermögen gekostet *seufz*).
    Fast alle Varianten sind mit großem Aufwand verbunden, Geld gibt’s für gebrauchte Bücher aber leider nicht wirklich viel. Vor allem nicht für Unterhaltungsliteratur. Und bevor ich einen schönen Roman für 5 Cent verschleudere, stelle ich ihn lieber in einen Offenen Bücherschrank.
    (Wie es mit CDs und DVDs aussieht, weiß ich leider nicht.)
    Ich bin gerade dabei, die Ankaufsplattformen zu testen, die die Versandkosten aus Österreich übernehmen – das sind drei und es lohnt sich, die Preise zu vergleichen, da gibt es manchmal arge Unterschiede. Einen ausführlichen Testbericht wird es nächste Woche auf meinem Blog geben.
    Meine ganze Serie zum Thema „Bücher tauschen/verkaufen“ findest du bei Interesse hier:
    http://bit.ly/A8nXDt

    Liebe Grüße,
    evi

    Antworten

  • Ronni

    5. März 2012 at 08:51

    @evi vielen Dank für deine ausführliche Antwort und den Link, damit hilfst du mir sehr weiter. Ich bin schon gespannt auf deinen Testbericht!

    @alekxandra auch dir danke für den Tipp, ich suche aber in erster Linie eine Buchverkaufsplattform

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  • alexandra

    11. März 2012 at 15:00

    @ Veronika@evi, seller.at kauft auch bücher , einfach mal nachfragen 😉

    oder gleich mal ean codes senden …

    lg
    alexandra

    Antworten

  • Gabriela

    13. Mai 2012 at 14:39

    Also bei Ichkaufsab.de ist der versand aus Österreich ab 25 Artikel gratis, vll. hilft es jemand weiter, der aus Österreich verkaufen möchte lg gabriela

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  • Katinka

    11. September 2012 at 08:52

    Also ich mache das auch gerade und bin auch wieder bei momax gelandet. Davor hatte ich es mit Amazon Trade-In versucht. Dort wurde mir für ein Taschenbuch 0,25€ angeboten, bei momax 1,25€. Ich war auch schon am überlegen ob ich die Bücher nicht einfach zu Oxfam bringen soll, aber da der Laden in unserer Nähe gerade wegen Umbau geschlossen hat wirds auch momax werden. Danke für die Recherche 🙂

    Antworten

  • Ronni

    14. September 2012 at 18:42

    Freut mich, wenn es dir was gebracht hat!

    Antworten

  • linda

    10. Februar 2013 at 11:53

    Danke, sehr hilfreiche Tipps für das Verkaufen aus Österreich. Ich ärgere mich immer wieder über die teuren Versandkosten von Österreich nach. z.B. D, das ist ein echter Nachteil für Versender aus Österreich. Ich werde die Tipps ausprobieren und posten wie`s geklappt hat !

    Antworten

  • Hilde

    29. März 2013 at 15:02

    Ich bin gerade auf deinen Bericht gestoßen. Danke für deine Information. wie ich sehe liegt dein Bericht ein Jahr zurück. Hat sich irgendwas Neues ergeben? Ich ebenfalls bei Momox und den anderen gelandet….ja die Preise liegen schon sehr unter der Wertschätzungsgrenze eines Buches. Ich will sie aber auch nicht herschenken oder wegschmeißen.
    L.G. Hilde

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  • Mario

    30. Mai 2013 at 10:00

    Hallo!

    Ich bin auch beim Auflösen meines gesamten DVD und Bücherbestandes bei einigen Anbietern gelandet, die auch ab bestimmten Verkaufswerten DHL Retourlabels und somit „gratis Versand“ anbieten, gestoßen.

    Da ich den Platz einfach benötige und mir klar ist, dass man den Anschaffungspreis nie erstattet bekommt, habe ich mehrere „Vertriebswege“ nun ausprobiert.

    1.) willhaben.at – Anzeige reinstellen und warten ob jemand sich gerade für den Artikel interessiert – Vorteil: Höherer Preis, da es sich ja manchmal um Liebhaberpreise handelt (z.Bsp. Asterix Comics, Gesamte Fantasy Buchreihen, Mangas) – bei den Buchankaufportalen werden diese Artikel oft gar nicht angenommen.
    2.) momox.at – Beste Abwicklung, geringster Mindestverkaufswert (EUR 10,00) – Geldüberweisung in normaler GEschwindigkeit
    3.) Buchankauf24.de – Sehr langsame Abwicklung der Einsendungen, teilweise wirklich gute Preise für Bücher (nimmt NUR Bücher an, und da leider auch vieles nicht!), musste bei BEIDEN Paketeinsendungen nachfragen, ob sie angekommen sind und wann das Geld überwiesen wird. Danach gings plötzlich schnell mit dem Geld 😉 Naja…..
    4.) rebuy.at – geht immer, aber EUR 30,00 Mindestverkaufswert ist fast nicht zu schaffen mit EUR ,015/Buch – entweder hat man ein paar Artikel, die den Mindestverkaufswert steigern, oder man lässt es lieber bei rebuy….

    Hoffe das hilft ein wenig in der Orientierung, ich habe damit über Wochen meinen Bücher/DVD Schrank erfolgreich geleert und hab dafür auch noch Geld bekommen, dass ich nie hätte, wenn die Sachen daheim ungebraucht rumstehen!

    Lieben Gruß
    Mario

    Antworten

  • Ronni

    24. Juli 2013 at 08:58

    Hallo Mario, danke für die deine Erfahrungswerte, bei mir ist es ja bald wieder soweit, dass ein paar Bücher weichen müssen.

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  • Lilly

    10. September 2013 at 18:15

    Liebe Veronika und alle, die hier kommentiert haben!
    Erst einmal danke für die Beiträge, die mir weitergeholfen haben! (Und überhaupt, Blogs sind super :-)).)
    Da ich momentan sehr viele Bücher hatte und aus eigener Flohmarkt-Erfahrung weiß, wie langsam der Verkauf teilweise vor sich geht und wie schwer!! Bücher sein können, hab ich jetzt drei Pakete erfolgreich versandt.
    Ich habe buchmaxe und momox ausprobiert.
    Es zahlt sich aus, Bücher bei beiden parallel einzugeben, da die Preise teilweise extrem variieren. Die Abwicklung bei beiden war perfekt, binnen 10-14 Tagen auch das Geld auf dem Konto!
    So werde ich auch noch einmal Zeit investieren für weitere zwei Pakete und vor allem wieder Platz schaffen!
    Liebe Grüße Elisabeth

    Antworten

  • Ingmar Greil

    13. September 2013 at 20:05

    Ich habe in diesem Sommer etwas über 1000 Bücher verkauft. Für uns Österreicher kommen realistischerweise nur Anbieter in Frage, die die Portokosten übernehmen. Das sind, nach meiner Erfahrung:

    1. Momox.at (10 €)
    2. Regalfrei.de (20 €)
    3. Rebuy.at (30 €)
    4. Buchmaxe.at (25 Stück)

    Das Verfahren bei Regalfrei ist kompliziert; sie machen dafür auch keine Werbung (man muss den Support direkt anschreiben, eine (falsche) deutsche Adresse und ein Konto von Regalfrei (!) angeben, dann das DHL-Label über einen eigenen Link generieren, und schließlich, nachdem man benachrichtigt wurde, dass Regalfrei sich das Geld überwiesen hat, noch einmal manuell die Auszahlung beantragen) haben aber bisweilen durchaus gute Preise.

    Prinzipiell gibt es keinen „besten“ Anbietet, die Preise fluktuieren enorm. Man sollte die Bücher daher immer mehreren Anbietern offerieren und den Bestbieter auswählen.

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  • Gerhard Riedl

    5. Januar 2014 at 23:15

    Ich habe noch kurz vor Weihnachten 31kg Bücher verkauft und auf at.momox.com und http://www.regalfrei.de aufgeteilt. Wo halt grad mehr für die einzelnen Bücher zu bekommen ist.
    Die Abwicklung bei regalfrei ist zwar mit ein wenig Aufwand verbunden (wie schon oben beschrieben), funktioniert aber wunderbar. Auch bei momox hat es super funktioniert. In den nächsten Tagen sollte das Geld am Konto sein.

    Manche Anbieter haben recht unrealistische Geschäftsbedingungen – es muss ein bestimmter Verkaufswert erreicht werden, aber ein bestimmtes Gewicht darf nicht überschritten werden als Beispiel – bei wenigen Cent pro Buch eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.

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  • Ausmisten mit momox | geldexperimente

    26. April 2014 at 10:01

    […] (einfachbewusst.de) Motivation zum entrümpeln – sieben einfache Tricks (frei-gelassen.de) Test: Buchverkauf im Internet – mit einigen Haken (amhochsitz.at) Vergleich online Ankaufsservices […]

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  • Bobbele

    2. Dezember 2014 at 07:57

    Ich kann die (schlechten) Erfahrungen für buchankauf24.de nur bestätigen. Auch wenn man für das ein oder andere Buch in der Tat deutlich mehr geboten bekommt als bei der Konkurrenz – die Abwicklung ist miserabel. Da sind Momox und Rebuy um Welten besser.

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  • Manni

    28. Februar 2015 at 14:06

    Hallo an Euch! Ja ich muss sagen bei Mommox ging alles schnell und am besten.Auch das Geld war gleich da.Man darf halt nich daran denken was die Sachen neu gekostet haben sondern eher daran, dass man wieder mehr Platz hat und ein wenig Taschengeld.Leider habe ich viele sehr alte Bücher die Mommox nicht nimmt und langsam aber doch verkaufen sie sich auch auf Willhaben ganz gut und man bekommt doch meistens um einiges mehr als bei Büchermaxe und Co dafür.

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