True Blood: Vampirgeschichten für Erwachsene

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Ich bin gebissen, infiziert und süchtig – so wie ein Vampiropfer im Normalfall sein muss. Schuld ist die neue amerikanische Serie „True Blood“, die blutsaugertechnisch endlich das bietet, was Filme wie „Twilight“ in ihrer ganzen Teeniepracht nicht geschafft haben.

trueblood_posterDass ich ein Freund der leichten Unterhaltung bin, wird hier nicht zum ersten Mal thematisiert. Ich habe alle Harry Potter-Bücher gelesen und auch die Vampir-Schinken rund um das erste Buch Twilight blieben mir zusammen mit tausenden Teenagern weltweit nicht fremd. Man kann über die Bücher sowie die Autorin Stephenie Meyer (die bekennende Mormonin ist, was die Handlung mit kein Sex vor der Ehe erklärt) als feministisches Desaster sehen oder als nette Nachmittagslektüre. Ein vollständiges Desaster war hingegen die Verfilmung des ersten Teils, weil die sexuelle Spannung zwischen den beiden Hauptdarstellern auf den kuhäuigen Schönling (Robert Pattinson) reduziert wurde, der die ebenfalls recht farblose Hauptdarstellerin mit seinem Valiumblick eher eingeschläfert als gefährdet hat. Dafür wird er jetzt als „neuer“ Brad Pitt bezeichnet, was mir wirklich schleierhaft ist.

Ganz anders läuft das bei „True Blood„. Die Serie basiert auf der Sookie-Stackhouse-Buchreihe von Charlaine Harris und wurde von Alan Ball (American Beauty, Six Feet Under) fürs TV umgeschrieben. Sie ist (wie es bei Spreeblick so trefflich beschrieben wird) „schmutzig, blutig, fies, gefährlich, sexy“. Davon selbst überzeugt hab ich mich vergangenen Abend bzw. Nacht. Alleine die erste Staffel ist so gut, dass ich vor lauter Spannung fast aufs Schlafen vergessen habe. Der Inhalt via Spreeblick:

True Blood spielt in der fiktiven Kleinstadt Bon Temps im nicht so fiktiven Louisiana und in einer Welt, in der Vampire existieren, vor kurzer Zeit ihr Coming Out hatten und seitdem um ihre gesellschaftliche Anerkennung kämpfen. Japanische Wissenschaftler haben synthetisches Blut als Nahrung für die lebenden Toten erfunden und so kippen menschliche True-Blood-Charaktere in der Kneipe neben Vampiren einen Drink oder verlieben sich gleich in sie.

Was in den ersten sechs Folgen bisher zu sehen ist: Eine amerikanische Serie – weit ab von der Glitzerwelt Manhattans – die auf Fantasyweise die Geisteshaltung der Menschen im tiefsten Süden der US of A thematisiert: Falsch verstandene Religiosität gepaart mit jeder Menge Vorurteilen, Machismus, die Unfähigkeit zu kommunizieren vereint in rauen, schwitzenden Männern mit schmutzigen Gedanken. Ein bisschen platt könnte man die Platzierung von Hauptdarstellerin Sookie Stackhouse empfinden, die als blonder, schweißloser Engel mit telephatischen Fähigkeiten auf den dunklen, gefährlichen und unglaublich scharfen Vampir Bill Compton trifft. Was da zwischen den beiden sprüht, ist statt Valium ein gesamtes Kokainlager inklusive Feuerwerk. Ein kleiner Vorgeschmack bietet der Vorspann inklusive passender musikalischer Untermalung (Titelsong: „I wanna do bad things to you“) :

P.S.: Soweit ich weiß, gibt es bei den diversen österreichischen bzw. deutschen TV-Vereinen noch keine Anstalten, die Serie in nächster Zukunft auszustrahlen.

Fotocredit


Veronika

Veronika Höflehner ist freie Journalistin und Autorin, die es vor zwei Jahren in die Berge verschlagen hat. Neben interessanten Fundstücken aus dem Netz findet man hier Texte zu ihrem Leben als Stadtmensch in den Schladminger Tauern.


8 comments

  • Susanne

    29. Juli 2009 at 09:39

    uiuiui, eine neue trash-serie für mich! die muss ich mir besorgen. danke für den tipp!

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  • Markus

    29. Juli 2009 at 10:59

    Ich muss zugeben, ich drück den Südstaaten-Akzent einfach nicht durch, weshalb ich über ein paar Folgen nicht rausgekommen bin.

    Aber zum Glück gibts „Burn Notice“, wo es um einen „verbrannten“ Spion geht, der wieder seinen alten Job zurückhaben möchte. Die ersten paar Folgen der ersten Season sind etwas schwach, aber dann gehts so richtig los („verbrannt“ heisst im Prinzip gefeuert, aber als Spion kann man sich nicht so einfach einen neuen Job besorgen :))

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  • Ronni

    29. Juli 2009 at 11:02

    Ich glaub ich nenn dich ab jetzt nur mehr Mr. Tipp! *g* Danke!

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  • Lia

    31. Juli 2009 at 12:14

    tsts, ronni … die serie ist doch schon ein ganzes jahr alt 😉 *gg* ich bin grad mitten in der zweiten staffel … und: es wird immer besser!! übrigens glaub ich nicht, dass das jemals im österreichischen tv zu sehen sein wird .. und wenn, dann nach mitternacht. 😉

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  • Ronni

    31. Juli 2009 at 13:09

    Dafür hab ich die erste Staffel in einem durchschauen können ohne lästige wartezeiten…. 😉 ich schau mir heut die folgen der 2. an, freu mich schon!

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  • Lia

    31. Juli 2009 at 21:13

    ja, so hab ich’s bei private practice gmacht … 😉 da hab ich auch gleich mal 1 1/2 staffeln auf einmal gschaut. bei true blood musste ich ja sooo „leiden“ – die cliffhanger sind doch echt der hammer, oder??

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