Beste Wochenreste: Vertrauensbeweis

In: Beste Wochenreste, Musiktipps

Eine ereignisreiche Woche neigt sich dem Ende zu. Für mich wird es heute Abend bei meiner ersten Lesung im Klang-Film-Theater in Schladming noch einmal richtig spannend. Meine Devise: Das Vertrauen ins geschriebene Wort. Passenderweise drehen sich die auch Wochenreste um das Thema Vertrauen – positiv wie negativ.

Vertrauensverlust
Noch nie wurde so viel um unser Vertrauen geworben wie heute. Das sollte uns skeptisch machen – so heißt es im Untertitel zum ZEIT-Interview mit Historikerin Ute Frevert, die das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin leitet. Sie hat sich in ihrem Buch „Vertrauensfragen. Eine Obsession der Moderne“ mit diesem Thema auseinandergesetzt. Das gesamte Interview ist sehr empfehlenswert, hier zwei Auszüge daraus:

ZEIT Campus: Haben Sie eine Erklärung dafür, warum Unternehmen so massiv auf die Rhetorik des Vertrauens setzen?

Frevert: Sie lässt die moderne Welt übersichtlicher erscheinen. Wer Vertrauen verspricht und darum wirbt, suggeriert, dass es auch bei geschäftlichen Transaktionen um die empathische Beziehung von Mensch zu Mensch geht, nicht um eigennützige Interessen und komplizierte Regularien und Kontrollmechanismen. Diese Vorstellung ist verführerisch: Alles wird wieder ganz einfach.

[…]

ZEIT: Der Satz vom „Vertrauensverlust in die Institutionen“, den man in Zeitungen oft liest: Ist der falsch?

Frevert: Ich würde nicht von Vertrauen in Institutionen sprechen, sondern von ihrer Verlässlichkeit. Verlässlichkeit ist an Regeln gebunden. Wenn sich die Institutionen – und das heißt letztlich: die Menschen, die in diesen Institutionen arbeiten – an jene Regeln halten, kann man sich auf ihre Arbeit verlassen. Wenn sie das nicht tun, wenden sich Bürger, Konsumenten, Kunden ab. Solche Abwanderungen kann ich auf breiter Front aber nicht entdecken: Wir bringen unser Geld auf die Bank, gehen ins Krankenhaus und in die Universität – und ziehen vor Gericht, wenn Regeln verletzt werden.

Verlässlich gut
Wo wir schon bei Vertrauen sind: Verlässlich gute Musik machen Marina Zettl und Thomas Mauerhofer, seit neuestem unter dem Namen „Marina and the Kats“. Am 5. Juni kommt ihr erstes Album mit Musik inspiriert von den 60er Jahren heraus und das wird mit einer CD-Release-Party im Theater am Spittelberg gefeiert. Unbedingt hingehen!

Falsches Vertrauen
Nicht immer ist teurer auch besser – vor allem bei Wein. Das beweist dieses nette Filmchen von Vox:

Sachen zum Lachen
Alt, aber gut – der Sketch der amerikanischen Comedy-Serie Studio C mit Voldemort, Darth Vader, Bane und… Ghandi.


Veronika

Veronika Höflehner ist freie Journalistin und Autorin, die es vor zwei Jahren in die Berge verschlagen hat. Neben interessanten Fundstücken aus dem Netz findet man hier Texte zu ihrem Leben als Stadtmensch in den Schladminger Tauern.


0 comments

Leave a comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.