Play That Funky Music White Boy!

In: Musiktipps, Wunderbare WWW-Welt

Das iPhone ist eine vorzügliche Zeitverschwendungsmaschine – noch nie waren freie Minuten, Stunden, Tage und U-Bahnfahrten so kurz. Mit der richtigen Hintergrundmusik wird es dann so richtig beschwingt. Deswegen geht es im heutigen Eintrag rein um die schöne Muse.

Apple-Shop Eigenheim
Bezüglich PC schwimme ich schon immer mit der Microsoft-Masse, bei meiner Musik vertraue ich aber Miele-gleich seit vielen Jahren Apple. Dass wir im eigenen Heim unbewusst einen Apple-Shop führen, ist uns aber auch erst mit der Mobileblogger-Testaktion aufgefallen. Wie viele Apple-Geräte nach einer Nachdenk- und Suchphase in einem Zwei-Geek-Haushalt auftauchen, ist nicht mehr normal: Zwei iPod-Shuffle, zwei iPod Nano, ein iPod Touch, zwei Docking-Stations und zweimal Anschlusskabel für die Stereoanlage. Für die Zeit von drei Wochen kommen jetzt auch noch zwei iPhones dazu.

CIMG5434Was in dieser Hinsicht tröstlich ist: Wenn ich das Gerät nach der Testphase zurückgeben muss, wird der Schmerz durch das Apple-Museum Klanggasse sicher gelindert werden. Die Musikabhörfunktion im iPhone unterscheidet sich natürlich nicht (blöd wäre Apple) von jener in den iPods. Außer natürlich, dass ich mich jetzt ENDLICH nicht mehr entscheiden muss, welche Lieder der Stereophonics ich meinem Ohr täglich zuführe. Ich lage einfach alle sieben Alben auf die feschen 16 GB Speicherplatz. Was beim iPhone auch beim Thema Musik den großen Unterschied macht, sind die Applikationen oder Anwendungen. Da hat der App-Store auch wieder einige Schmankerl aufzuweisen:

Shazaam
IMG_0064Nachdem ich den etwas kruden Ehrgeiz habe, jedes Lied, dass aus Kaffeehauslautsprechern, Autoradios und TV-Spots erklingt, sofort mit Titel und Band einordnen zu müssen, ist das eindeutig meine Lieblingsapplikation. Auch meine Freunde freuen sich sicherlich, weil ich ein Gespräch jetzt nicht mehr mittem im Satz beende und mir verzweifelt das Gehirn zermartere, wie denn dieser Song nun wieder heißt. Des Rätsels Lösung: Shazaam! Dabei handelt es sich um einen Musikidentifikationsdienst, der einmal an den Lautsprecher gehalten rund acht Millionen Lieder erkennt und diese Information mit dem iPhone-Nutzer teilt. Genial! Meine bisherigen Tests ergeben: Von der Populärkultur bei FM4 bis zu alten Hadern wie Chopin findet Shazaam die Urheber spielend, nur bei Naked Lunch mit jeder Menge Hintergrundgeräusche am Donauinselfest musste mein Sesam-öffne-dich-Dienst leider passen.

 

Deezer
Reiht sich in die geniale Applikationen-Reihe gleich neben Shazaam ein und beendet ein weiteres Dilemma: Das der Überdrüssigkeit. Er eignet sich am besten, wenn man seine Lieblingsalben bereits bis zum Erbrechen gehört hat, aber weder selbverliebten Musikkritikern noch überforderten Saturn-Lehrlingen glauben schenken will. Die Lösung ist das Deezer „Smart Radio“: Man gebe z. B. (zur Abwechslung) „Stereophonics“ ein und das schlaue Programmchen spielt dann Musik, die den Stereophonics ähnlich ist. Der ein oder andere Ausreißer mag dabei sein, aber prinizipiell funktioniert das sehr gut. Daneben verfügt die Applikation auch über einen ganz normalen Musikabhördienst. Wer also gerade Lust auf ein spezielles Lied hat und es nicht per iPod parat hat, wird bei Deezer fündig (Solange es sich nicht um osttibetanische Morgengebetsgesänge handelt, würde ich einmal sagen).

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Radio
IMG_0071Altmodisch, aber auch weiterhin praktisch sind Radio-Applikationen am iPhone: Besonders dann, wenn Herr Radiokollege Gratzer in der FM4-Morningshow assistiert und ich schon aus dem Haus muss. Genau dann begleitet mich der FM4-Livestream auch in der U-Bahn. Die gleichen Anwendungen gibt es meines Wissens auch für diverse österreichische Radiostationen ( Ö3, Radio Superfly, Radio Energy etc.) sowie ihre deutschen und englischen Pendants.

Pink und Nine Inch Nails
Auf den iPhone-Hype springen natürlich auch die Marketingheinzis der Stars auf: Im App-Store finden sich Anwendungen von Pink und den Nine Inch Nails (NIN). Trent Reznor hat sich am meisten Mühe gegeben, in der Applikation gibt es nicht nur die neuesten Nachrichten rund um die Band, sondern auch jede Menge Musik, You-Tube-Videos der Konzerten, Fotos und wirklich schöne Wallpaper zum Download. Außerdem kann man in den umliegenden 50 Kilometern nach NIN-Fans via Twitter-Einbindung suchen. Weitaus weniger spannend ist da die Pink-App:Musik anhören geht ohne glühende Kreditkarten schon einmal gar nicht, auch die Videos enden bereits nach 30 Sekunden. Klickt man auf den Nachrichten-Stream, wird man sofort aus dem Programm geschmissen. Selbst die Interviews lassen zu wünschen übrig: Welches Eis Pinks Lieblingssorte ist, hat mich gar noch nie interessiert.

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Veronika

Veronika Höflehner ist freie Journalistin und Autorin, die es vor zwei Jahren in die Berge verschlagen hat. Neben interessanten Fundstücken aus dem Netz findet man hier Texte zu ihrem Leben als Stadtmensch in den Schladminger Tauern.


3 comments

  • michi

    2. Juli 2009 at 18:30

    richtig gut wird shazaam wenn du ihm was vorsingst – da kommen wunderbar skurrile lösungsvorschläge 🙂

    und danke für den deezer-tipp!

    Antworten

  • Ronni

    3. Juli 2009 at 07:37

    Hehe, das muss ich gleich ausprobieren! und bitte! 🙂

    Antworten

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