Kunst, Aussicht und Essen: Sechs Tipps für Berlin

In: Reisetipps

In nur einer Stunde fliegt man von Wien nach Berlin und landet in einer völlig anderen Art von Stadt: Berlin ist lauter, dreckiger, kreativer, aufregender und um einiges schneller als Wien. Wer das richtige Stadtleben sucht, ist hier genau richtig und findet hinter jeder Ecke etwas Neues und Interessantes. Es ist mein zweiter Besuch in Berlin (hier mein erster Berlin-Besuch) und zwei Tage später habe ich wieder allerhand neue Tipps für jene parat, die in nächster Zeit die deutsche Bundeshauptstadt aufsuchen wollen.

Museum Hamburger Bahnhof
Ein absolutes Muss für alle, die moderne Kunst lieben. Es handelt sich dabei um ein Gebäude, dass Mitte des 19. Jahrhunderts als eines der frühen Kopfbahnhöfe der Eisenbahngeschichte gebaut wurde und nun liebevoll restauriert Kunst von Joseph Beuys, Andy Warhol, Cy Twombly etc. beherbergt. Die Ausstellungsräumlichkeiten selbst sind sehr umfangreich und verwinkelt, man braucht einige Zeit, um alles zu sehen. Besonders gut haben mir die „Riekhallen“ gefallen, eine hinter dem Bahnhof liegende Aneinanderreihung von Hallen, die zuvor zum Güterbahnhof gehörten. Sie beherbergen die Sammlung von Friedrich Christian Flick und im Moment gibt es dort einen sehr sehenswerten Schwerpunkt auf Bruce Nauman. Als ÖsterreicherIn sollte man unbedingt einen Besuch im Museumsrestaurant einplanen, hier kocht nämlich Sarah Wiener.
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Kunsthaus Tacheles
Völlig ungeplant haben wir bei einem Spaziergang durch Berlin das Kunsthaus Tacheles gefunden, ein Platz für alternative Kunst in der Ruine eines alten Kaufhauses auf der Oranienburger Straße. Ich finde das Tacheles mit seinen selbstverwalteten 30 Ateliers und Galerie- bzw. Theaterräume ist ein gutes Beispiel für die kreative Energie dieser Stadt, die sich nicht auf Museen beschränkt, sondern sich Platz sucht – egal ob in Form von Graffities oder besetzten Häusern. Ob der Hof des Kunsthauses nur bei unserem Besuch mit Ausstellungen bespielt wurde, oder ob das immer so ist, habe ich nicht herausgefunden – die Eisenskulpturen (siehe Bild) haben es mir aber besonders angetan.
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Panoramapunkt
Natürlich ist der Fernsehturm Berlins Nummer 1, wenn es um schöne Aussicht geht. Wer sich dieses Erlebnis schon einmal gegönnt hat, oder eine ähnliche Aussicht um den halben Preis möchte, sollte den Panoramapunkt im Daimler-Gebäude am Potsdamer Platz aufsuchen. Der schnellste Lift Europas bringt Besucher in 20 Sekunden auf 100 Meter Höhe – auch wenn das Wetter bei meinem Besuch eher bescheiden war, hatte ich ausgezeichnete Sicht.
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Chen Che Teehaus
Hier bekommt man unangefochten den besten Tee ever, gebraut nach vietnamesischer Teetradition: Je nachdem, welche Zutaten man in seinen Tee möchte (Ingwer, Zitronengras, Maracuja etc.) werden diese frisch in eine Schale gelegt und mit heißem Wasser direkt am Tisch aufgegossen. Hier gibt es keine extra Aromen oder Zuckerzusatz, die Blätter und Früchte schmecken von Grund auf ausgezeichnet intensiv. Daneben werden typische vietnamesische Gerichte serviert, wie Pho-Suppen und Frühlingsrollen in Reispapier (wie es Sapa-Geher in Wien kennen). Auch das gesamte Ambiente des Teehauses/Restaurants kann sich sehen lassen, man fühlt sich samt Tee direkt nach Asien versetzt.
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Mädchen ohne Abitur
Hier würde sich Lena Hoschek wohlfühlen: Ein Lokal ganz im Stile der 50 Jahre und eine Hommage an das Starlet Rosita di Capri, die hier zuvor ihre legendäre „Ratsstuben“ hatte. Die rote Tapete an den Wänden vermittelt den Eindruck, als säße man direkt in einem alten Tanzclub, die Kellner sind witzig und charmant, wie auch die Speisekarte mit ihren etwas anderen Speisebezeichnungen: „Das große Liebesspiel“ (Königsberger Klopse) oder Ministrantenserenade (eingelegte Nürnberger Würstchen mit Gemüse, warmem Bauernbrot und Butter). Über die Qualität des Essens kann ich leider nichts sagen, der Wein war aber hervorragend. (Fotoquelle)
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Curry 36
Herta Heuwer ist der Grund, warum sich an diesem Würstelstand tagtäglich so viele Menschen anstellen: Sie gilt als Erfinderin der Currywurst, weil sie 4. September 1949 in Charlottenburg eine pikante Sauce aus Tomatenmark mit zwölf indischen Gewürzen (= Curry) mit einer kross gebratene Brühwurst zusammenmischte. Das Curry 36 am Mehringdamm soll eine besonders gute Variante dieser echten Berliner Speise führen – aus Mangel an Gegenbeweisen muss ich sagen: Mir hat’s geschmeckt.
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P.S.: Entschuldigt die Fotoqualität, mehr hat mein iPhone nicht hergegeben.

Flaggenfoto by © Martina Berg | Dreamstime.com


Veronika

Veronika Höflehner ist freie Journalistin und Autorin, die es vor zwei Jahren in die Berge verschlagen hat. Neben interessanten Fundstücken aus dem Netz findet man hier Texte zu ihrem Leben als Stadtmensch in den Schladminger Tauern.


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