Malta: Zwischen Verkehrsalptraum und mediteranem Hollywood

In: Reisetipps

So schnell kanns gehen: Vom Maltatal in Kärnten beim AlmCamp nach Malta im Mittelmeer in nur einer Woche. Der nachgeholte Urlaub hatte vergangene Woche alle Qualitäten eines Sommers inklusive Schwimmen, Sonnenbrand und Sandalen. Malta itself war eindeutig den Besuch wert.

Seit 21. September 1964 ist der kleine europäische Inselstaat unabhängig von der Kolonialmacht Großbritannien, das Mediterane hat sich in der über 150-jährigen Regentschaft schön in Charakter und Sprache mit dem Englischen vermischt. Wie in jedem Urlaubsland finden sich auch hier einige Schmankerln, was die deutsche Sprache angeht und die politischen Parteien nehmen ihre englische Bezeichnung anscheinend beim Wort:

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Verkehr de Luxe
Bei nur 410.290 Einwohnern können sich die Malteser einiges in Sachen Mobilität erlauben: Nicht nur, dass dort Linksverkehr herrscht, auch sonst geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Die Straßen sind recht überholungsbedürftig und ebenso ist auch die Art der Malteser, über diese hinwegzurumpeln:

Viele Malteser sagen mit einer Portion Selbstironie über sich: „Maltese people don’t drive right, they don’t drive left either, they drive in the shadows!“ („Malteser fahren weder rechts – noch links, sondern dort, wo Schatten ist“). (Quelle Wikipedia)

Der öffentliche Verkehr trägt dazu einiges bei: Züge gibt es keine, von der Hauptstadt Valetta zieht sich ein sternenförmiges Busnetz durch das gesamte Eiland. Betrieben wird es mit Vehikeln aus der Kolonialzeit, die von den Chauffeuren mit einer Selbstverständlichkeit über Berg und Tal gehetzt werden. Als natürliche Klimaanlage fungiert die offene Bustür, Stehplätze ohne Anhaltemöglichkeit sind Gang und Gebe.

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Ein Schmankerl sind auch die Nummertafeln. Statt Ortsbezeichnungen geht man – so meiner Beobachtung nach – einfach dem Alphabet nach und nimmt drei Buchstaben und drei Zahlen als Ausgangspunkt. Wunschkennzeichen haben so eine ganz besondere Qualität:

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Mini-Hollywood
Ins Staunen versetzt wird man in Malta durch das ein oder andere landschaftliche Kleinod: Die zwar sehr karge, aber mit wunderschönen Felslandschaften ausgestatte Insel wurde nicht zuletzt durch den Malteser- bzw. Johanniterorden mit beindruckenden Bauwerken versehen. Kein Wunder, dass Wikipedia folgendes sagt:

Malta ist eine der populärsten Film- und Fernsehkulissen der Welt und wird von der London Times scherzhaft als „Das mediterrane Mini-Hollywood“ betitelt. Beispiele für bekannte Filmproduktionen die hier gedreht wurden sind U-571, Monte Cristo, Troja, Alexander, Midnight Express, Gladiator, The Da Vinci Code – Sakrileg und München sowie prestigeträchtige Fernsehproduktionen wie BBCs Byron und Daniel Deronda. Die von Robert Altmans Film Popeye – Der Seemann mit dem harten Schlag (1980) verwendete Fischerdorf-Kulisse ist heute eine Touristenattraktion, obwohl der Film damals ein Flop war. (Quelle Wikipedia)

Dazu Eindrücke aus der eigenen Sammlung:

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Veronika

Veronika Höflehner ist freie Journalistin und Autorin, die es vor zwei Jahren in die Berge verschlagen hat. Neben interessanten Fundstücken aus dem Netz findet man hier Texte zu ihrem Leben als Stadtmensch in den Schladminger Tauern.


8 comments

  • Susanne

    12. Oktober 2009 at 16:58

    oh wie schön!!
    die autokennzeichen sind ja genial. eine nette variante wäre LOL 404 😉

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  • Peter

    12. Oktober 2009 at 17:02

    Ach, das ist doch zum neidisch werden. Ich will auch wieder Sommer. Und Urlaub fände ich auch gut 🙂

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  • wranner

    12. Oktober 2009 at 19:05

    Note to self: Visit Malta 🙂

    Sehr schön, mag die Fotos 🙂

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  • Ronni

    13. Oktober 2009 at 08:44

    @susi: *g* stimmt! Als Malteser könnte man da echt ein paar nette sachen machen….

    @peter ja, sommer, das wärs!!

    @werner: freut mich, geb das Kompliment an Peter weiter…

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  • Jürgen Liechtenecker

    13. Oktober 2009 at 17:05

    beim vorletzten foto siehts so aus als ob mama noch nachgerufen hätte „ronni, du hast den schlüssel vergessen“ und du genervt „waaas?“

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  • Ronni

    14. Oktober 2009 at 18:13

    @lemonissimo: thx! 🙂

    @jürgen: *g* ja stimmt! Obwohl mich zu dieser Zeit ja eher Peters Fotografier“freude“ unstimmig gemacht hat 😉

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  • Jorn

    26. November 2010 at 23:44

    Mann sollte mal erwähnen, dass der Großteil der Insel im Müll versinkt. An den meißten Stellen in der Natur sieht man mehr Sofas, Fernseher, Plastikflaschen und Türen, als Pflanzen!

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