Fieldtrip Donauinselfest

In: Stadtleben

Nerdig vor dem App-Store abhängen, das kann man mit dem iPhone sehr wohl vortrefflich. Nicht umsonst bin ich bereits zum Installateur von mindestens 15 verschiedenen Anwendungen mutiert. Wie sich das Gerät in freier Wildbahn so anstellt, konnte ich beim Donauinselfest Wochenende austesten.

Twitterific und Worldview
Das Wetter ist ja neuerdings eine ziemlich launische Angelegenheit. Obwohl nasse Füße und schön viel Dreck wie das Frühstücksbier einfach zu Festivals gehören, kommt dennoch manchmal der Wunsch nach adäquater Besohlung (Gummistiefel oder Sandalen?) auf. Dafür gibt es gleich zwei Apps: Praktisch ist die Anwendung „Worldview“ mit der man Webcams rund um die Welt finden kann. Die Donauinsel ist davon aber leider noch sehr unberührt, abgesehen von dem Betonblick unten – gut für Datenschützer und FKK-Freunde, schlecht für meine Gummistiefel-or-not-Frage. Durchaus naheliegender ist da natürlich Twitter über die Anwendung Twitterific. Mit der Stichwortsuche finden sich leicht Zwitschernde, die vor Ort bereitwillig und unbefangen Auskunft über Boden- und Wetterverhältnisse erteilen.

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Quando und Google Maps
Auch bei der Beförderungsfrage kann das iPhone helfen: Mit den Öffis leitet Quando übersichtlich an den Zielort, etwas gefährlicher im Handling kann man es mit Google Maps am Fahrrad haben. Wer eine Ein-Arm-ein-Auge-Technik für das Handy parat hat, kann sich in wilder Fahrt hinlotsen lassen. Auf der Website des Donauinselfest finden sich dann direkt vor Ort Karte und Programm – zum ersten Mal kein Glanzauftritt des iPhones. Dafür kann es aber hier relativ wenig, mit PDFs und einem großflächigen Suchprogramm ist die Seite in erster Linie für das Bedienen in Heim und Hof vor dem PC gedacht.

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Facebook
Weitaus hilfreicher ist das iPhone da beim Netzwerken. Wer kann von sich schon behaupten, am nächsten Tag noch alle Menschen mit vollem Namen zu kennen, die man am Abend getroffen hat? Wenn man sie im Gespräch gleichzeitig auf Facebook added, kein Problem (Achtung: Das ist bereits fortgeschrittene Nerdness und wird möglicherweise nicht von jedem mit gleichem Enthusiasmus aufgenommen.).

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Kamera
Enttäuschend ist die Performance meines neuen Begleiters was Fotos und Videos angeht: Im Gegensatz zu meinem wirklich nur mit Basics ausgestatteten Nokia-Handy fehlen hier sowohl Zoom-Funktion als auch Blitz und auch die Videos sind alles andere als wohltönend. Insgesamt ist die Qualität etwas besser als auf meinem alten Handy – aber wenn ich mir schon so ein State-of-the-Art-Teil kaufe (das im freien Handel abseits von Tarifverträgen das fünffache kostet), will ich, dass es auch Fotos so gut wie eine normale Digitalkamera macht. Wer schöne Erinnerungen an ein Konzert haben will, sollte daher entweder völlig auf jegliche Gadgets verzichten und sich auf sein Gedächtnis verlassen, oder belastet sein Kreuz mit einer gescheiten Kamera.

Video von Naked Lunch „Town Full of Dogs“

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Fazit des Tages
Als Westentaschen-PC reduziert das iPhone die Kommunikation mit Menschen, die zwar für Auskünfte da sind, aber wegen Unfreundlichkeit unfragbar sind (Ordner, Kellner, Veranstalter, Polizisten, U-Bahnbedienstete). Gleichzeitig wird die Kommunikation mit angenehmen Zeitgenossen (Freunden, Twitterern, völlig Fremden) maximiert.


Veronika

Veronika Höflehner ist freie Journalistin und Autorin, die es vor zwei Jahren in die Berge verschlagen hat. Neben interessanten Fundstücken aus dem Netz findet man hier Texte zu ihrem Leben als Stadtmensch in den Schladminger Tauern.


2 comments

  • wranner

    29. Juni 2009 at 08:23

    Ich find die ‚instant share‘ Funktion der Fotos ist halt viel wert. Da kann ich auch mit einer nicht ganz state of the art Kamera leben. Probier mal CameraBag aus zum bisschen ’nachbearbeiten‘. Emuliert quasi nur andere Kameras, macht das aber ganz gut findi:
    http://www.facebook.com/album.php?aid=108575&id=644971755&l=bac3320d9c

    Die Videoqualität is auch ‚ok‘, vom Ton bin ich aber enttäuscht. Schaas dass das so übersteuert.

    Antworten

  • Ronni

    29. Juni 2009 at 17:45

    Danke für den Tipp, werd ich machen!

    Antworten

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