Fernweh auf iPhone-Niveau

In: Wunderbare WWW-Welt

Das Fernweh packt mich zurzeit im 5-Minuten-Takt, besonders wenn die Sonne in Wien die Gassen bäckt und sich keine Nasenspitze aus dem Fenster wagt. Mein Sommerurlaub ist aber leider wegen unterschiedlicher Projekte auf Oktober verschoben, bis dahin tu ich mir selbst nichts Gutes und mache mir mit dem iPhone und seinen Urlaubsapplikationen Lust auf Wienflucht.

lonelyplanetWas wenn nicht ein mobiles Device ist dazu prädestiniert, auf kleinen und großen Reisen den Führer zu spielen. Einige dieser Programme für das iPhone sind bereits bekannt und wurden auch bereits an anderer Stelle vorgestellt, wie zum Beispiel Tripwolf, Quando oder Wikitude. Sehr praktisch, wenn auch manchmal etwas ungenau, ist die Applikation von Qype, die mit Hilfe von User Generated Content angibt, welches Restaurant oder Bar sich gerade in der Nähe befindet und wie empfehlenswert das Einkehren in diese ist. Was für mich ernsthaft eine Investition wert wäre – Gesetz den Fall ich erliege dem Charme des iPhones – ist der Lonely Planet City Guide für ds iPhone. Mit heißen 12,99 Euro für Reiseführer von Paris bis Bangkok ist das ungefähr der Preis der büchernen Ausgabe. Entspricht die App aber auch wirklich eins zu eins dem Papierpendant, wären die Sightseeing-Trips auch für mein Kreuz der reinste Urlaub.

Lehrstück Adidas
Der Bobo-Schuhfabrikant Adidas hat sich eine wirklich extrem gute App einfallen lassen, die man eigentlich als Lehrstück für richtig verstandenes Marketing im Web zitieren könnte. Der „Adidas Urban Guide“ zeigt kostenlos und leider nur in Berlin auf einer Karte Paintings, Graffiti und Co. in Hinterhöfen, Hausfluren oder Zäunen und beschreibt diese urbanen Kunstwerke und ihre Bedeutung. Man kann sich sowohl eine eigene Tour durch die Straßenkunst zusammenstellen lassen oder sich in der Gallerie die schönsten Stücke herauspicken. Diese App ist meiner Meinung nach eine sehr gelungene junge Adaption des oft schon in die Jahre gekommenen Reiseführers.

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Kurioser Bauchladen
Woran ich ja beim App-Store eine besondere Freude habe sind die ganz kuriosen Anwendungen, wie zum Beispiel der charmante Reiseführer „Travel-To Iraq“ um 0,79 Euro. Was man dort als Ergänzung sicherlich nicht braucht (und auch nirgendwo anders), ist der McDonalds-Filial-Finder um 1,59 Euro. Ich bin mir nicht sicher, welcher weltoffene Mensch diese Applikation programmiert hat. Es ist wahrlich kein Kunststück, in jeder Stadt mit der Nase direkt in einen der Fast-Food-Tempel reinzufallen, ohne dass man danach sucht. In dieselbe Kategorie fällt da eigentlich auch der „Beer me!“-Finder, obwohl mir das für richtig gutes Bier schon einleuchten würde. Der Meinung scheinen aber leider nur die Amis zu sein, denn in Wien funkioniert dieser kostenlose Dienst nach einem Feldversuch nicht.

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Dringlichkeitsfinder
IMG_0076So ein Urlaub beinhaltet auch einige weniger nützliche Begleiterscheinungen, wie zum Beispiel Sonnenbrand oder die Suche nach geeigneten Hygienestätten. Wie viele Beziehungen wohl auf Reisen schon auf die Probe gestellt wurden, weil die WC-Frequenz der beiden Geschlechter sich teilweise ganz frappant unterscheidet? Vielleicht ist gerade daraus der „Toiletten-Finder“ für das iPhone entstanden, wer weiß? Ein österreichisches Paar war schon einmal sicher nicht der Ideengeber: Würde ich der Applikation in Wien vertrauen, müsste ich mindestens 1,3 Kilometer zur nächsten Erleichterungsstätte hoppeln.


Veronika

Veronika Höflehner ist freie Journalistin und Autorin, die es vor zwei Jahren in die Berge verschlagen hat. Neben interessanten Fundstücken aus dem Netz findet man hier Texte zu ihrem Leben als Stadtmensch in den Schladminger Tauern.


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